Wohngeldstelle soll folgen

Ausländeramt: Neues Personal ist gefunden

Auch mit Termin kommt es im Ämterhaus in der Elberfelder Straße schon mal zu Verzögerungen.
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Die Verwaltung der Stadt hat neue Mitarbeiter.
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Der Großteil der zusätzlichen Posten wurde besetzt.

Von Frank Michalczak

Remscheid. Die Remscheider Ausländerbehörde konnte zum 1. November fünf zusätzliche Stellen besetzen – nur zwei Wochen nach einem entsprechenden Beschluss des Stadtrates. „Wir haben uns schon vorher umgeguckt, wer an den Aufgaben Interesse haben könnte“, berichtet Rechtsdezernentin Barbara Reul-Nocke mit Blick auf das neue Personal, mit dem Remscheid dem Zustrom der Geflüchteten aus der Ukraine Rechnung trägt. Über 1000 Menschen sind seit Ausbruch des Krieges in der Stadt angekommen.

Rechtsdezernentin Barbara Reul-Nocke konnte einen Großteil der neuen Stellen im Ausländeramt bereits besetzen.

Um sie zu betreuen, setzt die Verwaltung auch auf Mitarbeiter, die bislang noch keine Erfahrungen im öffentlichen Dienst gesammelt haben. „Infrage kommen dafür Rechtsanwaltsfachangestellte. Sie bringen durch ihren beruflichen Hintergrund bereits Wissen mit“, nennt die Dezernentin ein Beispiel. Zudem konnte sie auch Kandidaten gewinnen, die sich ursprünglich auf eine andere Arbeit bei der Stadtverwaltung beworben hatten. Eingesetzt werden sie sowohl in der Betreuung der Geflüchteten, die Wohnungen bezogen haben, als auch bei klassischen Verwaltungstätigkeiten.

Während die Ausländerbehörde bereits auf das zusätzliche Personal zurückgreifen kann, erfolgt dies in einem anderen Brennpunkt in mehreren Schritten – in der Wohngeldstelle. „Dort setzen wir in einer ersten Stufe junge Mitarbeiter ein, die vor Ende ihrer Ausbildung stehen und dort im Anschluss eine Perspektive erhalten“, berichtet der stellvertretende Personalchef der Stadtverwaltung, Torsten Seeger. Über 13 neue Stellen werden eingerichtet, um den wachsenden Bedarf nach staatlicher Unterstützung zu decken. Denn: In der Energiekrise hat der Gesetzgeber geregelt, dass deutlich mehr Menschen Anspruch auf diese finanzielle Hilfe haben. Die Verwaltung rechnet mit einer Verdreifachung der Fallzahlen - von 1000 auf 3000.

Daher werden in einem weiteren Schritt auch für diese Behörde externe Bewerber gesucht. „Das können zum Beispiel Sozialversicherungsfachangestellte sein“, erläutert Seeger. Für sie und für andere neue Verwaltungsmitarbeiter würden im Schulterschluss der bergischen Nachbarstädte im Wuppertaler Studieninstitut Seminare angeboten, um sie für die Anforderungen in der Wohngeldstelle vorzubereiten.

Nicht nur Kompetenz – auchpersönliche Eignung entscheidet

Doch: Nicht nur Kompetenz sei entscheidend bei der Besetzung der unbefristeten Stellen, die bei der Verwaltung eingerichtet werden. „Wir achten selbstverständlich auch auf die persönliche Eignung, bürger- und kundenorientiert zu arbeiten“, berichtet Sozialdezernent Thomas Neuhaus, der darauf hinweist, dass sich die Kollegen in einer Probezeit bewähren müssen. „Wir gucken bei jeder Beschwerde genau hin. Bei unserem Qualitätsmanagement fällt schnell auf, wenn es dabei zu einer Häufung kommt.“

Passend zum Thema: Bürgerservice - Hohe Nachfrage im Ämterhaus

Standpunkt von Frank Michalczak: Hilfe muss ankommen

frank.michalczak@rga.de

Auf die Folgen des Kriegs in der Ukraine reagiert die Bundesregierung mit vielfältigen Entlastungspaketen für Menschen, die angesichts der Energiekosten und der Inflation urplötzlich vor einem riesigen Finanzproblem stehen. Ein Beispiel für die notwendige Unterstützung ist, dass künftig deutlich mehr Betroffene Anspruch auf Wohngeld haben. Entscheidend ist aber, dass diese Hilfe möglichst unbürokratisch und vor allem schnell bei ihnen ankommt – auch, um den sozialen Frieden zu wahren.

Auf die Stadtverwaltung kommt dabei eine besondere Herausforderung in den kommenden Monaten zu, wenn die Zahl der Antragsteller rapide steigt. Es darf nicht sein, dass sie wochenlang auf einen Beratungstermin warten müssen – wie es in anderen Bereichen der Fall ist. Hier geht es um die Existenzgrundlage vieler Menschen und nicht um einen Personalausweis, für den in Remscheid Geduld erforderlich ist.

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