Wanderweg ist für Jahre verloren

Ausflügler ignorieren Absperrungen und begeben sich in Lebensgefahr

Die Sperrung wird permanent ignoriert. Dabei herrscht auf dem weiteren Streckenabschnitt Lebensgefahr, heißt es bei den Technischen Betrieben Remscheid. Foto: Roland Keusch
+
Die Sperrung wird permanent ignoriert. Dabei herrscht auf dem weiteren Streckenabschnitt Lebensgefahr, heißt es bei den Technischen Betrieben Remscheid.

Auf Jahre hinaus wird ein beliebter Wanderweg im Gelpetal für Wanderer und Radfahrer wohl abgesperrt bleiben.

Von Frank Michalczak

Es handelt sich um den Streckenabschnitt ab dem Abzweig Clemenshammer in Richtung Zillertal, der von den Technischen Betrieben Remscheid (TBR) abgeriegelt wurde. „Es herrscht dort Lebensgefahr. Auf einer Länge von 200 Metern droht der Hang abzurutschen. Das hat uns ein Gutachter unmissverständlich bestätigt“, erklärt der zuständige TBR Geschäftsbereichsleiter für Straßen- und Brückenbau Gerald Hein.

Dies ist eine schlechte Nachricht für einen 96-jährigen Anwohner, der diesen Bereich seit Jahrzehnten für kleine Ausflüge ansteuert. „Er vermisst das sehr“, meldet sich sein Freund zu Wort, der ungenannt bleiben möchte – und nicht so recht an die akute Gefahr in diesem Bereich glauben möchte. „Man könnte doch wenigstens den ersten Teil des Wegs bis zum Forellenteich öffnen. Ohnehin wird die Absperrung immer wieder zur Seite geschoben. Fast täglich rücken Mitarbeiter aus, um sie wieder zurechtzurücken. Ein Wahnsinn!“, findet der RGA-Leser, der auch schon beobachtet hat, dass Wanderer oder Mountainbiker an der Absperrung einen tückischen Umweg genommen hätten. Sie seien dazu eine steile Böschung durch ein angrenzendes Waldgebiet hinaufgeklettert und dann in die Tallage hinunter gekraxelt.

Von Abenteuern wie diesem, davor kann Gerald Hein nur warnen. „Wer den Wald betritt, macht dies aber auf eigene Gefahr. Wir sind hingegen für die Verkehrssicherungspflicht auf öffentlichen Wegen zuständig und müssen die Menschen vor Gefahren schützen.“ Beim Abschnitt in Richtung Zillertal handele es sich um eine historische Wegeverbindung, über die auch immer wieder der Röntgen-Lauf führte, wie Hein berichtet. Und auch, wenn es auf den ersten Blick nicht so aussehen sollte: „Hier lang zu gehen, ist höchstgefährlich. Es wurden umfangreiche Längsrisse in der Böschung festgestellt.“

„Auch diverse Ämter müssen an den Planungen beteiligt werden.“

Gerald Hein (TBR) über die Beseitigung der Schäden

Die Beobachtungen, dass die Absperrungen immer wieder zur Seite geschoben werden, kann Hein bestätigen. „Manches ist wirklich unfassbar. Zutritt verschaffte sich kürzlich auch eine Frau, die mit einem Kinderwagen unterwegs war. Das ist irre“, zeigt er sich entrüstet.

Bis die betroffene Böschung abgesichert werden könnte, die vom Extremregen im Juli beschädigt wurde, werde es höchstwahrscheinlich noch lange Zeit dauern. Zunächst einmal müssten erneut Gutachter zurate gezogen werden, die Lösungsstrategien aufzeigen müssten – etwa durch Stützmauern, Tragarme oder einer Verlegung der Wegeverbindungen.

In einigen Waldabschnitten Remscheids herrscht Lebensgefahr

Dabei gelte es nicht nur, wirtschaftliche Aspekt zu prüfen. „Auch diverse Ämter müssten bei den weiteren Planungen eingeschaltet werden – vom Forst, der Unteren Wasser- bis hin zur Landschaftsbehörde.“ Und nicht zuletzt gelte es auch noch, Fördergeld beim Land zu beantragen. Auf Jahre hinweg werde also das Wandergebiet verloren sein.

Um das Betretungsverbot der Tabuzone durchzusetzen, will Hein die Sicherheitsmaßnahmen verstärken. „Notfalls werden wir die Absperrung mit Beton im Erdreich verankern.“ Denn natürlich sei es ärgerlich, dass die TBR-Mitarbeiter permanent ausrücken müssten, um den Bereich abzuschotten.

Folgen der Flut

Bereits kurz nach der Flut im Juli 2022 warnten die TBR: Die Wegeverbindung von der Morsbachtalstraße in Höhe Clemenshammer durch den Wald in Richtung Gelpetal sei an mehreren Stellen unterspült und zum Teil vollständig weggerissen worden.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Nach DOC-Aus: So plant Remscheid jetzt in Lennep
Nach DOC-Aus: So plant Remscheid jetzt in Lennep
Nach DOC-Aus: So plant Remscheid jetzt in Lennep
Verliert das Häuschen in Remscheid bald an Wert?
Verliert das Häuschen in Remscheid bald an Wert?
Verliert das Häuschen in Remscheid bald an Wert?
Galvanik-Betrieb: 640 Lkw-Ladungen verseuchte Erde
Galvanik-Betrieb: 640 Lkw-Ladungen verseuchte Erde
Galvanik-Betrieb: 640 Lkw-Ladungen verseuchte Erde
Corona: Weiterer Todesfall in Remscheid - Maskenpflicht in städtischen Einrichtungen entfällt
Corona: Weiterer Todesfall in Remscheid - Maskenpflicht in städtischen Einrichtungen entfällt
Corona: Weiterer Todesfall in Remscheid - Maskenpflicht in städtischen Einrichtungen entfällt

Kommentare