Beratung

Festnetz und Internet: Ausfallzeiten scheinen länger zu werden

Verbraucherschützerin Lydia Schwertner.
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Verbraucherschützerin Lydia Schwertner.

Die Verbraucherzentrale beobachtet eine Zunahme der Fälle und gibt Tipps.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Mehr als vier Wochen stand die Firma Torbau Oesterheld ohne Festnetzanschluss da. Dass so lange Ausfälle inzwischen keine Seltenheit mehr sind, zeigen zahlreiche betroffene Haushalte, die sich danach in der Redaktion gemeldet haben. Und es deckt sich mit den Erfahrungen, die man in der Remscheider Beratungsstelle der Verbraucherzentrale NRW gemacht hat.

Deren Leiterin Lydia Schwertner berichtet von elf Fällen in den zurückliegenden Monaten. „Das ist kein Massenphänomen, aber für die Betroffenen höchst ärgerlich.“ Vor allem, so ihre Wahrnehmung, weil die Ausfallzeiten deutlich länger geworden sind. Wo Telefon und Internet früher Stunden und Tage ausfielen, sind es heute teils Wochen und Monate.

Beraterin berichtet von mehreren Fällen

Wie bei der Remscheiderin, die sich Ende Februar meldete - nachdem sie seit September kein Festnetz mehr hatte. Immer wieder sei die Frau an der Hotline des Telefonanbieters vertröstet worden, berichtet Lydia Schwertner: „Zwischendurch hatte sie schon aufgegeben und nur noch ihr Handy benutzt.“

Nachdem sich die Verbraucherschützer eingeschaltet hatten, wurde der Schaden behoben. Der Anbieter wollte seiner Kundin die Basisentgelte für die Ausfallzeit erstatten, zusammen etwa 131 Euro.

Die Verbraucherzentrale verwies allerdings auf den Paragrafen 58 des Telekommunikationsgesetzes. Der sieht ab dem dritten Tag Entschädigungen von mindestens fünf und ab dem fünften von mindestens zehn Euro pro Tag vor. In diesem Fall rund 1600 Euro.

Das ist für die Leute total frustrierend.

Verbraucherschützerin Lydia Schwertner zu den langen Ausfallzeiten des Telefonanschlusses

In anderen Fällen, von denen Lydia Schwertner berichtet, wurde ein Mitte März aufgetretener Schaden - nachdem der Anbieter lange behauptet hatte, es läge am Router des Kunden - Ende Mai behoben. Ein anderer musste sich vom 28. Januar bis zum 23. Juni gedulden. „Das ist für die Leute total frustrierend“, sagt Schwertner.

Das raten Verbraucherzentrale und Telekom

Ein möglicher Grund könnte die hohe Nachfrage in der Baubranche sein, lässt Telekom-Pressesprecher Frank Domagala im Gespräch mit dem RGA durchblicken: In manchen Regionen sei es schwer, zeitnah Tiefbauunternehmen zu bekommen. „Das ist derzeit einfach so.“ Wichtig sei aber trotzdem, jede Störung zu melden: „Es nützt nichts, das bei Facebook zu posten.“

Betroffenen Verbrauchern rät Lydia Schwertner, nicht zu schnell aufzugeben: „Es bleibt einem nichts anderes übrig, als am Ball zu bleiben.“ Und die Meldung der Störung gut zu dokumentieren - denn erst ab diesem Zeitpunkt werde die Entschädigung berechnet. Und wenn sich gar nichts tue, helfe auch die Verbraucherzentrale weiter: „Wir haben feste Ansprechpartner, die sich um die Fälle kümmern.“

Geld zurück bei lahmer Internetverbindung

Den hat die Remscheider Firma Oesterheld auch bekommen - nachdem sie sich schriftlich beim Vorstand der Deutschen Telekom beschwert hatte. Mit dessen Unterstützung kam schließlich doch noch Bewegung in die Geschichte, berichtet Geschäftsführer Michael Weiden. Seit vergangenen Montag läuft der Anschluss der Firma wieder, nach genau fünf Wochen und zwei Tagen.

Lesen Sie auch: Immer mehr Menschen brauchen finanzielle Unterstützung

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