Virtueller Markt

Remscheider Ausbildungsmarkt kommt per Klick in den Unterricht

Wagen ein technisches Experiment (v. l.): Schulleiter Oliver Lang, Michael Birker und Klaus Mielke vom RAM-Orgateam in der Aula des Kollegs. Foto: Roland Keusch
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Wagen ein technisches Experiment (v. l.): Schulleiter Oliver Lang, Michael Birker und Klaus Mielke vom RAM-Orgateam in der Aula des Kollegs.

Der Remscheider Ausbildungsmarkt wird am 18./19. September als virtuelle Plattform präsentiert.

Von Andreas Weber

Remscheid. In den Kellern des Kollegs Technik lagern noch die Erinnerungsstücke, die der Berufsschule Ende der 60er/Anfang der 70er Jahre die ersten Videoaufzeichnungen für den Unterricht bescherten. Klaus Mielke, seit einem Jahr pensionierter Ex-Konrektor, war zwar vor 50 Jahren nicht als Pädagoge dabei, gleichwohl nennt er die damalige Video-Aufbereitung „den Vorläufer für das digitale Zeitalter“. Obwohl technisch heute gut aufgestellt, erreicht dieses am Kolleg am 18./19. September eine neue Dimension. Der 12. Remscheider Ausbildungsmarkt (RAM) kommt als virtuelle Plattform.

Statt vor Ort mit 170 Unternehmen und Rednern, werden es online „nur“ 30 sein können – das Maximum, das in der Schulaula verteilt über zwei Tage untergebracht werden kann. „Ich hatte 120 Firmen und Fachleute angefragt und damit gerechnet, dass wir ein Dutzend gewinnen können als Teilnehmer“, meint RAM-Organisator Mielke. Mit der Resonanz ist das Kolleg mehr als zufrieden.

Aus der Not geboren, hat der Verein RAM e. V. am Bildschirm einen Ersatz für die zweitägige Großveranstaltung gefunden, die sonst zu Herbstbeginn vier- bis fünftausend Jugendliche anzog, die sich über Schule, Studium und Ausbildung im Bergischen Land informierten.

Im Mai, der Hochzeit der Corona-Unsicherheit, waren die Planungen für 2020 auf Null runtergefahren worden. „Wir waren im Organisationsteam eigentlich einstimmig soweit, den RAM abzusagen“, blickt Klaus Mielke zurück. Dann kam Martin Mayer und mit ihm eine Idee. Seine Remscheider SGP-Werbeagentur hat „geddin.de“ entwickelt. Die Webseite geht am 15. September an den Start und soll junge Bergische mit Themen rund um ihre berufliche Fort- und Weiterbildung füttern.

Das Redaktionsteam besteht aus jungen Menschen, die am Aufbau einer Facebook- und einer Instagram-Community für Jugendliche arbeiten. Ziel ist es, zum meistgeklickten Ausbildungsportal im Bergischen zu werden. Das Berufskolleg Technik und die „geddin“-Macher wollen bei diesem speziellen RAM Synergieeffekte nutzen. Zum Messe-Auftakt am Freitag, 18. September, wird Martin Mayer „geddin“ vorstellen. Eine Viertelstunde hat er dafür Zeit. Wie alle anderen Unternehmen auch, die bei der Aufzeichnung dieselbe eng getaktete Zeitschiene eingeräumt bekommen. 24 hiesige Firmen, Ausbildungsbetriebe und Initiativen sowie sechs Experten (mit Vorträgen) sind dabei.

„Im Mai wollten wir den RAM eigentlich absagen.“ 

Klaus Mielke, Organisator

Die Unternehmen werden vertreten durch einen Ausbilder sowie ein bis drei Lehrlinge. Die Moderation übernimmt Horst Kläuser. Alle Gespräche, die nach einem minuziösen Zeitplan hintereinander geführt werden, streamen die Veranstalter live ins Internet. Alle weiterführenden Schulen in Remscheid - Zielgruppe: 9./10. Klassen mit 15-/16-Jährigen - werden informiert und sollen die Veranstaltung Freitag im Unterricht mitverfolgen.

„Niemand wird die kompletten fünf Stunden bis 14 Uhr dabei bleiben, aber jede Schule und Klasse wird sich ihre Schwerpunkte herauspicken“, hofft Michael Birker, seit 1998 Teil des Lenkungskreises und zuständig für die Vorträge. Dieses Mal stammen drei der sechs Gäste von der Uni Wuppertal. Professor Peter Gust wird über Maschinenbau sprechen, Dr. Christine Hummel über das Studienangebot und Professor Fabian Hemmert über „BA Industrial Design“. Die drei sind am Freitag eingeplant, wie RGA-Lokalchef Axel Richter, der den Beruf des Journalisten näherbringt. Am Samstag, an dem Tag, an dem Interessierte den RAM von zu Hause aus verfolgen können, wird Dr. Peter Schniering „Berufe der Zukunft“ vorstellen und Christoph Imber die Chancen von Start-ups.

Sofern technisch alles hinhaut, wird der virtuelle RAM auch nach der Liveübertragung abrufbar bleiben. So soll die Veranstaltung aufgezeichnet und nachbereitet werden und später auf „geddin“ und der RAM-Internetseite verfügbar sein. Michael Birker spricht davon, dass diese virtuelle Präsentation eine große Chance böte. „Remscheid könnte dadurch bei Ausbildungsmessen digitaler Vorreiter werden.“

Kollegleiter Oliver Lang dankt den Organisatoren, allen voran Mielke und Birker. „Es ist immens, wie viel Arbeit dahintersteckt. Es wird ein Experiment und wir hoffen, dass sich technisch alles wie geplant umsetzen lässt.“

2021 soll es einen Berufsparcours geben, 2022 dann wieder einen normalen RAM mit Publikum vor Ort an der Neuenkamper Straße.

www.geddin.de

www.remscheider- ausbildungsmarkt.de

Virtueller Markt

Freitag, 18. September (9 bis 14 Uhr): Übertragung aus der Aula des Berufskollegs Technik als Live-Stream. Nach der Vorstellung von „geddin.de“ kommt um 9.15 Uhr das BZI, um 9.30 Uhr die Zahnärzte-Initiative Remscheid (Dr. Arndt Kremer), den Abschluss bildet um 13.45 Uhr Knipex.

Samstag, 19. September (10 bis 13 Uhr): Beginnt mit der Bayer AG, HRO-Ausbildungsmarketing und endet ab 13 Uhr mit Gustav Klauke GmbH.

Die Zahl der Arbeitslosen in Remscheid ist wieder leicht gestiegen.

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