Ausbildung

Freiwillige Feuerwehr: Feuerwehranwärter müssen körperliche Belastung üben

Sascha Ploch (l.), Brandamtsrat, bei der Berufsfeuerwehr Zuständiger für die Freiwillige Feuerwehr und den Katastrophenschutz, und Hauptbrandmeister Andreas Hackländer können am Standort Lennep fünf Fahrzeuge nutzen. Foto: Doro Siewert
+
Sascha Ploch (l.), Brandamtsrat, bei der Berufsfeuerwehr Zuständiger für die Freiwillige Feuerwehr und den Katastrophenschutz, und Hauptbrandmeister Andreas Hackländer können am Standort Lennep fünf Fahrzeuge nutzen.

Hauptbrandmeister Andreas Hackländer erklärt, wie die Ausbildung bei der Freiwilligen Feuerwehr abläuft.

Von Alexandra Dulinski

Remscheid. Meist hört man sie schon, bevor man sie sieht: die Feuerwehr. Zu vielen Einsätzen wird neben der Berufsfeuerwehr auch die Freiwillige Feuerwehr gerufen. Wie man zur Freiwilligen Feuerwehr kommt, berichtet Andreas Hackländer, Hauptbrandmeister und Sprecher der Freiwilligen Feuerwehr Remscheid.

Wie werde ich Feuerwehrmann oder Feuerwehrfrau?

Wer zur Freiwilligen Feuerwehr will, muss etwas Zeit mitbringen. „Wer zur Feuerwehr kommt, sollte davon ausgehen, zwei Jahre lang immer mal wieder die Schulbank zu drücken“, sagt Andreas Hackländer. Denn so lange dauert die Grundausbildung, die sich in mehrere Teile gliedert. Der sogenannte Truppmann-1-Lehrgang geht etwa über fünf Wochen mit insgesamt 70 Stunden Theorie und Praxis. Rechtliche Grundlagen, Brand- und Löschlehre sowie Fahrzeugkunde werden vermittelt. „Wie unterscheide ich die verschiedenen Fahrzeuge? Wie belade ich sie richtig? Das muss ich wissen“, erklärt der 55-Jährige, der selbst mit 18 Jahren der Feuerwehr beigetreten und seitdem „Feuer und Flamme“ ist, wie er sagt. Neben hydraulischem Rettungsgerät und Schläuchen sind unter anderem auch Wärmebildkameras, Motorsägen und tragbare Leitern auf den Fahrzeugen untergebracht. Wie baue ich eine Leiter auf und wie gehe ich sie hoch? Wie rolle ich einen Schlauch aus? Das wird in der Praxis geübt.

Wie geht die Ausbildung weiter?

An den ersten Lehrgang schließen sich ein Sprechfunker-Lehrgang und ein Atemschutzgeräterträger-Lehrgang an. Dort erlernen die Feuerwehr-Anwärter die Bedienung der Funk- und Atemschutzgeräte. „Den Umgang mit Atemschutzgeräten muss man üben. Das ist eine extreme körperliche Belastung, das Sichtfeld ist eingeschränkt und manche bekommen Platzangst“, erklärt Hackländer. Da hilft nur üben, üben, üben.

Erst nach diesen beiden Lehrgängen oder Ausbildungsabschnitten schließt sich der Truppmann-2-Lehrgang an. „Mit den Atemschutzgeräten sind die Kameraden und Kameradinnen befähigt, in den Innenangriff zu gehen“, sagt der Hauptbrandmeister. Um realistische Szenarien zu trainieren, nutzen sie eine Nebelmaschine, die die Räume verraucht. Wie Menschen aus Fahrzeugen befreit werden, gehört ebenso zur Ausbildung wie Erste Hilfe und die Kenntnis von ABC-Gefahrstoffen.

Welche Voraussetzungen muss ich mitbringen?

Körperliche Fitness ist besonders wichtig. Das Gewicht der Schutzausrüstung liegt bei 30 Kilogramm. Jeder Anwärter muss vor Eintritt in die Feuerwehr eine Gesundheitsuntersuchung bestehen, „damit man im Einsatz unter Atemschutz nicht kollabiert“, erklärt Andreas Hackländer. Dazu gehören unter anderem ein Lungenfunktionstest, Seh- und Hörtests, ein Belastungs-EKG sowie eine Blutuntersuchung. Mit 18 Jahren ist der Eintritt in die Freiwillige Feuerwehr möglich, mit zehn in die Jugendfeuerwehr und mit sechs Jahren in die Kinderfeuerwehr. Bis zum Rentenalter können die Mitglieder aktiv bleiben.

Wann kommt die Freiwillige Feuerwehr zum Einsatz?

„Es gibt bestimmte Alarmstichworte, nach denen die Freiwillige Feuerwehr alarmiert wird“, erklärt Andreas Hackländer – beispielsweise beim „Wohnungsbrand mit Menschenrettung“ oder bei Bränden im Hochhaus, Krankenhaus oder in Altenheimen. Wann die Freiwillige Feuerwehr alarmiert wird, ist festgelegt. So kommt sie auch zum Einsatz bei Wetterereignissen im eigenen Stadtgebiet – so hatte die Freiwillige Feuerwehr Lennep neun Einsätze bei dem Starkregen Anfang Juni. Per Digitalmelder werden die Kollegen alarmiert. „Diejenigen, die im Umkreis sind, machen sich sofort auf den Weg zum Gerätehaus“, erklärt Hackländer. Das heißt dann auch schon mal: Weg vom Arbeitsplatz, hin zum Einsatz. Dort erhalten sie dann einen Einsatzauftrag durch die Einsatzleitung – die Wasserversorgung zu gewährleisten, Personen zu betreuen oder einen Angriff gegen einen Brand selbst durchzuführen – 365 Tage im Jahr, 24 Stunden am Tag. „Egal, ob an Weihnachten oder Silvester. Wenn was passiert, sind wir einsatzbereit“, sagt Hackländer. Manche haben aus ihrem Hobby gar ihren Beruf gemacht.

Hintergrund

Die Grundausbildung für die Freiwillige Feuerwehr startet im Herbst.

In der Kinder- und Jugendfeuerwehr ab sechs beziehungsweise ab zehn Jahren bekommen die Kinder die Grundlagen spielerisch beigebracht. „Ziel der Kinderfeuerwehr ist, die Feuerwehr im Leben der Kinder zu integrieren und sie für die Thematik und eine spätere ehrenamtliche Tätigkeit zu begeistern“, erklärt Andreas Hackländer.

Zur Freiwilligen Feuerwehr Lennep: http://www.feuerwehr-lennep.de/

feuerwehr@remscheid.de

Serie: Demnächst im RGA: Wie wird man eigentlich. . .Taucher?

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

In einigen Waldabschnitten Remscheids herrscht Lebensgefahr
In einigen Waldabschnitten Remscheids herrscht Lebensgefahr
In einigen Waldabschnitten Remscheids herrscht Lebensgefahr
Badebetrieb im Freibad Eschbachtal endet vorzeitig
Badebetrieb im Freibad Eschbachtal endet vorzeitig
Badebetrieb im Freibad Eschbachtal endet vorzeitig
Gruppe Überflutungshilfe wird von zahlreichen Spendern unterstützt
Gruppe Überflutungshilfe wird von zahlreichen Spendern unterstützt
Gruppe Überflutungshilfe wird von zahlreichen Spendern unterstützt
Remscheid erhält zwei Millionen Euro für die Feuerwehr, die Innenstadt und den Sport
Remscheid erhält zwei Millionen Euro für die Feuerwehr, die Innenstadt und den Sport
Remscheid erhält zwei Millionen Euro für die Feuerwehr, die Innenstadt und den Sport

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Kommentare