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Polizei will Quimperplatz verlassen - Noch keine Anfrage bei Stadt

Keine Abbruchruine, sondern Arbeitsplatz von Polizeibeamten: Seit Jahren löst sich der Putz von den Fassaden der Inspektion. Foto: Roland Keusch
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Keine Abbruchruine, sondern Arbeitsplatz von Polizeibeamten: Seit Jahren löst sich der Putz von den Fassaden der Inspektion.
  • Axel Richter
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Update vom 11. April: Polizei hat noch keine Anfrage gestellt.

Remscheid. -wey- Die Polizei hat bisher noch nicht bei der Stadt um Hilfe bei der Suche nach einem Standort für eine neue Hauptwache gebeten. Das geht aus einer Antwort von Baudezernent Peter Heinze auf eine Anfrage der CDU hervor. Die Christdemokraten wollten von der Verwaltung wissen, wie die Stadt die Polizei bei der Suche unterstützen kann.

„Uns liegt derzeit keine Anfrage vor, die einen offiziellen Charakter hat“, sagte Heinze: „Wir warten darauf, der Polizei helfen zu können.“

Im Januar war bekanntgeworden, dass die Remscheider Hauptwache am Quimperplatz aufgegeben werden soll, eine Sanierung des fast 100 Jahre alten Gebäudes sei zu teuer, hieß es damals. Eine Entscheidung, die die Remscheider Verwaltung offenbar überrascht hatte, wie Heinze durchblicken ließ: 2019 habe es ein Sanierungsgesuch für das Gebäude gegeben, berichtete er: „Das ist danach aber nicht weiter verfolgt worden.“

Laut Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW befindet sich das denkmalgeschützte Gebäude in einem schlechten Zustand, zudem sei der Zuschnitt der Räumlichkeiten für die moderne Polizeiarbeit eher ungeeignet.

Remscheid. Seit 1926 hat die Polizei ihren Sitz am Quimperplatz in Alt-Remscheid, noch bis 2026 wird sie dort bleiben. Spätestens dann aber, nach 100 Jahren, will sie den geschichtsträchtigen Standort verlassen haben. „Die Polizeiinspektion Remscheid und die übrigen dort untergebrachten Dienststellen sollen einen neuen Standort bekommen“, heißt es auf RGA-Nachfrage aus dem Wuppertaler Präsidium. Sobald das Land das Geld dafür freigibt, soll mit der Suche danach begonnen werden.

Vor einem Jahr hatte das Wuppertaler Präsidium noch von einer Kernsanierung der Hauptwache und insbesondere der angrenzenden ehemaligen Kasernengebäude an der Martin-Luther-Straße gesprochen. Möglich machen sollte das ein Investitionsprogramm, das NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) in Düsseldorf präsentiert hatte. Demnach sollten 680 Millionen Euro in die Sanierung und den Neubau von Polizeiwachen im Land fließen. „Die Beamten sollen sich für ihre Arbeitsplätze nicht schämen müssen“, erklärte der Minister damals.

„Die Stadt hat sicher bereits Überlegungen angestellt.“

Markus Kötter, CDU

In Remscheid läuft es nun auf einen Neubau hinaus. Denn, sagt der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW, in dessen Eigentum sich die Immobilie befindet: Die Gebäude befinden sich in einem schlechten Zustand, ihr Zuschnitt gilt für die heutige Polizeiarbeit zudem als ungünstig. „Dadurch werden die Räumlichkeiten den zukünftigen Ansprüchen beispielsweise in technischer Hinsicht nicht mehr gerecht“, berichtet das Präsidium in Wuppertal. Und: „Eine Sanierung wurde aufgrund des hohen Kostenrisikos verworfen.“ Mit anderen Worten: Im Vergleich ist ein Neubau deutlich günstiger.

Ob und wo der entstehen könnte beziehungsweise ob und wo die Polizei geeignete Räume anmieten könnte, steht bislang nicht fest. Die CDU-Ratsfraktion fordert die Stadt dazu auf, der Polizei bei der Suche zu helfen. Für die nächste Sitzung des Hauptausschusses am 17. Februar hat sie dazu eine Anfrage an die Verwaltung gerichtet. Sie soll der Polizei städtische Grundstücke und Gebäude anbieten.

„Die Stadt hat sicher bereits Überlegungen angestellt, wo die Hauptwache im Stadtgebiet am besten angesiedelt wäre, um ihre Aufgaben möglichst gut erfüllen zu können“, erklärt dazu Ratsfraktionschef Markus Kötter.

Baudezernent Peter Heinze will das gegenüber dem RGA nicht bestätigen. „Wir befinden uns mit der Polizei zur Zukunft des Gebäudes in Gesprächen“, sagt er. Was aus den denkmalgeschützten Gemäuern wird, wenn die Beamten ausgezogen sind, ist damit ebenso ungewiss wie der Verbleib der Inspektion nach 2026. Bis dahin hatte die Polizei die Laufzeit im vergangenen Jahr noch verlängert.

Seit ein paar Jahren hat auf dem Gelände der Polizeiinspektion am Quimperplatz auch die NS-Gedenkstätte Pferdestall ihren Sitz. Der wenig würdevolle Zustand der alten Kasernen stieß auch deshalb wiederholt auf Kritik.

Wechselvolle Geschichte

Das Polizeigebäude am Quimperplatz hat eine wechselvolle Geschichte. 1926 erbaut, wurde es in der Nazizeit zur Folterstätte der Gestapo. Im benachbarten Pferdestall harrten Juden und Regimegegner ihrer Deportation ins KZ. Ende der 50er-Jahre hatte dann der legendäre Kriminalermittler Willi Kösters dort seinen Sitz. Er war so etwas wie der Ernst Gennat der Remscheider Kriminalpolizei. Während Gennat im Berlin der 30er-Jahre die Mordermittlung revolutionierte, verhaftete der Remscheider Kösters auch schon mal zwei Mörder ganz allein. In den vergangenen Jahrzehnten büßte das Gebäude stark an Substanz ein. Die verschiedenen Regierungen in Düsseldorf scherten sich wenig um die Immobilie, die sich im Besitz des Landes befindet. So bröckelte der Putz ungehindert weiter. In den ehemaligen Kasernengebäuden haben bis heute unter anderem die Beamten im Einsatz- und Schwerpunktdienst sowie die Motorradpolizisten ihre Büros.

Erste Meldung vom 26.1.2022, 10.50 Uhr

Remscheid: Aus für Polizeiwache Quimperplatz? Polizei plant laut CDU Umzug

Die Hauptwache sieht aus wie ein Abbruchgebäude. Eigentlich sollte das Gebäude saniert werden. Jetzt gibt es aber neue Entwicklungen.

Alt und aus der Ferne imposant - bei näherem Hinsehen aber an vielen Stellen marode: Die Hauptwache der Polizei in Remscheid am Quimperplatz.

Remscheid. Die Polizei möchte ihre Gebäude am Quimperplatz in Alt-Remscheid verlassen und sucht einen neuen Standort für ihre Hauptwache. Das berichtet die CDU-Ratsfraktion. Für die nächste Sitzung des Hauptausschusses stellt sie dazu eine Anfrage an die Verwaltung. Sie soll das Polizeipräsidium bei der Standortsuche unterstützen und ihm städtische Grundstücke und Gebäude anbieten.

Die Nachricht überrascht. Noch vor einem Jahr hatte das Land die Sanierung der ehemaligen Kasernengebäude an der Martin-Luther-Straße in Aussicht gestellt. Die Hauptwache der Polizeiinspektion und ihre Nebengebäude sollten kernsaniert werden. Möglich machen sollte das ein Investitionsprogramm, das NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) Anfang 2020 präsentierte.

Demnach sollten annähernd 680 Millionen Euro in die Sanierung und den Neubau von Polizeiwachen im Land fließen. „Die Beamten sollen sich für ihre Arbeitsplätze nicht schämen müssen“, erklärte der Minister damals. Im Februar 2020 hieß es: Die Sanierung der Polizeiinspektion am Quimperplatz beginnt

Nun ist laut CDU ein Umzug geplant. Eine Bestätigung des Polizeipräsidiums liegt dem RGA auf Anfrage noch nicht vor.
Das Gebäude der Hauptwache wurde 1926 erbaut. Insbesondere die angrenzenden Kasernengebäude sind seit Jahren dringend sanierungsbedürftig und wirken von außen betrachtet eher wie ein Abbruchgebäude denn als Arbeitsstätte für Polizeibeamte.

Direkt angrenzend hat die NS-Gedenkstätte Pferdestall für die dort im Dritten Reich inhaftierten Remscheider ihren Sitz.

Der Zustand der Gebäude stieß auch deshalb auf Kritik. Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz (SPD) sah sich deshalb mehrmals zu der Erklärung veranlasst, dass sich das bröckelnde Gemäuer nicht im Eigentum der Stadt Remscheid befindet. ric

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