Veranstaltungen

Auf diese Veranstaltungen dürfen die Remscheider 2021 hoffen

Kaum denkbar in Zeiten der Pandemie: ein Großevent wie das Löwen Festival.
+
Kaum denkbar in Zeiten der Pandemie: ein Großevent wie das Löwen Festival.
  • Andreas Weber
    VonAndreas Weber
    schließen
  • Melissa Wienzek
    Melissa Wienzek
    schließen

Corona-Unwägbarkeiten erschweren die Planung – Wir haben den aktuellen Stand der Events abgefragt

Remscheid. Remscheid lechzt nach Ausgang und Abwechselung. Doch hinter größeren Veranstaltungen stehen dicke Fragezeichen. Keines der Großereignisse in Frühjahr, Sommer und Herbst, die sonst den Terminkalender füllen, ist bislang bestätigt. Ungewiss ist, ob sie überhaupt stattfinden. Wir haben bei einigen Veranstaltern nachgefragt.

Esskult(o)ur

Die Unwägbarkeiten erschweren auch die Arbeit des Stadtmarketings. „Alle städtischen Veranstaltungen stehen auf dem Prüfstand“, erklärt Ingo Lückgen. Ende Juni wäre die Esskult(o)ur eigentlich ein Publikumsmagnet. Auf der Alleestraße wird sie jedoch definitiv nicht stattfinden, auch der Theodor-Heuss-Platz wäre für die Schlemmermeile zu eng. Eine Option bleibt, die Esskult(o)ur zu einem späteren Zeitpunkt auszurichten. „Die Krux ist, alles gleicht momentan einem Blick in die Glaskugel“, meint Inna Safenreider, Mitarbeiterin im Stadtmarketing. „Wir müssen behutsam in kleinen Schritten planen, ohne vor die nächste rote Ampel zu laufen“, ergänzt ihr Vorgesetzter Ingo Lückgen. Mit Hilfe von externen Anbietern überlegt die Stadt, auf dem Schützenplatz eine Eventarena an drei Wochenenden ab Ende Juli anzubieten. Streng nach den Schutzbestimmungen, mit deutlich weniger Besuchern als dort sonst bei Konzerten möglich wären. Ob dies möglich sein wird, hängt von Inzidenzen, einem ausgeklügelten Konzept, der Zustimmung von Ordnungsamt, Gesundheitsamt und Bauordnungsamt ab und nicht zuletzt, ob ein Veranstalter das finanzielle Risiko zu tragen bereit wäre. „Die Gesundheit steht über allem. Wenn sich unter der Prämisse eine Tür auftut, gehen wir durch“, verspricht Lückgen.

Kirmes

Die Frühjahrskirmes ist Corona schon zum Opfer gefallen, die größere Sommerkirmes auf dem Schützenplatz am ersten Juli-Wochenende wird wohl auch zum zweiten Mal in Folge abgesagt. Es gibt zwar Verträge mit den Schaustellern, die aber nichtig werden, wenn die Rechtsverordnung des Landes NRW Großveranstaltungen für diesen Zeitraum untersagt. Dass es so kommen wird, ist für Christoph Lange, Vorsitzender des Schützenvereins, klar: „Die riesige Rheinkirmes in Düsseldorf im Juli ist schon abgesagt. Mein Bauchgefühl sagt mir, dass auch bei uns nichts gehen wird.“

Park Food Festival

Das 9. Park Food Festival im Stadtpark vom 28. bis 30. Mai ist zwar gestrichen, Organisator Markus Kärst hofft aber auf das zweite Festival im Jahr, terminiert auf den 10. bis 12. September. „Die Almhütte wird definitiv nicht aufgebaut“, erklärt Kärst: „Aber für draußen bin ich optimistisch.“ Dies hängt von den Corona-Bestimmungen ab. „Mit Hygiene-Konzepten ist vieles denkbar, es muss nur für den Veranstalter wirtschaftlich und umsetzbar sein. Wenn ich den Stadtpark komplett einzäunen müsste, wird’s schwierig.“

Markus Kärst hofft auf das zweite Park Food Festival in diesem Jahr vom 10. bis 12. September.

Löwen Festival

Zum jetzigen Zeitpunkt Großveranstaltungen mit 1000 Gästen zu planen, ist unrealistisch, meint auch Maximilian Süss, Ausrichter des beliebten Löwen Festivals auf dem Theodor-Heuss-Platz. „Für ein Open-Air sehe ich schwarz. Das Löwen Festival ist unter den gegebenen Umständen nicht planbar und nicht durchführbar.“ Er gehe aber davon aus, dass er kurzfristig Streaming-Events machen werde. Fix ist bereits ein solches Hybridevent, mit dem Süss in der Pandemie bei „Kunst und Kultur in Remscheid“ bereits Erfahrung gesammelt hat, am 21. August. Dann soll im Kultshock eine Sause mit Neue-Deutsche-Härte-Bands stattfinden, Dr. Mark Benecke moderiert.

Eschtival

Ein Fragezeichen steht auch hinter dem Eschtival, das am 11. im September auf dem Freibad-Gelände mit den Publikumsmagneten Köbes Underground und Bernd Stelter steigen soll. Es wurde bereits von 2020 dorthin verlegt. Noch ist es aber nicht abgesagt. „Heute in zwei Monaten müssen wir sagen: ja oder nein“, erklärt Stefan Grote, Vorsitzender des Fördervereins Freibad Eschbachtal. Noch gebe es allerdings kein Konzept für Großevents.

Zum Eschtival im September sollen Köbes Underground kommen. Abgesagt ist es noch nicht.

Weinfest

Die LKG hält am Weinfest in Lennep fest. „Wir sind in der Planung für das erste August-Wochenende und hoffen, dass die Zahlen weiter runtergehen und die Impfrate weiter steigt“, sagt Gunther Brockmann von der LKG. Sollte sich wegen der Pandemie eine Entscheidung bis Ende Juni herauszögern, müsste er mit dem Oberbürgermeister in Kontakt treten, sagt er. Denn das Weinfest spielt Geld für die Straßenreinigung am Rosenmontag ein. „Ich gehe stark davon aus, dass wir im nächsten Jahr wieder Karneval feiern können. Wenn das Weinfest nun ausfiele, müssten wir sehen, dass wir das Geld anders reinbekommen.“

Die LKG hält am Weinfest am ersten August-Wochenende fest.

Altstadtfest

Für das Altstadtfest in Lennep, immer am ersten September-Wochenende, sieht es düster aus. „Stand heute sind wir soweit, zu sagen, wir müssten es um ein Jahr verschieben“, sagt Thomas Schmittkamp von Lennep Offensiv. Die Unwägbarkeiten seien nach wie vor da. Das wirtschaftliche Risiko für den Verein sei einfach zu groß – und die Auflagen wohl auch. | Standpunkt

Erlass

Laut einem Erlass des NRW-Gesundheitsministeriums sollen die örtlichen Behörden Veranstaltungen mit mehr als 1000 zu erwartenden Besuchern grundsätzlich absagen. Bei Veranstaltungen mit weniger als 1000 Besuchern ist – wie bisher – eine individuelle Einschätzung der örtlichen Behörden der Veranstaltung erforderlich.

Standpunkt: Undankbare Aufgabe

Kommentar von Andreas Weber

andreas.weber @rga.de

Wer heute über Hoffnung redet, muss wissen, dass diese äußerst vage ist. Großveranstaltungen in gewohnter Form wird es auch dieses Jahr nicht geben. Es wäre unklug, rasant steigende Impfzahlen mit einer baldigen Rückkehr zur völligen Normalität gleichzusetzen. Andererseits werden Kulturentwöhnte nicht ganz auf die dringend ersehnte Freizeitabwechslung verzichten müssen. Stadtmarketing, aber auch privaten Eventveranstaltern fällt die höchst undankbare Aufgabe zu, an abgespeckten Zwischenlösungen zu basteln, die zumindest einen Hauch von Attraktivität versprühen, auch wenn sie nicht an das Original heranreichen. Es ist ein Herantasten an die Frage: Was könnte unter Corona-Bedingungen statthaft sein? Immer wissend: Was heute möglich erscheint, ist morgen hinfällig. Sicherheit gibt es nicht, deshalb keine Terminbestätigung. Aber Sicherheit ist etwas, was ein Veranstalter braucht, um kalkulieren und größere Events Monate im Voraus auf die Beine stellen zu können. Weil die Zeit davonläuft, gibt es momentan nur eine Gewissheit: Dass die ein oder andere Veranstaltung bereits abgesagt ist.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

In einigen Waldabschnitten Remscheids herrscht Lebensgefahr
In einigen Waldabschnitten Remscheids herrscht Lebensgefahr
In einigen Waldabschnitten Remscheids herrscht Lebensgefahr
Gruppe Überflutungshilfe wird von zahlreichen Spendern unterstützt
Gruppe Überflutungshilfe wird von zahlreichen Spendern unterstützt
Gruppe Überflutungshilfe wird von zahlreichen Spendern unterstützt
Badebetrieb im Freibad Eschbachtal endet vorzeitig
Badebetrieb im Freibad Eschbachtal endet vorzeitig
Badebetrieb im Freibad Eschbachtal endet vorzeitig
Remscheid erhält zwei Millionen Euro für die Feuerwehr, die Innenstadt und den Sport
Remscheid erhält zwei Millionen Euro für die Feuerwehr, die Innenstadt und den Sport
Remscheid erhält zwei Millionen Euro für die Feuerwehr, die Innenstadt und den Sport

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Kommentare