500 Seiten Buch

Auf den Spuren des Holzwerkzeugs Beitel

Ulrich Affolderbach mit seinem Beitelbuch. Foto: Affolderbach
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Ulrich Affolderbach mit seinem Beitelbuch.

Buch von Ulrich Affolderbach über Beitel.

Von Peter Klohs

Remscheid. Ulrich Affolderbach, 1951 in Wuppertal geboren und bis zum Eintritt in das Rentenalter auch dort lebend, hat ein Buch über Beitel herausgegeben. Auf über 500 Seiten informiert der studierte Elektro-Ingenieur über Bauarten und Hersteller der Holzbearbeitungswerkzeuge, die in Deutschland zum Großteil in Remscheid hergestellt wurden.

Ein besonderes Augenmerk wirft der mittlerweile im ostfriesischen Großefehn bei Aurich lebende Affolderbach auf die in die Werkzeuge eingeschlagenen Warenzeichen, mit denen die herstellenden Firmen sich quasi ein Autogramm erstellten. Diese Warenzeichen waren vielgestaltig und fantasievoll. Auf 23 Seiten werden die Warenzeichen der Remscheider Hersteller im Buch abgedruckt. Da findet man Einhörner, Bürsten und einen Dackel, einen Schornsteinfeger, Anker und einen tanzenden Hund, alle ausgewiesen mit dem Namen des Herstellers.

An der Herstellung des Buches „Beitel – Bauarten, Hersteller, Warenzeichen“ hat der Autor drei Jahre gearbeitet. Die überwiegende Zahl der 1200 Fotos, Grafiken, Tabellen und Diagramme hat er selbst erstellt. In einem zeitlichen Rahmen von 1750 bis 2020 werden 462 Beitelschmiede und -händler dargestellt. 561 beim Patentamt angemeldete Warenzeichen für Beitel werden abgedruckt, angefangen von den ersten Exemplaren, die 1766 in der Cronenberger Zeichenrolle hinterlegt wurden.

„Schon in der Jugend habe ich mich für die Holzbearbeitung interessiert“, erzählt Affolderbach. „Die ersten Recherchen zu meinem Beitel-Buch habe ich 2004 aufgenommen. Alleine für die Remscheider Hersteller habe ich 82 Adressbücher durchforstet, um auch die kleinen Herstellungsbetriebe zu erwähnen, auch wenn sich manche Spuren dieser kleinen Betriebe im Nichts verlieren.“

Remscheid sei durchaus als deutsche Hochburg der Beitelherstellung anzusehen, weiß der Autor. Daneben gäbe es noch einige wenige Hersteller in Schmalkalden in Thüringen. Europaweit sei wohl das britische Sheffield führend.

Ulrich Affolderbachs Buch ist beim Tredition-Verlag (BOD) erschienen. Es ist mit 78,50 Euro nicht gerade kostengünstig, aber für Interessierte und Fachleute überaus lohnend. Das Buch ist auch als E-Book geplant, wobei mehrere Teile denkbar sind, um die vielen Fotos angemessen präsentieren zu können. Weiteres Interessantes findet man auf der Internetseite: Altebeitel.de

„Beitel – scharf & geschlagen“ lautet der Titel einer Sonderausstellung im Deutschen Werkzeugmuseum, die bis zum 15. Mai 2022 zu sehen ist. Die Beitel hat Ulrich Affolderbach dem Museum überlassen.

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