Sammlung

Auf Cat Stevens folgte schnell Eric Clapton

Bernd Hoffmann in seinem Musikraum mit seiner ersten Platte. Cat Stevens mit „Teaser And The Firecat“ Für 22 Mark erstand der Timeless-Sänger und -Gitarrist sie 1972 bei Radio Gerling. Foto: Roland Keusch
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Bernd Hoffmann in seinem Musikraum mit seiner ersten Platte. Cat Stevens mit „Teaser And The Firecat“ Für 22 Mark erstand der Timeless-Sänger und -Gitarrist sie 1972 bei Radio Gerling.

Bernd Hoffmann, Gitarrist und Sänger der Coverband Timeless, musste seine erste LP extra bestellen lassen.

Von Peter Klohs

Remscheid. Bernd Hoffmann führt mich zu Beginn meines Besuchs in den Musikraum, der im Untergeschoss seines Hauses liegt und für Menschen mit einer Größe von über einhundertachtzig Zentimetern nur mit großer Vorsicht zu begehen ist. Ein Schlagzeug steht da, und verschiedene Gitarren, elektrische und akustische, warten darauf, vom Hausherren oder seiner Frau gespielt zu werden. Denn Bernd Hoffmann ist Gitarrist und Sänger der Remscheider Coverband Timeless, die er mit seiner Frau Pina 1995 gegründet hat.

Im hinteren Teil des Kellerraums stehen in einem Regal vielleicht 300 LPs. Und Bernd Hoffmann weiß noch genau, welche seine erste Platte war. „Cat Stevens“, sagt er, „mit seiner 1971 erschienen LP ‚Teaser And The Firecat‘.“ Hoffmann selbst hat die LP im Sommer 1972 bei Radio Gerling in Remscheid erstanden. „Die hatten die LP gar nicht da“, erinnert sich der Gitarrist. „Die musste bestellt werden, was ein paar Tage dauerte. Aber dann bekam ich sie endlich, wie alle anderen LPs damals zum Preis von 22 Mark. Da gab es noch eine Preisbindung.“ Besonders die auf der zweiten Seite der LP befindlichen Songs „Moonshadow“ und „Peace Train“ hatten es Hoffmann angetan. Aber die Begeisterung für die Musik von Cat Stevens war nicht von Dauer. „Seine ganz frühen Sachen haben mich genau so wenig interessiert wie seine später aufgenommenen“, berichtet er. „Es war eine wichtige Phase für mich, aber andere Musiker waren mir näher.“

Womit Bernd Hoffmann Eric Clapton meint, dessen Art und Weise Gitarre zu spielen bei ihm hohe Achtung genießt. „Weshalb meine zweite LP auch von der Bluesrock-Gruppe Cream war, in der sich Clapton mit Jack Bruce und Ginger Baker der Rockmusik hingab.“

Auch Claptons Seitenprojekt „Derek and the Dominos“ findet sich in Hoffmanns Sammlung mit der LP „Layla“ wieder, die in guter Erhaltung auf Schallplattenbörsen nicht unter 50 Euro angeboten wird. Dabei kann Hoffmann gar nicht so genau sagen, was ihn an Eric Clapton so fasziniert. „Das ist genau so schwer zu sagen wie das, was einem nicht gefällt“, weiß er. „Es ist einfach die Art, wie er Gitarre spielt. Er war damals ein großer Inspirator, vielleicht ein noch größerer als Jimi Hendrix. Und er hatte einen eigenen Sound.“ Und schon sind wir mitten in der Fachsimpelei, angekommen in der Diskussion über Jeff Beck, Joe Bonamassa und – jawohl – Werner Lämmerhirt, dem 2016 verstorbenen wohl besten deutschen Fingerstyle-Gitarristen, von dem Hoffmann natürlich auch eine LP vorzeigen kann. „Den Werner habe ich selbst kennen gelernt“, berichtet er, „damals, als wir das Folk-Fest in Remscheid organisiert und zum 10-jährigen Jubiläum Lämmerhirt eingeladen haben. Ein toller Musiker und Mensch.“

Seine ganz frühen Sachen haben mich genau so wenig interessiert wie seine später aufgenommenen

Bernd Hoffmann über Cat Stevens

Bernd Hoffmann, der in der Anfangszeit seiner musikalischen Tätigkeit in einer Skiffle-Band Banjo spielte, hat sich musikalisch immer weiter treiben lassen. „Deshalb habe ich von keinem Musiker alle Platten“, erzählt er. „Eine Zeit lang hat mich Bluegrass und Country beeinflusst (der komplette untere Teil des LP-Regals ist dieser Stilrichtung vorbehalten), dann Cat Stevens, aber als stetigen Begleiter kann ich Rock und Blues nennen, die sind geblieben.“ Seine Band Timeless spielt genau diese Arten der Musik. Alles zwischen ‚Radar Love‘ und ‚Born To Be Wild‘. Allerdings hat Timeless wie fast alle Bands seit einem Jahr nicht mehr gemeinsam gespielt. „Wir haben vor Jahren eine CD aufgenommen. Und vielleicht sollten wir das – wenn es denn wieder möglich ist – noch einmal wiederholen.“

Dass Bernd Hoffmann musikalisch nicht stillsteht, ersieht man auch an seinem Geheimtipp. „Ich finde die Musik des amerikanischen Gitarristen Bill Frisell sehr spannend“, sagt er. „Das ist manchmal sehr jazzig, aber Frisell hat auch eine Verbindung zur Countrymusik. Diese Mischung ist sehr faszinierend.“

Zur Person

Bernd Hoffmann, vor 64 Jahren in Remscheid geboren, ist Wahlkoordinator der Stadt. Außerdem leitet er die Statistikstelle. 1995 gründete er mit seiner Frau Pina die Coverband Timeless. Er liebt Blues und Rock und besitzt mehr als 300 LPs, denen man zum Teil auch ansieht, wie oft und gerne Hoffmann der Musik gelauscht hat.

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