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Auch Stadtwerke hoffen auf die Ukrainer

Es fehlt an Obst und Gemüse. In der Wülfingstraße 1 können Spenden rund um die Uhr abgegeben werden.
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Es fehlt an Obst und Gemüse. In der Wülfingstraße 1 können Spenden rund um die Uhr abgegeben werden.
  • Axel Richter
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Kriegsflüchtlinge suchen Lebensmittel bei der Tafel. Ab Mittwoch dürfen sie arbeiten.

Von Axel Richter

Remscheid. Vor dem Krieg lebten keine 60 Ukrainer in Remscheid. Mittlerweile sind es 820, überwiegend Frauen und Kinder. Ab Mittwoch nächster Woche stehen die Erwachsenen dem Arbeitsmarkt zur Verfügung. Sie sind den Unternehmen in Remscheid hoch willkommen, denn viele finden kein Personal. Das gilt für die Restaurants, das gilt für Mannesmann Stainless Tubes und das gilt für die Stadtwerke Remscheid, die hoffen, unter den Kriegsflüchtlingen neue Busfahrer zu finden.

Noch sind die Menschen auf die Zuwendungen des deutschen Staates angewiesen. Und darauf, möglichst billig einzukaufen. Bei der Remscheider Tafel sind die Besucherzahlen mit den ersten Flüchtlingen deshalb deutlich angewachsen. Statt 550 sind es heute 700 Menschen, die sich an den Ausgabestellen mit gespendeten Lebensmitteln eindecken. Die meisten der Neuen kommen aus der Ukraine.

Die Stadt hat Probleme, die Geflüchteten unterzubringen

Die Grenzen sind nicht überschritten. Aber wir arbeiten am Limit.

Frank vom Scheidt, Tafel

„Wir haben unsere Kapazitätsgrenzen noch nicht überschritten“, sagt Frank vom Scheidt, Vorsitzender des Vereins, der sich um die Versorgung Bedürftiger kümmert. „Aber wir arbeiten am Limit.“ Die Zuwendung, die die Tafel jetzt erreichte, kommt ihm deshalb gerade recht.

Die Bethe-Stiftung in Bergisch Gladbach überweist der Tafel in Remscheid 20.000 Euro und verdoppelt damit die Spendengelder, die in den vergangenen Wochen aus der Remscheider Bürgerschaft auf dem Konto der Tafel eingegangen sind.

Die Ehrenamtler der Tafel werden das Geld unter anderem in ein Fahrzeug investieren, dessen Motor kaputt ist. Die Tafel ist darauf angewiesen. Mit dem Auto holt sie die Lebensmittel bei den Supermärkten ab. Dabei reicht das, was anderenfalls in der Vernichtung landen würde, schon lange nicht mehr aus, um den Bedarf zu decken. Die Tafel fährt zum Großmarkt, um B-Ware zuzukaufen. Vor allem Obst und Gemüse sind knapp.

Die Bethe-Stiftung gibt es seit 1996. Das Unternehmerpaar Erich und Roswitha Bethe widmet sich damit insbesondere dem Wohlergehen von Kindern. Mit einem Stiftungsvermögen von 10 Millionen Euro ist die Bethe-Stiftung heute eine der größten Sozialstiftungen in Deutschland. Die Tafel in Remscheid bedachte sie bereits einige Male mit Spenden.

Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz (SPD) zeigt sich dankbar für die Hilfe aus Bergisch Gladbach. „Unsere Tafel muss handlungsfähig bleiben“, sagt er mit Blick auf „alle, die an jedem Tag den Cent zweimal umdrehen müssen“. Er ist froh, dass die Ukrainerinnen und Ukrainer bald arbeiten dürfen. „Die Menschen wollen ja“, sagt er. „Und unsere Wirtschaft kann ihre Arbeitskraft dringend gebrauchen.“

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