Vier Varianten der Politik vorgestellt

Attraktive Nachnutzung für Kolleg gesucht

Das Berufskolleg Wirtschaft und Verwaltung erhält einen modernen Neubau direkt neben dem Hauptbahnhof. Der Spatenstich dafür ist erfolgt. Wird die Baumaßnahme wie geplant im Juni 2022 abgeschlossen, kann die Stuttgarter Straße 13 anderweitig genutzt werden. Foto: Roland Keusch
+
Das Berufskolleg Wirtschaft und Verwaltung erhält einen modernen Neubau direkt neben dem Hauptbahnhof. Der Spatenstich dafür ist erfolgt. Wird die Baumaßnahme wie geplant im Juni 2022 abgeschlossen, kann die Stuttgarter Straße 13 anderweitig genutzt werden.

Stadt entwickelt erste Ideen für Filetstück in der Stuttgarter Straße 13.

Von Andreas Weber

Remscheid. 5307 Quadratmeter hat das städtische Grundstück Stuttgarter Straße 13 zu bieten. Wenn das Berufskolleg Wirtschaft und Verwaltung pünktlich im Sommer 2022 aus- und seinen Neubau neben dem Hauptbahnhof an der Schmalkalder Straße bezieht, steht ein Filetstück in der Innenstadt zur Vermarktung. In der Stadtverwaltung gibt es deshalb Planspiele für eine sinnvolle Nachnutzung. Baudezernent Peter Heinze ist dankbar, dieses Thema in Ruhe diskutieren zu können. Der anderthalbjährige Findungszeitraum soll genutzt werden, um alle Optionen abzuklopfen.

Im Flächennutzungsplan ist das Areal als Schulstandort ausgewiesen. 1951 sind in der Stuttgarter Straße 13 die kaufmännischen Schulen eingezogen, die 1998 in Berufskolleg Wirtschaft und Verwaltung umbenannt wurden. Naheliegend wäre deshalb an der Stelle die von der Verwaltung angeregte Nutzungsvariante A: die Entwicklung einer Schule. Der Bedarf ist in Remscheid groß. So könnte eine Überlegung sein, die KGS Menninghausen mit ihren Standorten Menninghauser- und Palmstraße dort unterzubringen.

KGS Menninghausen hat einen erheblichen Raumbedarf

Der Hauptstandort ist feucht und bedarf der Sanierung. Das städtische Gebäudemanagement hat dafür grob einen Bedarf von 1,2 Millionen Euro errechnet. Außerdem meldet die KGS einen erheblichen Raumbedarf an. Der wäre im Berufskolleg, dessen Gebäude 1959 erweitert wurde und 1975 um einen Pavillon ergänzt wurde, durchaus gegeben. Die OGS der Katholischen Verbundschule könnte ausgebaut werden, eine vernünftige Mensa entstehen und der Schulhof vergrößert werden.

Im Rathaus hat sich eine interdisziplinäre Verwaltungsarbeitsgruppe gebildet, die die Nachnutzung vorstrukturiert. Zweimal hat sie bislang getagt. Ihren Zwischenbericht legte sie der Bezirksvertretung Alt-Remscheid zur Information vor. Vier Überlegungen existieren. Neben der Weiternutzung als Schule – für die Stadt die günstigste Lösung – käme hochwertiges Wohnen in Frage.

Denkbar wären Stadtwohnungen/-häuser, eine Blockentkernung und Grünflächen, sowie eine Umnutzung des Hauptgebäudes des bisherigen Berufskollegs als Wohnstandort. Die Stadtverwaltung wägt bei der Nutzungsvariante B ab: „Eine derartige Entwicklung wäre absehbar kostenintensiv, aber auch mit der klaren Absicht einer langfristig kosteneffektiven Umsetzung, wie durch Einmietungen oder Veräußerungen verbunden.“

Reizvoll wäre auch ein sozialer Standort (Variante C). Das Hauptgebäude könnte zu einem „Haus für Jung und Alt“ mit Seniorenheim und Kita werden sowie ein Flüchtlings- bzw. Mädchenheim oder ein Verwaltungsgebäude im Anbau einbeziehen. Sporthalle und Pavillon könnten für eine „pädagogische Grünfläche“ abgerissen werden.

„Grüne Lunge Westpark“ wäre die kostspieligste Lösung

Variante D wäre die kostspieligste. Die „Grüne Lunge Westpark“ setzt auf Natur und Freizeit statt Beton. Nach dem Abriss des Kollegbaus könnten eine Freizeitwiese, Baumhain, Felsengarten und eine Wasserfläche entstehen. Dies sieht die Sammlung erster Ideen vor. Teuer würde es, weil für die angedachten Zuwegungen Grundstücke angekauft werden müssten. Den hohen Kosten stellt die Stadtverwaltung entgegen, dass eine „ansprechend gestaltete urbane Grünfläche mikroklimatisch sehr vorteilhaft“ sein könnte. Die Stadt hofft ebenso, dass „mitten im dicht besiedelsten Stadtbereich Remscheids derzeit stark nachgefragte neue Gärten realisiert werden“.

Ziel der Verwaltung ist es, mit den Kommunalpolitikern ins Gespräch zu kommen. Erst danach will sich das Rathaus positionieren, welche Nachnutzung es favorisiert, kündigt Peter Heinze an. Entschieden werden soll mit Hilfe einer Matrix, bei der Zahlen und Fakten der vier Varianten gegenüberstellt werden.

Kein B-Plan nötig

Das Berufskolleg in der Stuttgarter Straße 13 ist brandschutztechnisch auf einem aktuellen Stand.

Er befindet sich nicht in einem Gebiet nach besonderem Städtebaurecht und wird planungsrechtlich gemäß § 34 Baugesetzbuch beurteilt. „Nach derzeitigem Ermessen kann eine Realisierung der Nutzungsvarianten, vorbehaltlich einer weiteren Ausführungsplanung und neuer Erkenntnisse auch ohne die Aufstellung eines Bebauungsplans beabsichtigt werden“, erklärt die Stadt.

Berufskolleg verliert seinen Chef: Urgestein Lothar Groß nimmt mit 66 Jahren Abschied

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Unbekannte sprengen Geldautomat in Lennep
Unbekannte sprengen Geldautomat in Lennep
Unbekannte sprengen Geldautomat in Lennep
Unfall sorgt für kurzzeitige Sperrung der B 229
Unfall sorgt für kurzzeitige Sperrung der B 229
Unfall sorgt für kurzzeitige Sperrung der B 229
St. Martin kehrt nach Remscheid zurück
St. Martin kehrt nach Remscheid zurück
St. Martin kehrt nach Remscheid zurück
„Miss Germany“: Marigona auf Mission für Frauen
„Miss Germany“: Marigona auf Mission für Frauen
„Miss Germany“: Marigona auf Mission für Frauen

Kommentare