Prozes

Arzt: Angeklagter ist hochgefährlich

Landgericht Wuppertal
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Das Landgericht in Wuppertal.

Ein 54-Jähriger muss sich am Landgericht wegen sexueller Nötigung und Körperverletzung verantworten.

Remscheid. In einem Prozess um Gewalt gegen eine Prostituierte vom Juli 2020 in einer leerstehenden Villa sind vom 54 Jahre alten Angeklagten aus medizinischer Sicht weiter schwere Straftaten zu erwarten. Das berichtete der Gutachter am Donnerstag im Landgericht Wuppertal. Der Angeklagte ist vorbestraft wegen Vergewaltigung, hat Haft verbüßt und sich über mehrere Jahre in Sicherungsverwahrung befunden. Der Arzt sagte über ihn: „Wenn er in das falsche Umfeld kommt, ist er brandgefährlich.“

Laut Staatsanwaltschaft war der Angeklagte während des Geschehens in der früheren Unternehmer-Villa von Mannesmann in Bliedinghausen erst ein Jahr auf freiem Fuß. Er habe die 59 Jahre alte Geschädigte für sogenannte Escort-Dienste gebucht gehabt. Der Frau zufolge griff der Angeklagte sie bei dem abendlichen Treffen im Haus unvermittelt an, schlug sie, zerrte sie durch die Räume und fesselte sie. Er habe sie mit Vergewaltigung bedroht. Die Frau erlitt Prellungen und Abschürfungen und leidet laut eigener Angabe seitdem unter Angst.

Dem Angeklagten wiederum zu Folge hatten beide um Geld gestritten, weil er sich umentschieden hatte und keinen Sex mehr wollte. Nach einem Handgemenge habe er sich vor Strafe gefürchtet und weitere Gewalt angewendet. Der Mann wurde anhand von Daten ermittelt, die beim Buchen des Treffens angefallen waren. Die Polizei führte ihn in einer Datei mit rückfallgefährdeten Sexualstraftätern.

Laut dem Gerichtsarzt ist der Mann durch seine kriminelle Vorgeschichte in Gefahr, neue Taten zu begehen. Viele Einschränkungen in seiner Persönlichkeit würden das Risiko verschärfen – bei fehlenden sozialen Bindungen, ohne Arbeit und Partnerschaft und mit wenig geordnetem Freizeitverhalten: „Im Wesentlichen verbringt er bei jeder Möglichkeit seine Zeit auf Partnerbörsen im Internet auf der Suche nach Sexualpartnern.“ Dazu komme bei dem 54-Jährigen eine feindliche Einstellung gegenüber Frauen und eine leicht kränkbare Persönlichkeit.

Das Gericht hat klargestellt, dass auch die Version des Angeklagten strafbares Verhalten beschreibt. Eine mögliche Gemeingefährlichkeit müsse geprüft werden. dilo

Der der Prozess wird am 14. April fortgesetzt.

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