Interview

Drogerie und Markt beim Aldi im Südbezirk: „Weg wird steinig“

Hier, auf dem Aldi-Gelände an der Burger Straße, wünschen sich die Bürger einen Drogerie- und Frischemarkt.
+
Hier, auf dem Aldi-Gelände an der Burger Straße, wünschen sich die Bürger einen Drogerie- und Frischemarkt.

Baudezernent Peter Heinze über Ablauf und Hürden für einen Drogerie- und Frischemarkt im Süden.

Das Gespräch führte Melissa Wienzek

Herr Heinze, die Menschen im Südbezirk fordern einen Drogerie- und einen Frischemarkt. Die Verwaltung hatte eine Unterversorgung erkannt und sich aufgemacht, Grundstücke zu suchen. Haben Sie eines gefunden?
Peter Heinze: Ja, das ist richtig, wir haben uns aufgemacht, um dem Wunsch der Bürgerinnen und Bürger sowie der Politik zu entsprechen und Flächen für einen Vollversorger und einen Drogeriemarkt zu suchen. Und sind auch fündig geworden. Es sind ganz viele Potenzialflächen analysiert worden. Dabei schaut die Verwaltung übrigens nicht, welche Flächen bereits in Nutzung sind, sondern wertet deren Potenzial aus. Wir sprechen aktuell mit einem Eigentümer über eine mögliche Neuausrichtung seiner Fläche.
Wo sich diese befindet, können Sie vermutlich nicht sagen. . .
Heinze: Nein, aber so viel: Die Fläche hat eine anschauliche Größe und wäre geeignet für solch eine Ansiedlung.
Könnte denn nicht beides auf dem Aldi-Gelände an der Burger Straße realisiert werden?
Heinze: Das Gelände an der Burger Straße ist aus planerischer Sicht ein denkbar ungünstiger Standort für ein Einkaufszentrum.
Warum?
Heinze: Das geltende Planungsrecht sieht solche Standorte nur in absoluten Ausnahmefällen vor. Der Grund ist, dass der Einzelhandel zunächst in den zentralen Versorgungsbereichen größenunabhängig angesiedelt wird. Das ist im Südbezirk der Bereich rund um den Zentralpunkt. Wir müssten gegenüber der Bezirksregierung belegen, dass der Südbezirk eine Atypik aufweist. Das bedeutet, dass wir nachweisen, dass es keine anderen Flächen im gesamten Südbezirk gibt, die dafür geeignet wären, einen Verbraucher- und Drogeriemarkt anzusiedeln.
Punkt 2: Der Rat hat ein Einzelhandelskonzept beschlossen, das bindend ist. Dieses sieht vor, dass an der Burger Straße kein Einkaufszentrum entstehen darf. Der dritte Punkt: Wir haben kein gültiges Baurecht für solch einen Verbrauchermarkt. Der aktuelle Bebauungsplan schließt es aus, dass dort ein solches Einkaufszentrum entsteht. Im Übrigen kann die Stadt Remscheid das auch nicht allein entscheiden – die Nachbarstädte und die Bezirksregierung müssen dazu befragt werden.
Was bedeutet das nun? Gehen Sie diesen Weg?
Heinze: Ja. Der Wunsch der Bürgerinnen und Bürger und der Politik ist der Verwaltung bewusst. Wir würden jetzt darauf abzielen, alles zu prüfen, ob diesem Weg entsprochen werden kann. Aber ich betone: Dieser Weg ist langwierig, steinig und mit Risiken behaftet.
Wie lange wird es dauern?
Heinze: Lange. Wir müssen als erstes das Einzelhandelskonzept ändern, das dauert vermutlich 1,5 Jahre. Zweiter Schritt ist das Bebauungsplanverfahren. Dieses dauert in der Regel zwei Jahre. Dann müssen wir in die regionale Abstimmung. Die Gutachten sind auch nicht ohne. Und wir müssen das Ganze klagesicher machen. Das heißt, es kann immer sein, dass andere Märkte der Auffassung sind, dass es für sie schädigend wäre – und klagen. Das ist herausfordernd. Daher muss alles solide begründet werden. Das heißt, wir haben das Risiko für den Südbezirk, dass Leerstände an anderer Stelle entstehen, was nicht gerade zu einer Verschönerung beiträgt. Das ist nicht zu unterschätzen.
Nach unserer Einschätzung ist es realistisch, dass wir 2026 eine Aussage machen könnten. Ich gebe auch zu bedenken: Wir haben keine Planungskapazitäten. Für das Einzelhandelsgutachten ja, aber für das Bebauungsplanverfahren nicht. Da müsste man sehen, welche Reihenfolge man festlegt. Der Investor müsste zudem mitziehen und einiges selbst machen. Freunde mache ich mir damit nicht, das weiß ich, aber ich möchte keine Fehlversprechungen machen. Es ist eine Planung wie ein kleines DOC.

BV Süd

Peter Heinze.

Die Bezirksvertretung Süd tagt am Mittwoch, 30. November, um 17.30 Uhr im Großen Sitzungssaal im Rathaus. Gäste sind willkommen. Es geht um die Nahversorgung, den „Blauen Mond“ und die Verkehrssituation an der GGS Walther-Hartmann.

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

DSDS: Lüttringhauser Riccardo Colo zündet den Turbo
DSDS: Lüttringhauser Riccardo Colo zündet den Turbo
DSDS: Lüttringhauser Riccardo Colo zündet den Turbo
Einbruch in Sparkassenfiliale: Schließfächer mit Sparbüchern aufgehebelt
Einbruch in Sparkassenfiliale: Schließfächer mit Sparbüchern aufgehebelt
Einbruch in Sparkassenfiliale: Schließfächer mit Sparbüchern aufgehebelt
Schwerer Unfall auf der A1 sorgt für Stau
Schwerer Unfall auf der A1 sorgt für Stau
Schwerer Unfall auf der A1 sorgt für Stau
Vorderrad abgerissen: Zwei Schwerverletzte bei Unfall
Vorderrad abgerissen: Zwei Schwerverletzte bei Unfall
Vorderrad abgerissen: Zwei Schwerverletzte bei Unfall

Kommentare