Prozess

Angriff mit einem Auto: Landgericht spricht Angeklagten frei

Das Landgericht sprach den Angeklagten frei.
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Das Landgericht sprach den Angeklagten frei.

Berufungsprozess um einen Angriff mit einem Auto

Von Dirk Lotze

Remscheid. Im Prozess um einen Angriff mit einem Auto am Markt in der Innenstadt auf einen 27 Jahre alten Remscheider hat das Landgericht Wuppertal das frühere Urteil des Amtsgerichts bestätigt: Die Tat mit einem „dunklen Auto“ hat stattgefunden; sie ist dem gleichaltrigen Angeklagten und Bekannten aber nicht zu beweisen. Der Verletzte hat damit erfolglos Berufung gegen den Freispruch eingelegt.

Das Urteil der Richterinnen und Richter erläuterte der Vorsitzende: „Wichtig ist nicht, ob das, was der Geschädigte sagt, möglich oder wahrscheinlich ist. Es kommt nur darauf an, ob dem Angeklagten ohne vernünftigen Zweifel die Schuld zuzuweisen ist.“ Und in diesem Fall seien die Zweifel sehr groß.

Den ursprünglichen Vorwürfen zufolge bestand bei dem Geschehen vom 3. Mai 2019 zwischen den Männer Streit. Am Tatabend hätten sie einander zunächst am Rand der Innenstadt gesehen, der später Verletzte soll sich bedroht gefühlt haben. Zehn Minuten später soll der Tatwagen vor einer Gaststätte am Markt den Geschädigten mit großer Geschwindigkeit von hinten angefahren haben – auf dem Bürgersteig fahrend, vor den Augen der Gäste der umliegenden Gaststätte.

Der Angefahrene wurde drei Tage im Krankenhaus behandelt

Zeugen zufolge wurde der Verletzte auf die Motorhaube aufgeladen, mehrere Meter mitgenommen und wieder abgeworfen. Dann flüchtete der Wagen in die Nacht. Der Angefahrene wurde vom Rettungsdienst versorgt und über drei Tage im Krankenhaus behandelt.

Das Geschehen führte zu einem Großeinsatz der Polizei, die zunächst einen wahllosen Autoangriff auf eine Menschenmenge nicht ausschließen konnte. Später beschuldigte der Verletzte den Angeklagten. Den nahm die Polizei vorübergehend sogar fest.

„Wenn es im Irak passiert wäre, würde ich mich rächen wollen.“

Geschädigter vor Gericht

Das Opfer erklärte: Er wolle den Angeklagten „auf jeden Fall“ verurteilt sehen. Er fügte hinzu: „Ich bin im Irak geboren, und wenn es da passiert wäre, würde ich mich rächen wollen.“ Die Kraft, mit der er sich zur Zurückhaltung zwinge, mache ihn krank.

Die Staatsanwältin hingegen fasste zusammen: Die einzig belastende Aussage stammt vom Geschädigten, und der habe detailarm und widersprüchlich ausgesagt. Laut einer Datenauswertung habe sich das Handy des Angeklagten nicht einmal in der Nähe des Markts befunden.

Das Urteil ist ein weiteres Mal angreifbar.

Gericht verurteilt 81-Jährigen wegen Missbrauchs der Stiefenkelin.

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