Prozess

Angeklagter soll zu einer Racheaktion angestiftet haben

Das Landgericht verhandelt gegen einen 28-Jährigen.
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Das Landgericht verhandelt gegen einen 28-Jährigen.

Landgericht verhandelt gegen 28-Jährigen, der im Gefängnis zu Raub und Vergewaltigung aufgerufen haben soll.

Von Dirk Lotze

Remscheid. Ein inhaftierter Räuber und Einbrecher (28) steht unter Anklage für eine mutmaßlich versuchte Anstiftung zu einer brutalen Racheaktion in Remscheid. Er verhandelt in der Berufung vor dem Landgericht Wuppertal. Zum Prozessbeginn Freitag sagte ein früherer Mitgefangener aus, der Mann habe im Juni 2019 drei Männern nachts über die Mauer des Gefängnisses in Lüttringhausen als Auftrag zugerufen: Sie sollten seinen früheren Komplizen (22) überfallen, verletzen und ausrauben, der gegen ihn ausgesagt hatte und bereits wieder entlassen war. Dessen jüngere Schwester sollten sie vergewaltigen. Diese Frau kannte der Angeklagte aus seiner Zeit in Freiheit.

Laut nicht rechtskräftigem Urteil des Amtsgerichts Remscheid soll der Mann für den Anstiftungsversuch zusätzliche zwei Jahre und drei Monate im Gefängnis bleiben. Zu den neuen Verbrechen war es nicht gekommen: Nach den Rufen meldete das Geschehen ein älterer Zellennachbar, der lebenslange Haft verbüßt. Er soll dafür Drohungen und Schläge vom Angeklagten erlitten haben. Der ist bereits zu acht Jahren und sechs Monaten verurteilt: Er hatte sich für Hauseinbrüche 2016 mit einer Pistole bewaffnet. Er hatte Remscheider Seniorinnen mit vorgehaltener Waffe beraubt, wenn er ihnen beim Stehlen begegnete. Über diese Taten hatte der Komplize im Landgericht ausgesagt.

Laut Angeklagtem hatten sich bei dem Rufen über die Mauer viele Gefangene beteiligt. Er habe nur gewollt, dass jemand bei früheren Mittäter „mal klingeln“ sollte. Dem widersprach der frühere Zellennachbar: „Das war so präzise, das war nicht lustig.“ Die Adresse habe der Angeklagte immer wieder gerufen, anscheinend damit sie verstanden wurde. Der Zeuge hatte sich Einzelheiten notiert, laut seiner Aussage auf der Rückseite von Kalenderblättern. Am folgenden Tag habe der Angeklagte von ihm verlangt: „Halt’ die Schnauze“, und gedroht: „Ich schlitz Dich auf, ich stech’ Dich ab.“ Außerdem habe er ihn geohrfeigt.

Die heute 22 Jahre alte Schwester des Komplizen sagte aus, sie habe die Drohungen wenig ernst genommen. Das Verhältnis zum Angeklagten sei freundschaftlich gewesen. Das habe mit seiner Inhaftierung geendet. Zuletzt zu ihrem Geburtstag habe er ihr wieder geschrieben: „Seine Briefe habe ich alle zu Hause, geantwortet habe ich nie.“

Das Gericht will am 23. September weiter verhandeln.

Vater aus Solingen soll seine Kinder grausam gequält haben: Die Anklage gegen einen 40-Jährigen listet grausame Taten gegen seinen damals siebenjährigen Sohn auf. Zum Prozessbeginn äußerte sich der Angeklagte zu den Vorwürfen. Das Landgericht Wuppertal prüft nun Vorwürfe und Aussagen.

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