Gericht

Mann kommt in gesicherte Klinik

 Ein 38 Jahre alter Mann aus Remscheid soll einer schlafenden Mitpatientin ins Gesicht getreten haben, während sich beide in der psychiatrischen Klinik Tannenhof befanden.
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 Ein 38 Jahre alter Mann aus Remscheid soll einer schlafenden Mitpatientin ins Gesicht getreten haben, während sich beide in der psychiatrischen Klinik Tannenhof befanden.

Mitpatientin ins Gesicht getreten.

+++ Update, 31. Mai +++

Remscheid. Das Landgericht Wuppertal hat gestern einen 38 Jahre alten, psychisch erkrankten Mann aus Remscheid auf Dauer in eine besonders gesicherte Klinik eingewiesen. Das hatte die Staatsanwaltschaft zum Schutz der Allgemeinheit beantragt.

Zeugenaussagen zufolge hatte er eine Mitpatientin in der Klinik Tannenhof angegriffen und nach einem Handydiebstahl körperliche Gegenwehr geleistet, die ihn festhalten wollten. Er gilt als schuldunfähig aus medizinischer Sicht.

Bei dem Vorfall im Tannenhof vom 2. Januar 2022 soll der Mann auf das Bett einer schlafenden Mitpatientin geklettert sein. Im Stehen habe er ihr gegen den Kopf getreten. Klinik-Bedienstete hörten ihre Schreie und eilten zur Hilfe. Die Frau soll weiter unter Angst leiden.

Ein halbes Jahr zuvor soll der Mann an einer Bushaltestelle ein Handy von einer Seniorin gestohlen haben, die mit ihm wartete.

Unser Artikel vom 30. Mai

Von Dirk Lotze

Remscheid. Ein 38 Jahre alter Mann aus Remscheid soll einer schlafenden Mitpatientin ins Gesicht getreten haben, während sich beide in der psychiatrischen Klinik Tannenhof befanden. Die Staatsanwaltschaft will ihn als gemeingefährlich in einem besonders gesicherten Krankenhaus unterbringen lassen. Außer der Attacke in der Klinik geht es um den Diebstahl eines Handys mit Gegenwehr nach der Entdeckung. Die Fälle sollen laut Krankenakte des Mannes einen Ausschnitt von Übergriffen im Wahn darstellen. Das Landgericht Wuppertal muss in einem Prozess über die Zukunft des Mannes entscheiden. Der sagte zu Prozessbeginn dem Vorsitzenden: „Ich habe üble Drohungen erhalten. Ich habe Angst, dass ich hier erschossen werde.“

Hauptvorwurf ist ein Vorfall von Januar: Der Mann einer schlafenden Mitpatientin auf das Bett gestiegen sein, dann habe er stehend der schlafenden Frau mit Turnschuhen ins Gesicht getreten. Klinik-Mitarbeitende wurden durch Schreie aufmerksam und eilten zu Hilfe. Die Frau wurde von einem Arzt versorgt. Nach derzeitigem Stand hatte sie durch Glück anscheinend nur leichte Verletzungen erlitten.

Eine Polizistin berichtete, die Patientin habe ausgesagt: Sie habe Angst vor Wiederholung gehabt und die Klinik am selben Tag verlassen, gegen den Rat ihrer Ärzte. Sie fürchte sich weiter vorm Einschlafen. Sie habe hinzugefügt: Womöglich habe sie den Angriff nur überlebt, weil ihr Teddy unter ihrem Nacken gelegen habe.

Bei dem Diebstahl eines Handys an einer Haltestelle in Lüttringhausen vom Juli 2021 wurde eine Rentnerin (69) geschädigt. Die Frau berichtete, der Mann habe sich trotz Corona zu ihr gesetzt, das sei ihr verdächtig erschienen. Schließlich habe er „Handy! Handy!“ gerufen, das Gerät aus ihrer Tasche hochgehalten und versucht, zu fliehen. Sie habe ihn am T-Shirt gepackt, er habe gezerrt und weg gewollt. Zur selben Zeit kam der Bus, mehrere Personen hielten den 38-Jährigen auf. Kurz darauf traf die Polizei ein.

Laut einem Pfleger hatte der Beschuldigte eine halbe Stunde vor dem Angriff in der Klinik Medikamente erhalten. Diese hätten aber nicht wie erhofft gewirkt. Mehrere Mitarbeitende würden sich vor dem Mann fürchten, weil er schwer einzuschätzen sei.

Am Dienstag setzt das Landgericht den Prozess fort.

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