Prozess

Angeklagter soll 26 Mal zugestochen haben

Der Angeklagte steht wegen versuchten Mordes vor dem Landgericht Wuppertal.
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Der Angeklagte steht wegen versuchten Mordes vor dem Landgericht Wuppertal.

41-Jähriger steht wegen versuchten Mordes vor Gericht. Er soll zur Tatzeit schuldunfähig gewesen sein.

Von Dirk Lotze

Remscheid. Nach einem lebensgefährlichen Messerangriff vom September 2021 in Bergisch Born ist der 38 Jahre alte Überfallene weiter arbeitsunfähig und bleibt womöglich auf Dauer in Behandlung wegen seiner inneren Verletzungen. Der Mann nimmt Medikamente und seine linke Hand zittert durch geschädigte Nerven. Der Mann bezeugte in der Verhandlung vor dem Landgericht Wuppertal: „Ich habe erst nach einigen Sekunden gemerkt, dass ich gestochen wurde.“ Er hatte den Angriff knapp überlebt und war mit einem Rettungshubschrauber in eine Klinik geflogen worden.

Wegen der Attacke steht ein 41 Jahre alter Mann vor den Richterinnen und Richtern. Die Staatsanwaltschaft beschuldigt ihn des versuchten Mordes. Er soll zur Tatzeit schuldunfähig gewesen sein. Das Gericht soll ihn in eine gesicherte, psychiatrische Klinik einweisen. Das Verfahren dient dem Schutz der Allgemeinheit.

Das war geschehen

Ausgangsort des Geschehens war eine Wohnung für reisende Arbeiter und Gastronomie-Beschäftigte aus Polen, Tschechien und der Slowakei. Alle Beteiligten sollen kurz zuvor nach Remscheid gekommen sein. Der spätere Beschuldigte habe früher Küchen montiert. Zeugen zufolge galt er bei diesem Aufenthalt als schwierig.

Der 38-Jährige sagte aus, er sei am Tattag nach Arbeit und Supermarkteinkauf in die Wohnung gekommen, er habe gebeugt vor einem Schrank gestanden, um Lebensmittel dort einzuräumen. Da sei der 41-Jährige von hinten gekommen: „Er hat irgendwas gesagt, was ich nicht verstanden habe.“ Im nächsten Augenblick habe der Angriff begonnen. Er habe sich umgedreht und gesehen, dass der andere ein Messer führte: „Ich hab’ noch gerufen: Was machst Du?“

Er habe sich gewehrt und sei aus der Wohnung auf die Straße geflohen. Dort hätten ihn die Kräfte verlassen. 26 Mal soll der 41-Jährige zugestochen haben, in Brust und Arme. Zeugen griffen ein, jemand rief Polizei und Rettungsdienst.

Das sagt ein Zeuge der Tat

Ein Bauleiter, ebenfalls aus der Monteurwohnung, sagte aus, er sei dabei gewesen, als Beamte den 41-Jährigen mit vorgehaltener Pistole festnahmen. Der sei „nicht normal“ gewesen. Er habe sich zuvor von einer Lebenspartnerin getrennt und eine womöglich schwierige Beziehung zu einer anderen Frau begonnen; er habe „Blödsinn erzählt“, dass ihn die Mafia bedrohe, und er habe sich täglich betrunken. Die Gruppe habe ihm noch eine Chance geben wollen, damit er arbeiten konnte.

Im Gericht steht der Beschuldigte sichtlich unter dem Einfluss einer Erkrankung und ist unruhig. Diese Woche ging er während der Verhandlung an der Anklagebank hin und her. Eine Ärztin gab ihm zusätzliche Medizin. Den Zeugen erläuterte der Vorsitzende Richter: „Wundern Sie sich nicht. Das wird durch eine Medikamenten-Umstellung verursacht und lässt sich derzeit nicht vermeiden.“

Das Gericht hat Verhandlungstage bis Anfang April vorgesehen.

Der Beschuldigte ist vorläufig in einer psychiatrischen Landesklinik untergebracht. Sollte das Gericht seine dauerhafte Einweisung anordnen, könnte das je nach weiteren Umständen in Polen stattfinden, wo der Mann Staatsbürger ist und Familie hat.

Lesen Sie auch: Prozess: 21-Jähriger soll seinem Opfer Messer in den Kopf gestoßen haben

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