Prozess

Angeklagter sieht im Gerichtssaal rot und rastet völlig aus

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27-Jähriger wegen versuchter Anstiftung zu Raub und Vergewaltigung, Körperverletzung und Bedrohung verurteilt.

27-Jähriger wegen versuchter Anstiftung zu Raub und Vergewaltigung, Körperverletzung und Bedrohung verurteilt.

Von Jana Peuckert

Remscheid. Versuchte Anstiftung zum Raub, versuchte Anstiftung zur Vergewaltigung, Körperverletzung, Bedrohung. Macht zusammen: zwei Jahre und drei Monate Haft. So die Entscheidung des Schöffengerichts im Amtsgericht Remscheid. Auf der Anklagebank ein 27 Jahre alter Mann aus Lüttringhausen.

Als Insasse der Justizvollzugsanstalt Remscheid hatte der Angeklagte, nach Überzeugung des Gerichts am Abend des 20. Juni vergangenen Jahres von seiner Zelle aus über die Gefängnismauern hinweg mit Leuten kommuniziert. Dabei hatte er ihnen eine Adresse in Remscheid sowie den Namen einer dort wohnenden Frau mit der Anweisung gegeben, sie zu vergewaltigen und ihren Bruder zu schlagen und auszurauben. Am Ende wurden die Taten nicht ausgeführt, weshalb es strafrechtlich bei versuchter Anstiftung blieb.

Aufgrund der Entfernung zwischen Zellenfenster und dem Platz vor den Mauern, musste der Angeklagte ziemlich laut reden. Das blieb seinem Zellennachbarn nicht verborgen. Zunächst ignorierte der wegen Mordes lebenslänglich inhaftierte 57-Jährige das Rufen. So etwas passiere immer wieder, gab er im Gericht als Zeuge an. Doch als es schließlich um die Frau ging, sei er hellhörig geworden. Schnell habe er das Gehörte notiert und den Vorfall am nächsten Tag gemeldet.

„Ich schlitz Dich auf. Ich finde Deine Familie.“
Drohungen des Angeklagten gegen einen Mithäftling

Das passte dem Angeklagten gar nicht. Beim Aufeinandertreffen außerhalb der Zellen bezeichnete er den Zeugen als Zinker, was in Gefängnissprache für Petzer steht, und verpasste ihm mindestens eine Ohrfeige. Dann drohte er dem 57-Jährigen damit, ihn umzubringen. „Ich schlitz Dich auf. Ich finde Deine Familie“, so der Wortlaut.

Die Ohrfeige, und damit die Körperverletzung gab der Lüttringhauser zu. Die Bedrohung stritt er hingegen ab, und zum Tatvorwurf der versuchten Anstiftung schwieg er ganz. Also führte das Gericht eine ausgiebige Beweisaufnahme mit der Vernehmung von sechs Zeugen durch. Darunter ehemalige Mitgefangene, die teilweise nichts mitbekommen hatten.

Einer sagte allerdings aus, eine Ohrfeige gesehen und die Bedrohung gehört zu haben. Ein Wachtmeister gab an, nach Feierabend beim Einkaufen bei Aldi, ein paar Männer an der Mauer gesehen zu haben, die mit dem Gefangenen kommuniziert hätten. Es sei unter anderem um ein Handy gegangen. Mehr habe er nicht mitbekommen, weil er nicht bei dem ganzen Gespräch in Hörweite gewesen sei.

Acht Vorstrafen wirkten sich bei der Urteilsfindung aus

Als die Vertreterin der Staatsanwaltschaft den Angeklagten in ihrem Plädoyer in allen Punkten für schuldig erklärte, rastete der 27-Jährige plötzlich aus. Trotz Hand- und Fußfesseln sprang er auf, schrie herum, betitelte die Staatsanwältin als Fotze und warf Unterlagen durch den Saal. Zwei Wachtmeister mussten den Mann gewaltsam auf seinen Stuhl drücken und lautstark klare Ansagen machen. Schließlich eilten weitere Kollegen zur Hilfe.

Bei der Urteilsverkündung blieb der Angeklagte, umringt von Wachtmeistern, halbwegs ruhig. Zulasten des 27-Jährigen wirkten sich acht Vorstrafen, unter anderem wegen schwerer räuberischer Erpressung, Diebstahls mit Waffen und gefährlicher Körperverletzung aus.

Nach den Mülltonnen-Bränden am Wochenende in Lüttringhausen hat die Polizei die Ermittlungen aufgenommen.

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