Prozess

Angeklagter rastet vor Eifersucht aus

Das Landgericht in Wuppertal.
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Das Landgericht in Wuppertal.

Landgericht verurteilt Remscheider.

Remscheid. Ein 31 Jahre alter Angeklagter überwachte eine jüngere Freundin über eine Ortungs-App auf ihrem Handy und verprügelte mit einem Bekannten einen Freund der Frau nach einem geheimen Treffen. Der derzeit arbeitslose Geschäftsmann bestätigte zur Berufungsverhandlung Donnerstag das Geschehen vom Dezember 2019 in Lennep. Das Landgericht Wuppertal verurteilte ihn zu sechs Monaten Haft; das ist ein Monat milder als in der ersten Verhandlung.

Laut Geständnis hatte das damalige Paar wechselseitig die jeweiligen Standorte über die Handys frei gegeben. Am Tatabend habe der Angeklagte bemerkt, dass sich die Frau an ihrem Arbeitsplatz in einem Fitness-Studio befinden sollte, obwohl sie frei hatte. Er schloss, dass sie ihr Handy dort deponiert hatte. Voller Eifersucht soll er mit seinem späteren Mittäter zu ihrer Wohnung gefahren sein, als sie grade mit einem Bekannten dort vorfuhr. Zur Rede gestellt, habe der erwidert: Sie seien essen gewesen.

Es folgte eine Prügelei am Auto des Geschädigten. Der Mittäter habe dem Angeklagten zugerufen: „Knall ihn ab!“ Und „Mach’ ihn fertig.“ Schließlich hätten die Angreifer von ihrem Opfer abgelassen. Der Geschlagene erlitt Nasenbluten, soll aber keinen Arzt aufgesucht haben.

Der Anwalt des 31-Jährigen erklärte, seinem Mandanten sei das Geschehen „unglaublich peinlich“. Er habe sich von der damaligen Freundin getrennt und sei nun mit einer anderen Frau wieder zusammen, der Mutter von zweien seiner drei Kinder. Den Beteiligten der Prügelei wolle er am liebsten nicht mehr begegnen. Der Anwalt fügte hinzu: „Wir haben uns gefragt, wie das ausgesehen haben soll – durch das kleine Autofenster jemanden zu boxen, der auf dem Fahrersitz saß. Aber das ist egal. Er lässt das gegen sich gelten.“

Bewährung gab das Gericht nicht und folgte damit dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Grund sind 15 Vorstrafen des Mannes seit der Jugendzeit, darunter eine Eifersuchtsprügelei 2010 nach einer Trennung und eine Schussabgabe mit einer Schreckschusspistole. Der Angeklagte stand zur Tatzeit bereits zweimal unter Bewährung. Er kann noch einmal Rechtsmittel einlegen. Der mitangeklagte Bekannte zahlt Geldstrafe und hat sein Urteil bereits angenommen. dilo

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