Gericht

Angeklagter kommt in geschlossene Klinik

Ein psychisch schwer erkrankter Mann (43) aus Remscheid muss nach Körperverletzungen als gemeingefährlich auf Dauer in eine geschlossene Klinik. Das hat das Landgericht Wuppertal in einem Strafprozess um gewalttätige Übergriffe entschieden.
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Ein psychisch schwer erkrankter Mann (43) aus Remscheid muss nach Körperverletzungen als gemeingefährlich auf Dauer in eine geschlossene Klinik. Das hat das Landgericht Wuppertal in einem Strafprozess um gewalttätige Übergriffe entschieden.

Remscheider ist schwer psychisch krank

Von Dirk Lotze

Remscheid. Ein psychisch schwer erkrankter Mann (43) aus Remscheid muss nach Körperverletzungen als gemeingefährlich auf Dauer in eine geschlossene Klinik. Das hat das Landgericht Wuppertal in einem Strafprozess um gewalttätige Übergriffe entschieden.

Der Angeklagte war bei seinen Taten unschuldig, die zwangsweise Unterbringung sei aber wegen der Auswirkungen seiner Krankheit unumgänglich, begründete der Vorsitzende Richter: „Er erkennt das Unrecht, aber es kommt bei ihm zu Impulsdurchbrüchen aus nichtigem Anlass.“ Die Gewalt könne laut einem Gerichtsarzt jederzeit auftreten und beliebige Personen treffen.

Die Erkrankung des Mannes wurde Ärzten zufolge durch einen frühkindlichen Hirnschaden ausgelöst. Seit 20 Jahren ist der 43-jährige Patient der Klinik Tannenhof. Die Staatsanwaltschaft beantragte die dauerhafte Unterbringung nach einer Kette von sieben Zwischenfällen im Jahr 2020: Der Mann soll randaliert haben, nachdem er eine Blume am Fenster eines Dienstzimmers nicht habe gießen dürfen. Einen anderen Ausbruch habe ausgelöst, dass seine Mutter ein Telefonat mit ihm beendete. Im April 2020 habe er Pflegemitarbeitende nach einem Verbot angespuckt und erklärt, er könne sie „mit Corona anstecken“. Mehrfach soll er geschlagen und getreten haben.

Das Geschehen gipfelte im November 2020

Der Angeklagte habe eine schwangere Mitpatientin zunächst bedroht, er „werde ihr das Kind aus dem Körper treten“, wenn sie ihm weiter auf die Nerven gehe. Kurz darauf soll er tatsächlich einen Tritt ausgeführt haben. Laut Feststellungen des Gerichts überstanden Mutter und Ungeborenes den Zwischenfall ohne bleibende Folgen. Der Angeklagte soll erschüttert über sich gewesen sein. Seit Januar 2021 befindet er sich vorläufig in einer gesicherten Klinik außerhalb. Laut Aussagen verhält er sich dort „praktisch nicht handhabbar“.

Der Angeklagte kann Rechtsmittel gegen das Urteil einlegen. Im Gericht saß er zur Sicherheit gefesselt. Er hat sich gewünscht: Falls er endgültig in die Psychiatrie muss, wolle er in die nächstgelegene Landesklinik nach Langenfeld. Dann könnten ihn seine Eltern leichter besuchen.

Lesen Sie auch: Anklage wegen Falschgeld und Bedrohung - 21-Jähriger zieht Berufung zurück

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