Gericht

Angeklagter mit Drogen im Knast erwischt

Ein Angeklagter ist zu drei Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden.
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Ein Angeklagter ist zu drei Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden.

Gericht verurteilte 43-jährigen Häftling zu drei Monaten Haft auf Bewährung.

Von Jana Peuckert

Remscheid. Drei Monate Haft auf Bewährung für unerlaubten Besitz von Betäubungsmitteln, so lautete die Entscheidung des Richters im Amtsgericht Remscheid.

Auf der Anklagebank ein 43 Jahre alter Mann aus Wuppertal. Dieser hat in seinem Leben schon reichlich Erfahrung mit der Justiz gesammelt, was seine 25 Eintragungen im Vorstrafenregister zeigen. Immer wieder war er wegen Körperverletzung, Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, Diebstahls, Verstoßes gegen das Waffengesetz und Drogendelikten auffällig geworden. Mehrere Jahre verbrachte er bisher hinter Gittern.

So auch in der Zeit von April bis Juli 2019. Kurz zuvor hatte der Drogenabhängige im Rahmen eines Substitutionsprogrammes noch einmal Methadon erhalten. In der JVA Remscheid war das Programm beendet. Folge: „Mir ging es ziemlich schlecht. Ich hatte Entzugserscheinungen.“

Vom Suchtdruck getrieben, ließ er sich mit einem anderen Häftling auf einen Deal ein. Er tauschte zwei Päckchen Tabak gegen Subutex. Dabei handelt es sich um ein Substitutionsmittel, das laut Betäubungsmittelgesetz nur mit Erlaubnis besessen werden darf. Die hatte der Angeklagte nicht.

Im Gericht gab der vierfache Vater an, nicht gewusst zu haben, was genau er bekommen hatte. Der Mann habe ihm nur erklärt, dass es gegen die Entzugserscheinungen helfen würde. Er sei davon ausgegangen, so der 43-Jährige, dass es sich einfach um ein Arzneimittel handelte.

Auf Nachfrage des Richters hin, gab der Wuppertaler dann allerdings zu, dass ihm der Mithäftling geraten hatte, sich damit nicht erwischen zu lassen. Also habe er gewusst, so das Resümee des Vorsitzenden, dass der Besitz der Tabletten verboten war.

Herausgekommen war das Ganze, als Justizfachangestellte den Angeklagten für einen fünftägigen Arrest aus seiner Zelle holen wollten. Einem der Beamten fiel dabei auf, dass der 43-Jährige etwas in seiner linken Hand versteckte – das Subutex. Bei der darauffolgenden Durchsuchung des Angeklagten kam das Mittel zum Vorschein. Als disziplinarische Maßnahme wurden aus fünf, 14 Tage Arrest.

Bei der Urteilsfindung legte der Richter vor allem die zahlreichen, auch einschlägigen Vorstrafen, sowie der Umstand, dass der Besitz des Betäubungsmittels nicht irgendwo, sondern in einer Vollzugsanstalt stattgefunden hatte, zugrunde. Damit kam eine Geldstrafe nicht mehr in Betracht.

Die drei Monate Haft setze der Vorsitzende dennoch zur Bewährung aus. Da der Angeklagte glaubhaft angegeben hatte, zuletzt 2019 Drogen konsumiert zu haben und die bisherigen Straftaten meist im Zusammenhang mit der Sucht standen, gab er dem 43-Jährigen noch eine Chance. Aber der Mann sollte fühlen, dass er etwas Unrechtes getan hatte. Entsprechend lang war daher die Liste der Bewährungsauflagen: Zusammenarbeit mit einem Bewährungshelfer, 80 Stunden gemeinnützige Arbeit, Kontaktaufnahme zur Suchtberatung und Einleitung einer Therapie sowie regelmäßige Drogenscreenings.

Erst kürzlich hatte ein Häftling seinen Freigang mit Marihuana gefeiert und landete vor Gericht.

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