Prozess

Angeklagter bricht in Tränen aus

Ein Café-Besitzer ist angeklagt.
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Ein Remscheider wurde verurteilt.

Ein 53-jähriger Remscheider musste sich wegen Betrugs und Fahrens ohne Führerschein vor Gericht verantworten.

Von Jana Peuckert

Remscheid. 22 Einträge weist das Vorstrafenregisters eines Mannes aus Remscheid auf. Nun saß der 53-Jährige schon wieder auf der Anklagebank im Amtsgericht Remscheid. Fahren ohne Fahrerlaubnis und Betrug sind die Vorwürfe. Der Tag endet mit einer Haftstrafe von sieben Monaten, die die Richterin zur Bewährung aussetzt. Zudem verhängt sie eine zehnmonatige Fahrerlaubnissperre.

Was hat der Mann verbrochen? Zunächst hatte er im Februar 2020 dem Jobcenter den Erhalt von Krankengeld verschwiegen und 4659,59 Euro zu viel Unterstützung erhalten. „Ich habe Krankengeld bezogen, ja, aber ich wusste nicht, dass es Betrug ist“, erklärt der Angeklagte dazu im Gericht. Er verstehe nicht, warum er das hätte angeben müssen. Schließlich arbeite das Jobcenter doch mit der Krankenkasse zusammen. „Das sind doch zwei verschiedene Behörden“, macht die Richterin dem Mann klar. „Sie haben von Anfang an gewusst, dass Sie Krankengeld haben und auch noch Hartz-IV bekommen“, bringt sie es auf den Punkt. Der Remscheider gibt daraufhin nach und räumt den Betrug ein.

Zum Fahren ohne Fahrerlaubnis erklärt er, er habe seine kranke Freundin fahren müssen. Er wisse, dass ihm die Fahrerlaubnis entzogen worden sei. Aber: „Ich habe meinen Führerschein ja noch im Portemonnaie.“ Also habe er ihn auch vorgezeigt, nachdem er beim zu schnell Fahren anhand eines Blitzerfotos erkannt worden war.

Während des gesamten Prozesses bricht der Mann immer wieder in Tränen aus. Er berichtet, dass er an einer Krankheit leide, durch die er Stimmungsschwankungen habe und zwischendurch aggressiv würde. Zudem habe er eine schwere Depression. Endlich habe er auch Ärzte gefunden, die herausgefunden hätten, was ihm fehlte. Nun wolle er sein Leben wieder in den Griff kriegen. Das natürlich am liebsten mit Führerschein. Doch dass er den so bald wieder kriegt, die Hoffnung muss ihm die Richterin nehmen. Vielmehr müsste er erst noch eine MPU machen. Der Angeklagte akzeptiert die Entscheidung. Die Richterin erlegt dem Remscheider die Zusammenarbeit mit einem Bewährungshelfer auf. Dafür ist der 53-Jährige sehr dankbar.

Gerade erst hatten sich ein Vater und sein Sohn wegen Betrugs vor Gericht verantworten müssen.

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