Landgericht

Angeklagter bestreitet Raub mit Hammer

Das Landgericht in Wuppertal.
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Ein 38-jähriger steht wegen Raub unter Alkoholeinfluss und Angriff mit einem Hammer auf einen Kaufmann vor Gericht.

38-Jähriger wurde samt Beute im September festgenommen, nachdem er aus einer psychiatrischen Klinik entlassen worden ist.

Von Dirk Lotze

Remscheid. In einem Prozess um Raub unter Alkoholeinfluss und Angriff mit einem Hammer auf einen Kaufmann (46) in dessen Wohnhaus-Eingang im Südbezirk bestreitet der Angeklagte die Vorwürfe. Der 38-Jährige erklärte im Landgericht: „Das ist nie geschehen.“ Er könne es auch nicht vergessen haben.

Laut Ermittlungsergebnissen wurde der Mann eine halbe Stunde nach der Tat vom 28. September festgenommen – 50 Meter vom Tatort entfernt, samt Tatwerkzeug und mit der Beute, einer Tasche des Überfallenen. Der 38-Jährige war am Morgen aus einer psychiatrischen Klinik entlassen worden. An dem Hammer mit Kunststoff-Kopf sollen Blutspuren des Opfers festgestellt worden sein, am Griff die Fingerabdrücke des Angeklagten.

Der Staatsanwaltschaft zufolge kaufte der 38-Jährige am Tatabend Wodka im Supermarkt des Geschädigten. Der Angeklagte sei dort aufgefallen, weil er sich für einen tragbaren Minicomputer aus dem Warenbestand interessierte. Er soll gefragt haben, ob das ein Handy sei. Der 46-Jährige forderte ihn auf, zu gehen.

Videos des Geschäfts zeigen, dass anscheinend der Angeklagte an einem Durchgang bis Ladenschluss wartete und in der Dunkelheit dem Kaufmann folgte.

Die Tür zur Straße schließe langsam, berichtete der 46-Jährige. Im Flur habe er den Mann hinter sich bemerkt: „Als ich mich umdrehte, hat er mir einem Unterarm gegen den Hals gedrückt und mich an die Wand gedrängt.“ Nach dem zweiten Hammertreffer habe er um Hilfe gerufen und wütend zurück geschlagen und getreten: „Ich habe gesagt: ,Du schlägst mich jetzt hier nicht!‘“ Er habe um sein Leben gefürchtet. Der Angeklagte habe außer dem Hammer ein Messer gehabt – und er habe nach seinem Handy verlangt.

Kaufmann leidet unter Taubheit in mehreren Fingern

Der Kaufmann erlitt Platzwunden am Kopf und einen Bruch in einer Hand, beides durch den Hammer. Der Angreifer riss eine Gürteltasche des Opfers an sich und flüchtete. Der 46-Jährige rettete sich blutend zu seiner Familie und rief die Polizei. Er war zehn Wochen in Behandlung und leidet unter Taubheit in mehreren Fingern.

Der Angeklagte wurde nach kurzer Fahndung ermittelt. Er kam vorübergehend zurück in die psychiatrische Klinik Tannenhof, wurde aber von dort ins Gefängnis überstellt. Das Landgericht will am 9. März weiter verhandeln.

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