Er hält die Stadt sauber

An diesen Standorten liegt häufig Müll herum

Täglich muss Müll weg geräumt werden.
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Täglich muss Müll weg geräumt werden.

Immer mehr Müll wird bei Containern eingesammelt. Der RGA war einen Tag lang unterwegs mit Standortreiniger Roland Ruppental.

Von Michelle Jünger

Remscheid. Müllabfuhr, Straßenreinigung, Kanalreinigung, Grünpflege und vieles mehr gehören zu den Aufgaben der Technischen Betriebe Remscheid (TBR). Mit der Standortreinigung versuchen die TBR, die insgesamt 175 Container-Standort in Remscheid sauber zu halten. Eine große Aufgabe, bei der der RGA Standortreiniger Roland Ruppental begleitet hat.

Nach über 30 Jahren bei der Müllabfuhr ist er im November 2021 dorthin gewechselt. Seitdem klappert er ab sechs Uhr morgens Altkleider-, Papier- und Altglascontainer ab und sammelt den abgeladenen Schrott ein und hält die Umgebung sauber. Manche Standorte seien stärker betroffen und würden auch täglich angefahren. „Diese unansehnlichen Stellen sollen natürlich aus dem Stadtbild schnellstmöglich verschwinden“, sagt Michael Sauer, Geschäftsbetriebsleiter der Abfallwirtschaft.

„Kaum sind wir weg, wird aber wieder was abgeladen.“

Roland Ruppental

Ein solcher Standort ist an der Presover Straße zu finden. Obwohl der Standort auch samstags, noch dazu zweimal angefahren werde, sei jeden Montag die Müllmenge zu groß für den Kastenwagen der Standortreinigung. „Kaum sind wir weg, wird aber wieder was abgeladen“, sagt Ruppental. Deshalb rücken die TBR in der Presover Straße mittlerweile regulär jeden Montag mit dem Sperrmüllwagen an. Trotzdem liegen an diesem Dienstag wieder gefüllte Kisten und Säcke auf, zwischen und hinter den Containern, die entsorgt werden müssen.

Nicht nur Verpackungsmüll landet auf dem Wagen. Farbeimer, ein Grill und kaputte Elektrogeräte sind auch dabei.

Ruppentals Eindruck ist, dass die zu bewältigenden Massen an Müll immer mehr werden. Die Zahlen der TBR bestätigen das: Im Jahr 2021 von Januar bis Ende Mai fielen 102 Tonnen Müll an den Container-Standorten an. „Im gleichen Zeitraum sind wir dieses Jahr bei 136 Tonnen“, sagt Martin Sauer.

Manchmal findet Standortreiniger Roland Ruppental bei seinen Touren auch Überraschungen, wie das Panorama-Puzzle der Stadt Remscheid. Meist stapeln sich aber Säcke und Kisten. Altkleidersäcke liegen oft aufgerissen und verteilt um die Container herum.

Der Wagen, dessen Ladefläche etwa zwei bis drei Kubikmeter fasst, sei abends stets voll. Auch dieses Mal ist schon ganz schön viel drin, dabei ist es gerade mal zehn Uhr. Darunter ein verrosteter Grill und endlos viel Verpackungsmüll. In der Lenneper Straße fliegt ein Waschbecken im hohen Bogen auf die Ladefläche. Es lag auf dem Altglascontainer und gehört eigentlich zum Bauschutt. Das ist für Ruppental kein ungewöhnlicher Fund: „Eine Toilette war schon dabei, eine komplette Küche und immer wieder Autoreifen. Aber ohne Felgen.“ Bevor es zum nächsten Halt geht, fegt er herumliegende Kleinteile zusammen. Manchmal falle eben etwas daneben, das sei aber normal.

Remscheid: Bei größeren Müllhalden muss Verstärkung angefordert werden

Einer der nächsten Stopps ist in der Gerstau. Da ist es glücklicherweise immer noch sauber. Am Montagmorgen hatte Ruppental hier 40 volle Müllsacke gefunden. Der Inhalt: mehr als eine Tonne Erde. Durch das Gewicht rissen die Säcke, einfach entfernen ging nicht. Deshalb forderte er Verstärkung an. Mit extra Gerät und Personal legten die TBR das Stück dann wieder frei.

Bis zu fünfzig Container-Standorte fährt Ruppental jeden Tag an. Nicht überall herrschten Zustände wie an der Presover Straße. Manche Container-Standorte seien geradezu vorbildlich, sagt Ruppental. Da brauche er auch entsprechend nicht so lange zum Reinigen.

Am Ende des Tages lädt er den Inhalt seines Wagens bei der Müllkippe ab. Groß trennen ließe sich dabei nicht mehr. „Farbeimer oder Lack stelle ich extra. Das kommt dann zu den Schadstoffen“, merkt er dazu an.

Obwohl er eigentlich er immer wieder an denselben Ecken hinterher räumt – Roland Ruppental mag seinen Job. Wegen des Abwechslungsreichtums und der Kollegen. Trotzdem müssten manche Sachen nicht weggeworfen werden und wenn doch, dann richtig, nämlich auf dem Wertstoffhof.

Entsorgung

Vieles kann kostenlos auf dem Wertstoffhof abgegeben werden. Eine detaillierte Annahmeliste sowie Termine für die Abgabe gibt es online. Der Wertstoffhof ist von Montag bis Samstag geöffnet. Wilde Müllkippen kann man zudem über die TBR-App melden.

tbr-info.de

Lesen Sie auch: Vandalismus und Müll: Das Parkhaus am Hauptbahnhof bleibt ein Problemfall

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