Alte Schlossfabrik

Ausgefallene Abibälle: Geld zurück ab Januar

Weder Abi-Battles noch Abibälle können während der Pandemie in der Alten Schlossfabrik steigen.Archivfoto: Tim Oelbermann
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Weder Abi-Battles noch Abibälle können während der Pandemie in der Alten Schlossfabrik steigen. (Archivfoto)
  • Melissa Wienzek
    VonMelissa Wienzek
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Wegen Corona konnten die Schulen 2020 nicht in der Alten Schlossfabrik feiern.

Remscheid. Die Corona-Pandemie hat der Eventbranche einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht. So auch großen Locations wie der Alten Schlossfabrik auf der Stadtgrenze. Seit einem Jahr gibt es dort keine großen Partys oder Abibälle mehr. 15 Abitur-Feten waren für 2020 fest geplant, nur die vom Leibniz-Gymnasium konnte noch stattfinden. Alle anderen mussten pandemiebedingt ausfallen. Der Frust saß tief. Remscheider Schüler haben sich nun an den RGA gewandt und fragen sich: Was geschieht mit unserem Geld? Schließlich gehen große Events mit Hunderten Gästen schnell mal in die hohen Tausenderbereiche, und die Schulen haben letztes Jahr eine vertraglich vereinbarte Anzahlung in Höhe von 25 Prozent für ihren jeweiligen Ball geleistet.

Der RGA hakte bei Florian Unkel, Geschäftsführer der Alten Schlossfabrik, nach. Er erklärt: „Es war vor einem Jahr eine schwierige Zeit mit unklarer Rechtslage. Diesen Fall hatten wir einfach noch nie, Corona war neu für uns alle. Daher wollte ich eine vernünftige Lösung finden – und den Schülern niemals das Geld aus der Tasche ziehen.“ Events wie Abibälle, Abi-Battles, Hochzeiten und Firmenevents seien wichtige Einnahmequellen für die Location in Unterburg. Daher habe man sich dazu entschieden, den betroffenen Schulen Gutscheine auszustellen: einen Eventgutschein in Höhe von 250 Euro und einen Verzehrgutschein je Karte in Höhe von 15 Euro, gültig bis 31. Dezember 2022. „Diese könnten zum Beispiel auf einer Hochzeitsfeier, Taufen, Firmenfeiern oder auch bei einem verschobenen Abiball 2022 eingelöst werden. Es gibt zudem Schulen, die eventuell eine andere kleine Party machen möchten, sobald es die Lage zulässt.“ Der Gutschein sei als Wiedergutmachung für eine ausgefallene Veranstaltung zu sehen. Zwölf Schulen haben laut Florian Unkel die Gutschein-Lösung akzeptiert, mit zwei Schulen habe man einen außergerichtlichen Vergleich geschlossen.

Der Remscheider, der sich die Geschäftsführung mit seinem Bruder Tobias und Betriebsleiter Ben Arnold teilt, gibt zu: „Hätten wir damals alles sofort zurückzahlen müssen, ohne etwas einzunehmen, hätte uns die Pleite gedroht.“ Die Schüler kritisieren, dass sie für ihre Anzahlung aber bislang keine Leistung erhalten haben. „Darüber lässt sich sicher streiten, aber wir arbeiten ja nicht erst am Tag des Abiballs, sondern leisten bereits Vorarbeiten in Planung und Organisation“, erklärt Unkel.

Nun habe die Regierung aber ein entsprechendes Gesetz verabschiedet, wonach die Gutscheine ab Januar 2022 wieder in bares Geld umgetauscht werden können. „Letzten Endes verliert also niemand etwas“, sagt der Geschäftsführer.

Dieses Jahr wird wegen der Pandemie wohl kaum noch ein Abiball möglich sein. Die Abifeier-Saison 2022 sei jetzt schon nahezu ausgebucht: 15 Schulen wollen kommendes Jahr in Unterburg feiern. Aktuell wird die Location für 250.000 Euro renoviert.

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