Birgderkamper Brücke

Alte Brücke: Der „Überflieger“ erhält neuen Glanz

Sanierung Birgendkamper Brücke Überflieger Christoph Müller (Befatech), Uwe Hein (TBR) Gunter Breidbach (TBR)
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Christoph Müller (Befatech), Uwe Hein und Gunter Breidbach (beide TBR, v.l.) beaufsichtigen die Arbeiten. 

Die Sanierungsarbeiten am „Überflieger“ laufen planmäßig. In wenigen Wochen soll die Birgderkamper Brücke wieder offen sein.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Eigentlich ist es ganz schön an diesem Vormittag auf der Birgderkamper Brücke, im Volksmund meist „Überflieger“ genannt. Die Sonne scheint, doch der frische Wind hier oben sorgt dafür, dass man das gut aushalten kann. Die Mitarbeiter der Firma Befatech allerdings haben keine Zeit, das Wetter oder die Aussicht zu genießen. Sie rücken dem mehr als 50 Jahre alten Bauwerk mit Schleifmaschinen und anderem Gerät zu Leibe.

Das muss an der Birgderkamper Brücke gemacht werden

Autoverkehr, Witterung und Streusalz haben ihre Spuren am „Überflieger“ hinterlassen, diese Schäden müssen nun ausgebessert werden.

Seit Ostern ist die Brücke gesperrt, seither ist das Bremer Unternehmen dabei, die sogenannten Kappen links und rechts von der Fahrbahn zu sanieren. Die bisherige Schutzschicht, vermutlich 20 bis 25 Jahre alt, kommt ab und eine neue aus Polyurethan drauf. Dazwischen werden Schadstellen ausgebessert. Die gleiche Arbeit hat Befatech zuvor schon an der Neuenkamper Brücke ausgeführt, zudem wurde in den Wintermonaten im sogenannten Hohlkasten im Inneren der Brücke gearbeitet. Das sei schon einer der größeren Aufträge für seine Firma, sagt Geschäftsführer Christoph Müller: „Aber im Prinzip ist das Alltag für uns.“

An den Brücken, beide von 1969 bis 1972 gebaut, gebe es ständig etwas zu tun, berichtet Gunter Breidbach, zuständiger Bereichsleiter bei den Technischen Betrieben (TBR): „Man bleibt eigentlich immer dran, nur mit unterschiedlichen Intensität.“ So wurden in den vergangenen Jahren schon die Lager, auf denen die Brücken aufliegen, erneuert und die Pfeiler saniert.

Ende Mai soll die Brücke wieder freigegeben werden

Auch Befatech ist bereits seit dem vergangenen Sommer in Remscheid aktiv. Dass nun der Überflieger, eine wichtige Verbindung auf dem Weg vom Zentralpunkt Richtung Innenstadt gesperrt wird, rückt die Arbeiten in den Blickpunkt. Aktuell laufe alles nach Plan, sagt Breidbach. Der geplanten Freigabe für den Verkehr vom 25. auf den 26. Mai stehe nichts im Wege.

Auch an der Außenseite der Brücke müssen Schäden ausgebessert werden, was dank eines sogenannten Brückenuntersichtgeräts gelingt. Wenn allerdings ein Zug kommt, ruhen die Arbeiten.

Dass es für den Laien auf der Baustelle nicht immer nach hektischer Betriebsamkeit aussehe, liege an der Art der Arbeiten, erklärt der TBR-Mitarbeiter. Bei den ausgebesserten Stellen muss zum Beispiel der Beton trocknen, wegen des warmen Wetters komme es dabei aber teilweise zu Rissen, die nachträglich wieder ausgebessert werden müssen: „Was es letztes Jahr zu viel geregnet hat, scheint jetzt zu viel die Sonne.“

Und auch die Bahngleise unter der Brücke lassen die Arbeiten stocken. Jedes Mal wenn ein Zug das Bauwerk passiert, müssen die Mitarbeiter vorübergehend das Werkzeug aus der Hand legen, aus Sicherheitsgründen. Darüber wacht im Auftrag der Bahn ein eigens abgestellter Mitarbeiter. „Wir könnten auch nachts arbeiten“, sagt Christoph Müller. Allerdings dann nur in der rund dreistündigen Pause, wenn keine Züge fahren.

Die Jungs können das

Gunter Breidbach, TBR

Acht Mitarbeiter hat Müllers Firma, vier bis sechs sind seit Monaten überwiegend in Remscheid am Werk. Die öffentliche Infrastruktur sei lange vernachlässigt worden, hat der Bauingenieur beobachtet. Inzwischen werde wieder kräftig investiert: „Gefühlt gibt es seit gut zwei Jahren deutlich mehr Ausschreibungen.“ Doch Geld alleine reiche nicht aus: „Man braucht auch die Firmen, die die Leute dafür haben.“

Projekte im Südbezirk hängen in der Warteschleife

Gunter Breidbach lobt die Zusammenarbeit mit Befatech, die Firma verstehe ihr Handwerk. Gerade der Umgang mit dem flüssigen Beschichtungsmaterial sei eine Kunst für sich, erklärt er: „Da mischt man sich besser nicht ein, die Jungs können das.“

Wenn ab dem 26. Mai der Verkehr auf der Birgderkamper wieder fließt, sind diese Arbeiten aber noch lange nicht abgeschlossen. Bis Ende Juli brauche man wohl insgesamt, schätzt Christoph Müller. Ganz fertig sei man ohnehin nie, sagt Gunter Breidbach: „Man hat höchstens mal ein paar Jahre Ruhe.“ Als Nächstes gehe man wohl die Fahrbahndecke an: „Die ist bestimmt auch schon 20 Jahre alt.“

Hintergrund

Die Sperrung sorgt für Staus, insbesondere auf der Bismarckstraße. Die TBR empfehlen, den Bereich weit zu umfahren. Zum Beispiel über die Lenneper- und die Neuenkamper Straße.

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