Ausschreibungsverfahren läuft

Verzögerung: Terrassen auf der Alten Bismarckstraße sollen erst ab Spätsommer entstehen

An der Alten Bismarckstraße sollen Terrassen entstehen, um mehr Aufenthaltsqualität zu bieten. Erste Markierungen sind schon zu sehen.Foto: Roland Keusch
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An der Alten Bismarckstraße sollen Terrassen entstehen, um mehr Aufenthaltsqualität zu bieten. Erste Markierungen sind schon zu sehen.
  • Frank Michalczak
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Startschuss für Außengastronomie an der Alten Bismarckstraße verzögert sich.

Remscheid. Wer noch in diesem Jahr auf den neuen Terrassen an den Gaststätten der Alten Bismarckstraße Platz nehmen will, muss auf einen sonnigen Herbst hoffen. Wie Baudezernent Peter Heinze berichtet, läuft derzeit noch das Ausschreibungsverfahren, an dem sich interessierte Bauunternehmer mit einem Angebot beteiligen können. „Im August sollten wir den Auftrag vergeben können“, kündigt Heinze an, der mit einer Bauzeit „von ein bis zwei Monaten rechnet.“

Fünf Lokale werden an der Alten Bismarckstraße Konstruktionen aus Metall nutzen, um Außengastronomie bieten zu können. Ein weiterer Wirt darf Tische und Stühle auf den Straßenraum stellen, wodurch das Kneipen-Viertel aufgewertet werden soll.

Nach dem Stand der Dinge hatte sich zuletzt die CDU erkundigt. „In den Sommerferien sollte laut Information der Verwaltung in der Bezirksvertretung Alt-Remscheid mit dem Bau der Terrassen begonnen werden“, schreiben CDU-Fraktionschef Markus Kötter und seine Parteifreunde Alexander Schmidt sowie Francesco Lo Pinto in ihrer Anfrage. „Wir hoffen, dass die Gastronomie durch höhere Aufenthaltsqualität bei hoffentlich noch schönem Wetter profitiert.“

512 000 Euro stehen für das Projekt zur Verfügung

Es ist nach dem aktuellen Status des Projekts die Hoffnung auf einen goldenen Oktober und milden November. „Wir hatten es zuletzt mit einer bautechnisch frickeligen Detaildiskussion zu tun. Außerdem hatten Wirte Sonderwünsche geäußert, die wir berücksichtigen wollten“, begründet der Baudezernent, warum das Projekt später an den Start geht als ursprünglich erhofft.

Saxo-Wirt Niklas Bergmann, hier beim Reinemachen an der Alten Bismarckstraße, freut sich auf die Terrassen für die Außengastronomie.

Gesucht wird nun ein Unternehmer, der aus einer Hand die Terrassen aufbaut – und sich auch um die neuen Laternen kümmert. Denn auf der Alten Bismarckstraße wird das neue Licht-Konzept der Innenstadt eingeläutet. Für das dortige Projekt sind 512 000 Euro vorgesehen, wobei das Land NRW den Löwenanteil zahlt. Und weil das Ganze mit Fördergeld verbunden ist, mussten vertragliche Vereinbarungen mit den Terrassenwirten her, die sich verpflichtet haben, zehn Jahre die Flächen zu nutzen.

Um die Belebung und Aktionen in der Alten Bismarckstraße kümmert sich der Verein My Viertel, der auch für die Vernetzung der dortigen Gastronomie sorgt. Dessen Vorsitzender Marvin Schneider spricht von einem Motivationsschub bei den Wirten, der von der Nachricht ausgegangen sei, dass es im Mitte/Ende August losgehen soll. „Um die Terrassen war es still geworden. Wir haben monatelang nichts davon gehört, bis zuletzt eine E-Mail von der Stadt kam.“ Die Botschaft vom Startschuss habe für Freude gesorgt – nach einer langen Zeit, in der auch an der Bismarckstraße die Zapfhähne still standen.

Saxo-Wirt verweist auf komplizierte Ausgangslage

Das bestätigt Saxo-Wirt Niklas Bergmann. Er habe den Eindruck, dass sich alle, die in der Verwaltung mit dem Projekt betraut sind, große Mühe geben. „Die Terrassen werden ja individuell an den Gaststätten aufgebaut. Auf der linken Seite verlaufen Gasrohre. Und die Straße ist außerdem sehr steil“, verweist er darauf, dass das Bauvorhaben nicht unkompliziert sei.

Aber offenbar sorgt es für Aufbruchstimmung im Szene-Viertel – nach der Durststrecke durch Corona. „Leider musste wegen der Pandemie ja vieles ausfallen, auch unser My-Viertel-Fest“, bedauert der Vorsitzende Marvin Schneider, der mit der Stadtkirchengemeinde in der Adventszeit gemeinsame Sache machen möchte, wenn es Corona zulässt. „Wir überlegen, einen Weihnachtsmarkt aufzubauen – dafür würde sich der Vaßbenderplatz eignen.“ Die Pläne scheinen schon konkret. Vier große Hütten seien bereits erworben – und warten nun auf ihren Einsatz.

Hintergrund

Die Außenterrassen für die Alte Bismackstraße gehören zum Revitalisierungsprogramm für die Remscheider Innenstadt, das ein ganzes Bündel an Maßnahmen enthält. Dazu zählen auch das neue Lichtkonzept und der Umbau des Friedrich-Ebert-Platzes zu einem Busbahnhof mit Grünfläche. 2014 wurde das Paket vom Stadtrat geschnürt – das Projekt für die Außengastronomie auf der Alten Bismarckstraße kam allerdings später hinzu.

Standpunkt

Kommentar von Sven Schlickowey

sven.schlickowey @rga.de

Spät kommen sie, aber sie kommen. Und sollte es einen goldenen Herbst geben, vielleicht sogar noch früh genug. Die geplanten Terrassen in der Alten Bismarckstraße sorgen für ein wenig Aufbruchstimmung und Zuversicht, die Remscheid derzeit gut gebrauchen kann. Gerade in der Gastronomie, die fast schon sinnbildlich für all das steht, was in den letzten Monaten wegen Corona zu kurz kam. Doch wie so oft reicht das Angebot allein nicht aus, es muss auch genutzt werden. Jeder kennt das Bild des Passanten, der die Schließung eines Ladens betrauert – auf Nachfrage aber einräumt, dort nie eingekauft zu haben. Die Pandemie sollte uns allen vor Augen geführt haben, wie wichtig lebendige und lebenswerte Innenstädte sind. Die My-Viertel-Macher haben ihren Teil erledigt, die Stadt bald auch, wenn die Terrassen stehen. Jetzt müssen nur noch die Remscheider mitspielen. Da wird ein kühles Getränk mit Freunden quasi zur Bürgerpflicht. Zumal in dem Projekt ja auch unser aller Steuergeld steckt.

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