Sanierung

Entscheidung um Stadtparkteich soll bald fallen

Die Natur hat sich den Teich im Stadtpark zurückerobert. Ob er neu angelegt wird, entscheidet der Stadtrat im November.
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Die Natur hat sich den Teich im Stadtpark zurückerobert. Ob er neu angelegt wird, entscheidet der Stadtrat im November.
  • Frank Michalczak
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Bei den Haushaltsberatungen waren die Politiker sich nicht einig. Wir klären, wie die Sanierung aussehen und wie viel sie kosten würde.

Von Frank Michalczak

Remscheid. Bis November wird sich erweisen, ob der Stadtparkteich eine Zukunft hat - oder verschwunden bleibt. Dann verabschiedet der Rat den städtischen Doppelhaushalt 2023/2024. Die Ortspolitiker müssen vorher die Frage beantworten, ob darin auch die Investition von 1,25 Millionen Euro enthalten sein soll, die OB Burkhard Mast-Weisz für die Sanierung des Gewässers vorschlägt.

Schulumbau, Katastrophen- und Klimaschutz: Kämmerer Sven Wiertz beschrieb im Stadtrat Herausforderungen für die nächsten Jahre.

Es ist eine Abwägungsfrage: Die einen vermissen den Spaziergang rund um den Teich, auf dem bis vor einigen Jahren der Stinthengst als Glücksbote der Kreisgemeinschaft Sensburg seine Runden drehte. Nun sitzt der Holzfisch auf dem Trockenen im Rathaus und gilt als Mahner, den Teich nicht zu vergessen, der trocken gelegt wurde. Für die anderen kann der Stinthengst im Rathaus weiterhin verweilen. Für sie ist das Projekt schlicht zu teuer und ökologisch bedenklich. An dieser Stelle beantworten wir Fragen zum Thema.

Nachhaltigkeit im Bergischen Land

Warum kostet die Sanierung nun über eine Million Euro?

Hauptfaktor ist ein unterirdisches Becken. Es soll Regen speichern, um das Wasser kontinuierlich mittels einer Pumpe in den Teich speisen zu können - auch in längeren Trockenphasen, die laut Wetterdienst zunehmen sollen. 275 Kubikmeter soll das Becken aufnehmen können. Das aber hat seinen Preis: 600 000 Euro soll es kosten.

Warum muss es das Becken denn überhaupt geben?

Es gilt, Frischwasserzufuhr zu vermeiden. In der letzten Phase des Teichs rückte die Feuerwehr immer wieder an, um kühles Nass mit Schläuchen in das Gewässer zu befördern. Auf seinem Boden hatte sich eine hohe Schlammschicht gebildet. Eine Ursache waren zentnerweise Brotreste, mit denen Passanten über Jahre hinweg Enten gefüttert hatten. Zudem litt der Teich unter Undichtigkeiten.

Wie würden denn die weiteren Sanierungsschritte aussehen?

Ein Schritt ist bereits erfolgt - in der Theorie jedenfalls: Das Wasser wurde abgelassen, damit der Schlamm trocknen kann. Denn dieser muss entfernt werden, um im Anschluss den Teich mit einer Tonschicht zu versehen. Sie soll verhindern, dass Wasser versickert. Um das Trocknen zu beschleunigen, wurde der Schlamm zusätzlich mit Raps bepflanzt. Nun könnte er ausgekoffert werden - er ist aber mittlerweile Tummelplatz vieler Insektenarten, die durch die Pflanzenwelt angezogen werden. Die Natur hat sich den Teich zurückgeholt.

Wie viel würde denn die eigentliche Sanierung kosten?

Rund 340 000 Euro, ohne Mehrwertsteuer, heißt es bei der Verwaltung. Wasserspiele, wie es sie früher einmal gab, sind dabei nicht vorgesehen. Eine Fontäne könne nur mit einer zusätzlichen Einspeisung von Trinkwasser realisiert werden. Sie führe zu Wasserverlusten aufgrund von Verwehungen, heißt es.

Was ist denn ansonsten für den Park vorgesehen?

Aktuelle Planungen sehen die Vergrößerung des Parks in Richtung Martin-Luther-Straße vor. Es wird ab 2026 quasi ein neuer Eingangsbereich geschaffen. Dazu gilt es, asphaltierte Flächen zu entsiegeln. Dabei sollen die historischen Baumreihen rekonstruiert und 21 neue Bäume gepflanzt werden.

Die Altpapiercontainer sollen von der Martin-Luther-Straße in die Ecke des Schützenplatzes an der Einfahrt zum Schwimmbad verlegt werden. Nach Möglichkeit wollen die Technischen Betriebe sie auf Unterflurcontainer umrüsten. Die Kosten für diese und andere Maßnahmen beziffert die Verwaltung auf 665 000 Euro. Möglich ist, dass diese Pläne vorgezogen werden - und die Teichsanierung zu den Akten gelegt wird. Es ist eine spannende Debatte zu erwarten.

Grüne Lunge

Nach Angabe der Technischen Betriebe Remscheid ist der Stadtpark mit 16,5 Hektar die größte Parkanlage der Stadt. Sie wurde 1896 vom damaligen Verschönerungsverein angelegt und der Kommune zur Verfügung gestellt - unter der Bedingung, dass der Park dauerhaft erhalten bleiben muss.

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