Landesförderung unterstützt Kindertagesstätten

Alltagshelfer entlasten das Kita-Personal

Hilft bei Hygiene und Sauberkeit in der viergruppigen Kita Sterntaler: Alltagshelfer Michael Hötzel, im Hintergrund Leiterin Simone Mundorf. Foto: Roland Keusch
+
Hilft bei Hygiene und Sauberkeit in der viergruppigen Kita Sterntaler: Alltagshelfer Michael Hötzel, im Hintergrund Leiterin Simone Mundorf.
  • Andreas Weber
    VonAndreas Weber
    schließen

Gelder werden von Stadt und freien Trägern unterschiedlich genutzt.

Remscheid. Weitere 147 Millionen Euro hat das Land NRW bis zum 31. Juli 2021 für Kita-Träger zur Verfügung gestellt, um für gestiegene Kosten bei Arbeitsschutz und Hygiene und zur Entlastung der Kita-Fachkräfte in der Pandemie aufzukommen. Auch in Remscheid wird das finanzielle Angebot rege genutzt. Die einen setzen die Mittel zum Materialkauf ein, die anderen investieren sie in Personal.

Beim Kita-Helfer-Programm „#ichhelfemit“ hat sich die Stadt Remscheid mit ihren 20 Einrichtungen für die sogenannte Billigkeitsleistung entschieden. „Wir haben vorher eine Abfrage in unseren Kitas gestartet, ob helfende Hände benötigt werden, und gespiegelt bekommen, dass entlastendes Personal nicht unbedingt gebraucht wird“, erläutert Kita-Koordinator Peter Nowack. Natürlich gab es in den Kitas bedingt durch Covid-19 viele Ausfälle, die aber durch Notbetreuungen und reduzierte Stundenzahlen in der Betreuung nicht so durchschlugen.

„Deshalb haben wir entschieden, in Desinfektionsmaterialien zu investieren, was wir sonst aus Bordmitteln oder dem Corona-Topf der Stadt hätten tun müssen.“ Auf über 20 000 Euro Landesmittel konnte die Stadt auf diese Weise zurückgreifen. Geld zu nehmen, sei aber auch für eine große Kommunalverwaltung einfacher gewesen, als zusätzlichen Personalaufwand zu betreiben. Peter Nowack verweist darauf, dass die „Ausputzer“ zum einen nicht als Fachkräfte weiterbeschäftigt werden können, zum anderen die Reinigung bei der Stadt in der Hand von Fremdfirmen liege.

Michael Hötzel ist wöchentlich 22 Stunden in der Kita Sterntaler

Die meisten freien Träger denken anders. So wie die Initiative Jugendhilfe, ein assoziierter Verein des Caritas-Verbandes, der die Klauser Delle, Sterntaler (Fritz-Ruhrmann-Straße) und die Kita Montanusweg betreibt. Simone Mundorf, die alle drei Einrichtungen in Lüttringhausen und Lennep leitet, freut sich über die Unterstützung: „Diese Förderung war eine gescheite Idee des Ministeriums. Sonst wären unsere Mitarbeiter in diesen Zeiten nur noch mit Putzen und Desinfizieren beschäftigt.“

„Diese Förderung war eine gescheite Idee des Ministeriums.“

Simone Mundorf, Kita-Leiterin

Jede KiBiz-geförderte Kita kann einen Antrag auf Beschäftigung eines Alltagshelfers in Höhe von bis zu 14 700 Euro stellen. Eingestellt hat die Initiative Jugendhilfe erstmals zum 1. September 2020, bevor die Förderung ab 1. Januar noch einmal für sieben Monate verlängert wurde. Zwei Alltagshelfer sind in den drei Kitas beschäftigt. Michael Hötzel ist einer von ihnen.

Die Kita Sterntaler ist für 22 Stunden die Woche sein Arbeitsplatz. Der 58-Jährige war im Tagescafé der Caritas in der Schüttendelle beschäftigt und hatte seiner Geschäftsleitung signalisiert, dass er gerne eine zusätzliche Aufgabe übernehmen würde. Eine solche ergab sich durch die Alltagshelfer-Tätigkeit. Bei den Sterntalern ist die Zusatzkraft für die Desinfektion von Möbeln und Spielzeug zuständig, Wäsche waschen, falten und bügeln, hilft in der Küche beim Mittagessen sowie Geschirrspülen. Michael Hötzel soll, wenn das coronabedingt möglich ist, die Erzieher(innen) bei Ausflügen begleiten und hat ein Auge auf die Außenanlage der Einrichtung.

Der Helfer, der sonst mit Menschen am anderen Ende der Altersskala umgeht, mag das lebendige Gewusel unter Kindern und weiß zu schätzen, dass die Mitarbeiterinnen mit Aufgaben auf ihn zukommen. „Ich fühle mich hier angenommen“, sagt er zufrieden.

Dass er es als Lüttringhauser nicht weit zur Arbeit hat, ist ein weiteres Plus. Ob es für Hötzel ab August weitergeht, ist offen. Denn die NRW-Förderung wird nicht verlängert. Wohl aber strebt das Land an, die einmal eingewöhnten Kräfte in den Kitas zu binden und dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Die rund 5000 beschäftigten Alltagshelfer sollen nämlich ein Weiterbildungsangebot zum staatlichen geprüften Kinderpfleger oder zur Kinderpflegerin erhalten.

Michael Hötzel könnte sich vorstellen, diese Chance zu nutzen, muss aber überprüfen, ob er mit seinen 58 Jahren für diese Weiterqualifizierung überhaupt in Frage kommt.

Fachpersonal: Stadt kann nicht klagen

Der Fachkräftemangel ist groß. Erzieher sind gesucht. Beispiel: In der Klauser Delle, die nach ihrem Umbau im März wiedereröffnete, sind momentan 13 Kinder in einer Gruppe. Eine zweite soll aufgemacht werden, es mangelt jedoch am pädagogischen Personal. Für die städtischen Kitas vermeldet Peter Nowack Positives. Im Januar gab es noch 24 freie Stellen. „Ende März waren alle besetzt.“ Auch perspektivisch ist die Stadt gut aufgestellt. Alle acht Azubis momentan werden dann übernommen, weitere Lehrangebote geschaffen.

Um Eltern zu entlasten, verzichtet die Stadt Remscheid für einige Monate auf ihren Teil der Kita-Gebühren. 

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Sparkasse Remscheid legt Geldautomaten still
Sparkasse Remscheid legt Geldautomaten still
Sparkasse Remscheid legt Geldautomaten still
Kauf der Sinn-Leffers-Ruine ist geplatzt
Kauf der Sinn-Leffers-Ruine ist geplatzt
Kauf der Sinn-Leffers-Ruine ist geplatzt
Zugausfälle bei Abellio wegen Bauarbeiten
Zugausfälle bei Abellio wegen Bauarbeiten
Zugausfälle bei Abellio wegen Bauarbeiten
Tafel kommt gut durch die Corona-Krise
Tafel kommt gut durch die Corona-Krise
Tafel kommt gut durch die Corona-Krise

Kommentare