Standort Alleestraße kommt gut an

Der Wochenmarkt-Umzug ist nicht von Dauer

Gut besucht: Auf dem Markt auf der oberen Allee ist zwar mehr los, trotzdem freuen sich viele Händler darauf, wieder auf dem Rathausplatz ihre Stände aufbauen zu können. Auch wegen des vielen Verkehrs auf der Alleestraße (kl. Foto). Fotos: Roland Keusch
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Gut besucht: Auf dem Markt auf der oberen Allee ist zwar mehr los, trotzdem freuen sich viele Händler darauf, wieder auf dem Rathausplatz ihre Stände aufbauen zu können...

Der Markt auf der oberen Alleestraße kommt zwar gut an, der Standort ist aber nicht wirklich geeignet.

Von Sven Schlickowey

... Auch wegen des vielen Verkehrs auf der Alleestraße.

Remscheid. Alleestraße statt Rathausplatz: Der wegen des Weihnachtstreffs umgezogene Wochenmarkt auf der oberen Allee kommt bei vielen Remscheiderinnen und Remscheidern gut an. „Gemütlich“ sei das, befand so mancher RGA-Leser. Zudem belebe der Markt jeden Mittwoch und Samstag die Haupteinkaufsstraße zusätzlich. Und selbst Constanze Mandt, bei der Wirtschaftsförderung für die Wochenmärkte verantwortlich, gibt zu: „Ich persönlich finde das auch nett.“ Trotzdem wird der Umzug wohl nicht von Dauer sein. Denn gut geeignet ist der Ausweichplatz offenbar nicht.

„Die Alleestraße bringt so ein paar Schwierigkeiten mit sich“, formuliert es Constanze Mandt. Das fange schon bei der Stromversorgung an: „Wir haben drei zusätzliche Stromkästen aufgestellt, bräuchten aber eigentlich noch einen mehr.“ Gerade die großen Verkaufswagen mit Kühlung haben einen enormen Energiebedarf. Auf dem Rathausplatz sei die Versorgung besser geregelt, unter anderem durch Anschlüsse im Sockel des Löwen-Standbildes, erklärt Mandt: „Da kann man die Händler mit hohem Strombedarf drumherum platzieren.“

„Der klassische Marktplatz ist der Rathausplatz.“

Hans Hermann Kempe

Der Strom ist auch ein Thema, das Hans Hermann Kempe anspricht. Der Remscheider Landwirt bietet mit seinen Mitarbeitern Eier, Fleisch und andere Leckereien auf dem Wochenmarkt an – und ärgert sich, dass der Weg zum nächsten Stromanschluss so weit ist. Andere Entfernungen sind ihm dagegen etwas zu knapp geraten. So erwischte er an einem der ersten Markttage auf der Allee mit seinem über sieben Meter langen Anhänger eine der neuen Sitzbänke: „Das ist einfach sehr eng hier“, sagt Kempe.

Nicht nur deswegen ist er überzeugt: „Der klassische Marktplatz ist der Rathausplatz.“ Einen Vorteil hat Kempe auf der Alleestraße allerdings ausgemacht: Durch die höhere Frequenz verkaufe er mehr halbe Hähnchen und andere Imbiss-Gerichte.

Feiertage: Termine der Wochenmärkte ändern sich

Eine höhere Frequenz vor seinem Stand hat auch Stefan Basen festgestellt: „Hier ist es allgemein lebhafter“, sagt der Düsseldorfer Gemüsehändler über den Platz auf der Allee. Allein: Das bringe ihm wenig, weil der Umsatz gleich geblieben sei: „Unsere Kunden kommen gezielt zu uns, Laufkundschaft haben wir kaum.“

Und zwischendurch sei gar zu viel los, meint Basen: „Es gibt hier unglaublich viel Verkehr, Paketdienste, Taxis, ein Wunder, dass da noch nichts passiert ist.“ Die vielen Autos seien „natürlich nicht so schön“, sagt auch Stefan Karsch von der Gärtnerei Höpken, der zudem die längliche Form des Marktes nicht mag: „Ich glaube, dass manche Kunden, die oben was kaufen, gar nicht nach unten kommen.“

Wohl auch, weil es insgesamt recht eng sei auf der Alleestraße, wie Karsch vermutet. Was auch Gemüsehändler Basen so empfindet. Und das könnte in den warmen Monaten noch schlimmer werden, sagt der Händler: „Im Sommer komme ich mit einem größeren Sortiment.“

Dabei ist die obere Alleestraße durchaus für Märkte und ähnliche Veranstaltungen vorgesehen, sagt Constanze Mandt von der Wirtschaftsförderung. Allerdings habe dabei wohl kaum jemand an einen Wochenmarkt gedacht, ist sie überzeugt. „So ein Stoffmarkt zum Beispiel, den kann ich mir da gut vorstellen.“ Kleinere Stände mit geringerem Strombedarf, lockerer platziert, da könne die Allee ihre Stärken ausspielen, so Mandt. Der Wochenmarkt allerdings werde ab dem 31. Dezember wieder auf den Rathausplatz zurückkehren.

Standpunkt: So war das nicht gedacht

Von Sven Schlickowey

sven.schlickowey@rga.de

Schön ist er, der Markt auf der oberen Allee, aber offensichtlich auch unpraktisch. Und das nicht zuletzt wegen der Autos, die sich an Markttagen zwischen den Ständen durchquälen, vom Taxi auf dem Weg zur Arztpraxis bis zum Lieferanten für die Imbissbude. Und das übrigens auch deutlich außerhalb der erlaubten Lieferzeiten. Die Alleestraße ist, zumindest zwischen Zange und Ecke Scharffstraße, vermutlich eine der am meisten befahrenen Fußgängerzonen der Welt. Bei allem Verständnis für Paketboten im Stress, Patienten, die zum Arzt wollen, und Geschäfte, die Ware benötigen, so war das mit der Fußgängerzone ganz sicher nicht gedacht. Und so ist das auch längst nicht mehr zeitgemäß. Vor Jahren diskutierte man noch darüber, ob man die Einkaufsstraße wieder für Autos öffnen sollte, um sie attraktiver zu machen. Inzwischen wäre wohl eher der umgekehrte Weg angesagt.

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