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Allee-Center: Nelson Vlijt über Pläne für Real, Shoppen nach Corona und Alt-Remscheid - mit Podcast

Centermanager Nelson Vlijt berichtet im RGA-Podcast über seine Pläne. Foto: Roland Keusch
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Centermanager Nelson Vlijt berichtet im RGA-Podcast über seine Pläne.
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Allee-Center-Manager Nelson Vlijt blickt optimistisch in die Zukunft. Er erzählt unter anderem, warum Alt-Remscheid für ihn der schönste Stadtteil Remscheids ist.

Remscheid. 30.000 Kunden zählte das Allee-Center pro Tag, 100 Shops und 600 Menschen, die darin Arbeit fanden. Doch die Corona-Pandemie hat dem stationären Einzelhandel zugesetzt und den Online-Riesen zusätzliche Umsätze beschert. Das bekommt auch das Allee-Center zu spüren. Doch nach Monaten der Zwangsschließung, unterbrochen nur von Click & Meet, herrscht Aufbruchstimmung in den Center-Läden und Center-Manager Nelson Vlijt plant bereits das Allee-Center der Zukunft. Nach dem Studium zum Master of Business and Administration an der Uni Münster sowie beruflichen Stationen an ECE-Centern in Dortmund, Dresden, Leipzig, Verona und Essen steht der gebürtige Essener seit 2018 an der Spitze des Allee-Centers in Remscheid. Im Podcast zur RGA-Stadtteilserie 2021 verrät der 36-Jährige, was er damit vorhat. Das Wichtigste gibt es hier in aller Kürze.

Deshalb ist Alt-Remscheid für Nelson Vlijt der schönste Stadtteil Remscheids:

„Ja, wegen des Allee-Centers natürlich. Das ist mit seinen 35 Jahren zwar schon eine Old Lady unter den Centern, aber gerade das macht den besonderen Charme aus. Ich komme an jedem Tag wirklich sehr gern zur Arbeit hierher. Und, Sie sehen es selber, auch aus unserem Büro haben wir einen tollen Blick über die Innenstadt, über die Berge in die Landschaft. Alt-RS lebt aus meiner Wahrnehmung von dieser Lage auf dem Berg, von dieser Weite. Zugleich haben wir hier alles, was wir brauchen, auf engem Raum. Das macht für mich diese Innenstadtlage aus.“

So hat er die Händler bei der Wiederöffnung ihrer Läden nach dem Lockdown erlebt:

„Plötzlich waren die Teams wieder da, in den Shops war Licht, die Ware wurde eingeräumt. Und die Stimmung unter den Menschen ist von Tag zu Tag besser geworden. Schön war auch die Reaktion der Kunden. Wir haben viele Stammkunden. Und am Anfang stand gar nicht das Produkt oder das Verkaufsgespräch im Mittelpunkt, sondern die Freude, das Quatschen miteinander. Endlich kehrte wieder Leben ins Allee-Center zurück.“

Das sieht er als positiven Folgen der Krise:

„Corona hat viel in Bewegung gesetzt. Sei es kontaktlose Bezahlung, die die Shops heute anbieten. Sei es die Online-Präsenz, die intensiviert wurde. Sei es Lieferservices. Das sind einige der Themen, die den Einzelhandel zukunftsfähiger machen können.“

Und das sind für ihn die großen Risiken:

„Die Krise ist noch nicht überstanden und die Liquiditätsengpässe, die manches Unternehmen erleiden musste, sind noch nicht überwunden. Die Auswirkungen der Wirtschaftskrise werden sich deshalb möglicherweise erst im Nachhinein zeigen. Wir sind dennoch optimistisch, dass sich die Lage erholt. Die Shops haben viel dafür getan und sich den Optimismus deshalb auch verdient.“

Wie er die Leerstände, die es auch vor Corona im Center schon gab, wieder mit Leben füllen will:

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„Während des Lockdowns sind alle Gespräche mit potenziellen Mietern zum Erliegen gekommen. Jetzt gerät wieder einiges in Bewegung. Zugleich ergeben sich für uns neue Perspektiven und damit eine ganz neue Art der Flächennutzung. Warum soll man auf einzelnen Flächen nicht Sport oder Kunst eine Plattform bieten? Das muss kein langfristiges Angebot sein für viele Jahre sein. Gleichzeitig wollen wir neue Shops und Angebote und sind dazu in guten Gesprächen.“

Warum Online die Ladengeschäfte nicht ersetzen wird:

„Der Trend und die Entwicklung des Online-Handels waren bereits vor der Krise präsent. Viele Händler des Allee-Centers sind online und offline aktiv und orientieren sich an der Kundennachfrage. Gleichzeitig haben wir in der Krise erlebt, wie sehr die Angebote des Allee-Centers von den Menschen vermisst wurden. Auch als Treffpunkt und Ort des Miteinanders. Die Stadtkerne mit ihren wichtigen Funktionen werden bleiben. Es gilt, sie neu zu gestalten.“

Das tut sich nach dem Auszug von Real im Untergeschoss des Allee-Centers:

„Wir werden die ehemalige Real-Fläche aufteilen, um dort zwei Anbieter mit dem Schwerpunkt Lebensmittel und Produkten des täglichen Bedarfs anzusiedeln. Die neuen Ankermieter im Bereich Lebensmittel und Nahversorgung sind ein wesentlicher Schritt für das Center und die Innenstadt. Die Vorbereitungen lauf auf Hochtouren und das Ergebnis werden wir zum richtigen Zeitpunkt bekanntgeben.“

Mit wem er gern mal in Alt-Remscheid shoppen gehen möchte:

„Ich glaube, am liebsten hätte ich einen Comedian dabei. Humor ist mir einfach wichtig. Und das ist auch etwas, was ich sehr an vielen Händlern im Allee-Center schätze. Bei Gelegenheit bekommt man nebenbei gern mal einen Spruch gedrückt. Es ist mir wichtig, trotz aller Herausforderungen den Spaß nicht zu verlieren.“

Podcast

Die Podcast-Folge mit Center-Manager Nelson Vlijt ist ab sofort abrufbar.

Es erscheinen demnächst weitere Gespräche mit prominenten Stadtteil-Vertretern. Eine Frage müssen sie alle beantworten: Warum allein ihr Stadtteil der schönste in ganz Remscheid ist.

Der nächste Podcast ist aus Lennep. Der RGA spricht mit Klaus Kreutzer.

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