2023 sollen Edeka und Aldi eröffnen

Allee-Center: Umbau liegt im Zeitplan

Bauleiter Oliver van Severen (l.) und Centermanager Nelson Vlijt erklären die Baufortschritte auf der ehemaligen Real-Fläche im Untergeschoss.
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Bauleiter Oliver van Severen (l.) und Centermanager Nelson Vlijt erklären die Baufortschritte auf der ehemaligen Real-Fläche im Untergeschoss.
  • Frank Michalczak
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Bis dahin erfolgt auch die Renovierung der Kundenpassagen.

Remscheid. Bis zum Sommer 2023 sollen Edeka und Aldi ins Allee-Center ziehen und die Fläche des ehemaligen Real-Markts im Untergeschoss beleben. „Wir liegen im Zeitplan“, erklärte an diesem Dienstag Center-Manager Nelson Vlijt bei einer Baustellenbesichtigung für geladene Gäste. Sie gerieten ins Staunen, wie weitläufig die mittlerweile entkernten Räume sind. „Beeindruckend“, kommentierte Waltraud Bodenstedt von der Wählergemeinschaft WiR mit Blick auf den verwaisten Real, von dem nichts mehr übrig ist.

Das Areal wird dreigeteilt. Edeka übernimmt 3000 Quadratmeter, Aldi in der Nachbarschaft etwa die Hälfte davon. Um wen es sich bei dem Drittel im Bunde handelt, wollte Vlijt noch nicht verraten. „Wir stehen bei den Verhandlungen kurz vor dem Abschluss. Es ist aber noch nicht spruchreif. Das Sortiment passt bestens ins Center,“ erläuterte er.

„Und wir haben bereits damit begonnen, neue Wände zu setzen.“

Bauleiter Oliver von Severen

Doch nicht nur die Vielfalt soll wieder verstärkt zum Aushängeschild werden - auch die Gemütlichkeit. Waltraud Bodenstedt erinnerte an jene Zeiten, als das Center für die Remscheider nicht nur Einkaufsparadies, sondern auch ein Ort, an dem man sich gerne traf - zum Plausch im netten Ambiente.

Die Aufenthaltsqualität werde verbessert, versicherte der Manager. Vlijt kündigte für die beiden Ebenen des Centers neue Sitzgelegenheiten in Sofa-Ecken, ein zeitgemäßes Beleuchtungskonzept und auch neue Bodenfliesen an. Um den laufenden Betrieb nicht allzu stark zu beeinträchtigen, werde es für die Handwerker Schichten in der Nacht und an Wochenenden geben.

Die Arbeiten sind ein Fall für die Firma Schlegel Concepts mit Sitz in Bietigheim-Bissingen, die schon mehrfach im Auftrag von Center-Investor ECE Einkaufszentren modernisiert hat, wie Bauleiter Oliver van Severen berichtete. Das Team sei derzeit mit etwa 30 Mitarbeitern vor Ort. Diese seien dabei, die letzten Wände einzureißen. „Und wir haben bereits damit begonnen, neue Wände zu setzen“, präsentierte er Mauern, die Aldi und Edeka künftig voneinander trennen.

Die Nachbarn wollen unter anderem mit einem gemeinsamen Einkaufswagensystem an den Start gehen, merkte Nelson Vlijt an. Im Herbst soll die Übergabe der Räumlichkeiten erfolgen. Dann stehe der Innenausbau an, den die Mieter selber übernehmen.

Firma transportierttonnenweise Schutt ab

Aldi habe schon losgelegt und an der Deckenkonstruktion Vorbereitungen getroffen, erklärte Bauleiter Severen. Die Gelegenheit sei jetzt in den leeren Räumen günstig. Unterdessen werden tonnenweise Schutt beseitigt, wovon die Öffentlichkeit nur wenig mitbekommt. In einem versteckten Bereich des Centers, an der ehemaligen Real-Anlieferungsstelle, werden im Stundentakt Container gefüllt und abtransportiert.

Das Ganze soll für einen Schub im Center sorgen, das zunehmend unter Leerständen leidet. „Wer will, kann künftig eine Jeans kaufen, anschließend bei Aldi und Edeka vorbeischauen und dann eine Tasse Kaffee trinken“, blickte Nelson Vlijt in eine Zukunft, die wieder von mehr Laufkundschaft geprägt sein soll.

 Diese Perspektive hat ihren Preis: Über 25 Millionen Euro investiere ECE in das Modernisierungsprojekt. „Das ist ein echter Lichtblick nach all den Rückschlägen, die Remscheid verkraften musste - vor allem nach dem Aus für das Outlet-Center“, stellte CDU-Ratsmitglied Roland Gedig am Ende der Baustellenbesichtigung fest, bei der Nelson Vlijt die Ziele zusammengefasst hatte. „Wir wollen Qualität sichtbar machen. Das Center soll nicht nur Marktplatz sein, sondern auch Treffpunkt.“

Supermarkt

Die künftige Edeka-Filiale wird unter der Regie von Familie Pauli aus Solingen stehen. Thomas Pauli begann mit 16 Jahren seine Lehre in einem Edeka-Markt, seit 2013 betreibt er sein eigenes Geschäft im Solinger Hofgarten. Gemeinsam mit seinen Söhnen Marcel und André will er das Geschäft im kommenden Jahr eröffnen, das sich in der Nachbarschaft zur Aldi-Niederlassung ansiedelt.

Standpunkt von Frank Michalczak: Es klappt mal was

frank.michalczak@rga.de

Endlich: Es klappt mal was. Nachdem das Umbauprogramm in der Innenstadt nach jahrelanger Lähmung wenigstens ein bisschen Fahrt aufnimmt, sorgt das Allee-Center mit seinen Modernisierungsmaßnahmen nun auch für positive Schlagzeilen. Mit Edeka und Aldi erhält es zwei Frequenzbringer, die dafür sorgen dürften, dass die Laufkundschaft deutlich steigen wird. Dieser Effekt sollte dazu führen, dass interessierte Handelsketten weitere Leerstände füllen und das Sortiment im Center erweitern.

Es wäre das Ende der Abwärtsspirale, die das Einkaufsparadies spätestens zu Beginn der Corona-Pandemie erfasste. Und dass die Investoren über 25 Millionen Euro bereitstellen, ist ein eindeutiges Zeichen dafür, dass sie an den Standort Remscheid glauben. Das sollte allen Mut machen, die nicht mehr daran glauben, dass sich die Stadt positiv entwickeln kann.

Sie kann es - auch nach dem Ende des Großprojekts Designer Outlet Center.

Passend zum Thema: Umbau des Allee-Centers wird sichtbar

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