Kommunalwahl 2020

Alle streben Ausbau der Kita-Plätze an

Auf dem Gelände der ehemaligen Kirche St. Bonifatius in Honsberg entsteht eine neue Kita. Den Ausbau des Betreuungsangebotes für Kinder und die Digitalisierung der Schulen haben alle Parteien als Problemfelder erkannt. Foto: Roland Keusch
+
Auf dem Gelände der ehemaligen Kirche St. Bonifatius in Honsberg entsteht eine neue Kita. Den Ausbau des Betreuungsangebotes für Kinder und die Digitalisierung der Schulen haben alle Parteien als Problemfelder erkannt.
  • Axel Richter
    VonAxel Richter
    schließen

Zweiter Teil unserer Wahlprüfsteine – Es geht um Betreuung der Kinder und Digitalisierung der Schule.

Von Axel Richter

Remscheid. Für den 13. September sind mehr als 80 000 Remscheiderinnen und Remscheider zur Wahl eines neuen Oberbürgermeisters beziehungsweise einer neuen Oberbürgermeisterin aufgerufen. Zugleich bestimmen sie über die Zusammensetzung des neuen Stadtrates. Der RGA hat acht Wahlprüfsteine formuliert: Fragen, die den demokratischen Parteien zugegangen sind. Heute geht es um Kinder und Jugendliche

Remscheid braucht zusätzliche Betreuungsplätze für Kinder, zudem muss die Digitalisierung der Schulen vorangetrieben werden. Wie sorgt Ihre Partei dafür?

CDU

„Berufstätige Eltern brauchen Planungssicherheit. Wir wollen daher die zu häufige Hängepartie bei der Platzvergabe beenden und eine Garantiefrist von sechs Monaten für eine verbindliche Zusage einführen. Beitragsfreiheit ist ein wesentlicher Standortvorteil einer Stadt und sollte daher erklärtes Ziel sein. Statt unsere Kinder durch die halbe Stadt fahren zu müssen, brauchen wir flexible Betreuungsmöglichkeiten in allen Stadtteilen vor Ort. Die Zeiten müssen sich dabei mehr an den Bedürfnissen der Familien orientieren. Von individuellen Buchungszeiten, die auch mal den Sportverein oder das gemeinsame Mittagessen zu Hause ermöglichen, bis hin zu einer Spätbetreuung bis 21 Uhr. Wir machen unsere Schulen fit für den digitalen Wandel. Dazu zählt für uns auch die Ausstattung unserer Schülerinnen und Schüler mit Tablets. Nur so können wir sicherstellen, dass allen Schülerinnen und Schülern die Vorteile modernen Lernens offen stehen – ganz unabhängig von der sozialen und familiären Situation der Kinder und Jugendlichen.

SPD

Wir werden die Kinderbetreuung in Kitas und Kindertagespflege weiter ausbauen. Zwischenzeitlich sind bereits mehr als 200 neue Kindergartenplätze hinzugekommen, und weitere sind in Planung. Ende August wird eine Kita am Honsberg fertiggestellt sein sowie im Januar 2021 an der Arturstraße. Weitere Einrichtungen werden in Lennep und im Südbezirk entstehen. Bis 2023 soll die Platznot ein Ende haben. Gleichzeitig setzen wir auch auf eine den Elternwünschen entgegenkommende Flexibilisierung der Betreuungszeiten, um insbesondere Eltern in Schichtarbeit in der Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu unterstützen. Darüber hinaus streben wir im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten die beitragsfreie Kinderbetreuung im Kindergarten- und in der Grundschule an. Wir wollen ausgezeichnete Bildung im Bereich Digitalisierung gewährleisten. In allen Schulgebäuden soll die Ausstattung mit frei zugänglichem, schnellem W-Lan und ein verbessertes pädagogisches Netz umgesetzt werden. Das Internet und die Neuen Medien müssen wie selbstverständlich in den Unterricht eingebaut werden.

GRÜNE

Wir Grünen setzen uns schon seit vielen Jahren für ausreichend qualitative Kita-Plätze ein. Nicht zuletzt der hervorragenden Arbeit unseres grünen Jugenddezernenten und seines großartigen Teams ist es zu verdanken, dass Remscheid in den vergangenen Jahren große Fortschritte bei der Deckung des stetig wachsenden Bedarfs an Betreuungsplätzen machen konnte. Etliche weitere Kita-Plätze befinden sich im Bau, weitere in Planung. Die digitale Ausstattung der Schulen ist derweil völlig ungenügend. Viele Familien haben nicht die Mittel, diesen Mangel auszugleichen. Es tut weh, zu sehen, dass Kinder keinen guten Abschluss machen können, weil ihren Eltern das Geld für eine angemessene technische Ausstattung fehlt. Gemeinsam mit unseren Partnern haben wir erwirkt, dass die Stadt zunächst den Bedarf und damit die Größe des Problems ermittelt. Die Lösung kann aber die Stadt Remscheid nicht aus eigener Kraft gewährleisten. Hier stehen das Land NRW und der Bund in der Pflicht. Die technische Ausstattung muss zukünftig den gleichen Stellenwert erhalten, den Schulbücher, Hefte und Stifte heute schon haben.

FDP

Wir freien Demokraten machen uns für den Ausbau der Kinderbetreuung, insbesondere mit Hilfe privater Investoren und freier Träger, stark. Die Betreuungs- und Öffnungszeiten der Angebote müssen sich nach den Wünschen der Eltern richten und zu deren beruflicher Realität passen. Langfristig wollen wir alle vorschulischen Bildungs- und Betreuungsangebote beitragsfrei anbieten. Der Ausbau der Plätze und die Qualität des Angebots haben dabei für uns allerdings Vorrang. Erst wenn jedes Kind einen Platz hat, an dem es optimal gefördert wird, wollen wir schrittweise die Beiträge im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten der Stadt senken und schließlich ganz abschaffen. Wir Freien Demokraten setzen uns für eine zeitgemäße digitale und technische Infrastruktur in allen Remscheider Schulen ein. Nur so sind Remscheider Schülerinnen und Schüler fit für die Herausforderungen und Chancen der Digitalisierung.

LINKE

Die Linke setzt sich für den weiteren raschen Ausbau der Kindertagesplätze und den Neubau von Kindergärten ein. Dazu für eine Verbesserung der Arbeitsverträge der Kindertagespfleger*innen und den kostenfreien Kindertagespflege- und Kindergartenbesuch für alle Kinder. Zurzeit fehlen 800 Kita-Plätze in Remscheid. Man muss davon ausgehen, dass bis 2022 annähernd 1000 (!) zusätzliche Kita-Plätze entstehen müssen. Für die Linke heißt das, die Verwaltung personell so auszustatten, dass Genehmigungsverfahren beschleunigt werden können. Zum anderen sollte die Stadt Remscheid wenigstens bei einem Kindergarten als Investor und Träger auftreten, womit die oft zeitraubende Suche nach geeigneten Investoren und Trägern deutlich verkürzt würde und die Stadt zudem ihre Verantwortung für ihre jüngsten Bürger sichtbar wahrnähme.

WiR

Bei beiden Themen herrscht im Parteienspektrum einmal Einigkeit. Betreuungsplätze und Digitalisierung der Schulen wollen wir alle voranbringen. Aber auch hier gilt: Es ist nur machbar, was wir mit den Unterstützungsmitteln aus Bund und Land umsetzen können. Die Bedarfe für Betreuungsplätze in den Kitas werden wir in den nächsten beiden Jahren erreichen, und in Sachen Offene Ganztagsschule hat Remscheid in NRW eine Spitzenposition, die wir maßvoll ausbauen wollen. Die vordringliche Aufgabe ist jedoch in Pandemiezeiten, das Homeschooling sicherzustellen. Was wir auf jeden Fall unterstützen, ist die Ausstattung der Bedürftigen, um deren uneingeschränkte Teilhabe zu ermöglichen. Wir schlagen auch vor, die Tablets als Lernmittel zu betrachten, da sie über kurz oder lang Schulbücher ersetzen werden.

AfD

Die Betreuungsplätze sind immer noch unzureichend. Daher halten wir einen Umbau von bestehenden anderweitig genutzten städtischen Gebäuden für die gangbarste Lösung, um kurzfristig die Betreuungsplätze zu erhöhen. Ferner ist die kostenlose Betreuung ein weiteres Ziel, zumindest bis zu einer Einkommensgrenze von 100 000 Euro pro Jahr der Eltern. Auch die Corona-Krise hat gezeigt, dass es große Unterschiede und Nachholbedarf bei der Digitalisierung gibt. So zeigte sich zum Beispiel das Röntgen-Gymnasium gut aufgestellt, um die Schüler digital mit Aufgaben zu versorgen. Andere Schule brauchen in dem Bereich höhere städtische Unterstützung bei Versorgung mit Hardware und Logistik sowie Schulungen der Pädagogen.

ECHT REMSCHEID

Indem wir die entsprechenden Anträge für die Umsetzung in den Rat bringen. Vorausgesetzt natürlich, dass wir ein Mandat erhalten. Da diese Forderungen ja in fast allen Parteiprogrammen zu finden sind, wird sich sicherlich eine Mehrheit dafür finden.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

Brand in der Eberhardtstraße: Zwei Wohnungen unbewohnbar
Brand in der Eberhardtstraße: Zwei Wohnungen unbewohnbar
Brand in der Eberhardtstraße: Zwei Wohnungen unbewohnbar
Busbahnhof: Umbau soll im Oktober starten
Busbahnhof: Umbau soll im Oktober starten
Busbahnhof: Umbau soll im Oktober starten
Impfparty kommt in Remscheid gut an
Impfparty kommt in Remscheid gut an
Impfparty kommt in Remscheid gut an
Corona: Inzidenz bei 5,4 - Sterberate in Remscheid steigt um 9,2 Prozent
Corona: Inzidenz bei 5,4 - Sterberate in Remscheid steigt um 9,2 Prozent
Corona: Inzidenz bei 5,4 - Sterberate in Remscheid steigt um 9,2 Prozent

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Kommentare