Schafzucht

Schaftage in Krefeld: Alle elf Bergschafe schneiden mit Bravour ab

Klaus-Louis Hanne züchtet erfolgreich Bergschafe, mit elf Tieren war auf den Schaftagen in Krefeld. Foto: Michael Schütz
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Klaus-Louis Hanne züchtet erfolgreich Bergschafe, mit elf Tieren war auf den Schaftagen in Krefeld.

Für Züchter Klaus-Louis Hanne hat sich der Besuch der Schaftage gelohnt

Von Peter Klohs

Remscheid. „Bergschafe sind schon besonders“, weiß Klaus-Louis Hanne, und er muss es wissen. Seit 2008 züchtet er diese Schafrasse und besitzt inzwischen 80 Exemplare der robusten und anspruchslosen Tiere, die auf vier Remscheider Weideflächen verteilt sind.

„2007 haben wir – mein Mann Björn und ich – den Hof im Bornstal gekauft, und 2008 sind die ersten Tiere hier eingezogen. Besonders was die Temperaturen und den bergischen Regen betrifft, sind die Bergschafe sehr pflegeleicht. Allerdings ist die Zucht schwierig, weshalb diese Schafrasse vom Aussterben bedroht ist. Die Bergschafe sind die einzige Schafrasse, die eine Beziehung zu Menschen aufbaut, was schon etwas Besonderes ist, wenn man weiß, dass Schafe Fluchttiere und von Natur aus eher ängstlich sind.“

In separierten und quadratischen Flächen stehen und liegen etwa 10 Schafe in der großen Scheune: schwarze, braune und gescheckte. „Es gibt sie auch in komplett weiß“, weiß der Züchter. „Schwarze werden so gut wie gar nicht mehr gezüchtet. Wir sind der einzige Zuchtbetrieb in NRW für schwarze Bergschafe. Ich hoffe sehr, dass es zu diesem Thema bald eine Kehrtwende geben wird. Heutzutage ist die Wolle der Tiere so gut wie wertlos, und da die schwarzen Bergschafe kräftiger als die Braunen sind und so über mehr Muskelmasse und Fleisch verfügen, bietet sich die Zucht der schwarzen Tiere quasi an. Bei uns gibt es nur Schafe mit Stammbaum. Da ist ein extremer Aufwand zu betreiben.“

Jede Wollfarbe bedeutet eine eigene Rasse

Gerade in diesen Tagen ist Klaus-Louis Hanne sehr beschäftigt, denn die Schafe werden für die NRW-Schaftage in Krefeld vorbereitet. „Da werden die verschiedenen Schafrassen vorgestellt und von Fachleuten bewertet“, weiß der Züchter. „In diesem Jahr werde ich mit drei Rassen dabei sein, denn jede Wollfarbe bedeutet eine eigene Rasse. Mit elf Schafen zeigen wir auf den Schaftagen wohl die meisten Tiere. Insgesamt sind bisher 14 Rassen angemeldet.“

Die Preisrichter achten auf den Körperbau der Tiere, auf den Bewegungsablauf und mehr Dinge, die ein Laie niemals zur Kenntnis nehmen könnte: Hornansätze, Farbfehler, Zähne, Muskelbildung, Gesamteindruck. Züchter, die in der jeweiligen Rasse das Schaf präsentieren können, das am wenigsten Anlass zur Kritik gibt, werden Landessieger.

„Was ich davon habe? Ich bekomme eine Schleife“, lacht Hanne. „Natürlich steigt unser Bekanntheitsgrad mit so einem Preis, aber die Schafe, die wir – vielleicht auch bei den Schaftagen – verkaufen, werden dadurch nicht teurer. Eventuell verkaufen sie sich etwas leichter.“

Was genau bei den Schaftagen in Krefeld passiert, ist im Vorfeld nicht zu prognostizieren. „Auch die Schafe haben Launen“, weiß Hanne, „haben mal einen schlechten Tag, sind nervös oder ungeduldig. Das wird ein spannender Tag.“

Alle vier Böcke konnten verkauft werden

Und so war es. Am Montagmorgen nach den NRW-Schaftagen ist Hanne erschöpft, aber zufrieden. „Es war mega-anstrengend“, berichtet er, „und ich mache so etwas definitiv nicht mehr mit so vielen Schafen. Andere Züchter haben uns bei der Präsentation helfen müssen.“

Der Erfolg gibt dem Züchter Hanne Recht: Alle 11 Schafe wurden in das Zuchtbuch eingetragen. Zusätzlich wurde ein Schaf sehr gut bewertet: „Dreimal die 8. Und 9 ist die höchste Wertung.“ Für einen Landessieger hat es dieses Mal nicht gereicht, aber das ist Hanne auch nicht wichtig. Viel wichtiger ist, dass er alle vier mitgenommenen Böcke verkaufen konnte. Die Tiere stehen noch auf seinem Hof und werden in den nächsten Tagen abgeholt. „Das war Werbung für das komplette nächste Jahr“, weiß der Züchter. „Aber jetzt gilt es, erst einmal, den Kopf wieder frei zu bekommen und sich zu erholen.“

2022 stehen die nächsten Schaftage an, dann im Haus Düsse nahe Bad Sassendorf, wo das Treffen der Schafzüchter traditionsgemäß in geraden Jahren abgehalten wird.

Hintergrund

Klaus-Louis Hanne besaß seine ersten eigenen Schafe im Alter von vier Jahren. „Es waren Heidschnucken“, erinnert er sich. Sein Vater besaß im niedersächsischen Kreis Celle einen großen Hof, auf dem in Spitzenzeiten bis zu 220 Tiere Platz fanden. „Die habe ich alle versorgt.“ Hanne wollte Schäfer werden, aber sein Vater war dagegen. So trat Hanne in eine kaufmännische Lehre ein und betrieb die Schafzucht nebenher. „Aber dass ich jetzt als Züchter auch die kaufmännischen Komponenten kenne, ist schon sehr hilfreich.“ Seit 2008 züchtet der in einem Natursteinbetrieb tätige Klaus-Louis Hanne im Nebenerwerb Bergschafe.

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