Coronavirus

Erst 67 Prozent der Remscheider haben Erstimpfung - Aktion an Berufskollegs

Verdeutlichte gestern Morgen anschaulich die Corona-Folgen: Apotheker Henning Denkler in der Aula des Berufskollegs Technik. Foto: Roland Keusch
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Verdeutlichte anschaulich die Corona-Folgen: Apotheker Henning Denkler in der Aula des Berufskollegs Technik.
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AOK setzt Mobil ein - An neun Terminen vom 4. bis 29. Oktober sollen ungeimpfte Schüler erreicht werden.

Remscheid. Nun wird doch an den drei Remscheider Berufskollegs gegen Corona geimpft. Nachdem der Krisenstab zunächst zu der Erkenntnis gelangt war, dass man die Schüler besser nicht dem sozialen Druck aussetzen solle und es zumutbar sei, bis zum 30. September das Impfzentrum aufzusuchen oder danach einen niedergelassenen Arzt, gibt es nach der Kritik an dieser Entscheidung eine neue Entwicklung.

Das AOK hat seine Dienste den Berufskollegs angeboten. Die Krankenkasse setzt ihr Impfmobil ein, um vor Ort Schüler ab 15 Jahren mit Johnson & Johnson (Einmalimpfung) oder Biontech zu schützen. Wer unter 16 ist, benötigt eine Einverständniserklärung der Eltern. Die entsprechenden Einwilligungs- und Aufklärungsbögen werden an den Kollegs vorab an Ungeimpfte verteilt. Sind sie unterschrieben, müssen die Sorgeberechtigten bei Unter-16-Jährigen nicht persönlich anwesend sein.

Das Mobil der AOK, das die Größe eines großen Camping-Caravans besitzt, wird vom 4. Oktober bis 29. Oktober (jeweils 7.45 bis 14.30 Uhr) neun Mal ausrücken. Je drei Mal zum Berufskolleg Technik (4.10./6.10./29.10.), Wirtschaft und Verwaltung (4.10./26.10./29.10.) sowie zum Käthe-Kollwitz (8.10./25.10./27.10.). Die Teilnahme an der Impfung ist freiwillig. Wer sich entscheidet, dabei zu sein, wird für die Teilnahme für eine halbe Stunde vom Unterricht freigestellt.

Im Berufskolleg Technik werden morgens mit der AOK in der Aula Vorgespräche geführt und dort werden die Schüler dann auch ihre 15-minütige Wartezeit nach der Impfung verbringen. „In dieser Zeit wird es für alle Wartenden Brötchen, Teilchen oder Kaltgetränke geben“, kündigt Schulleiter Oliver Lang an. Die Zahl der Impfungen täglich ist auf 60 Personen begrenzt.

Standpunkt: Fast 40.000 ohne Schutz

Von Frank Michalczak

frank.michalczak@rga.de

Zuletzt sind die Inzidenzwerte in Remscheid gesunken – auf nunmehr 41 Corona-Fälle, bezogen auf 100 000 Einwohner in den letzten sieben Tagen. Ob dieser positive Trend jedoch von Dauer sein wird, steht und fällt mit der Zahl jener, die sich impfen lassen. Vor diesem Hintergrund ist die mobile Aktion der AOK an den drei Berufskollegs sinnvoll und notwendig. Denn nicht jeder junge Mensch hat einen Hausarzt. Und auch nicht alle haben bislang den Weg zum Impfzentrum gefunden – sei es aus Unkenntnis oder wegen einer gewissen Bequemlichkeit. Und wenn auch nur ein paar Dutzend Berufsschüler die Gelegenheit am Schopfe packen, die ihnen die AOK wenige Meter von ihrem Klassenzimmer entfernt bietet, hätte sich der Aufwand bereits ausgezahlt. Rund 74 000 Menschen haben zwar in Remscheid die erste Impfung erhalten. Bei knapp 40 000 ist dies aber noch nicht der Fall – und das sind längst nicht nur Kinder unter zwölf Jahren, die noch nicht geimpft werden dürfen. Um Ungeimpfte zu erreichen und im Zweifel auch zu überzeugen, lohnt sich jede Anstrengung.

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