Blauer Mond

Aldi richtet Mannesmannturm wieder auf

Franziska Bach aus der Aldi- Regionalzentrale – hier Prof. Dr. Horst A. Wessel vom Förderverein MannesmannHaus – erläuterte in der Gaststätte Rautzenberg die nächsten Schritte zum Wiederaufbau des „Blauen Mondes“ im Remscheider Südbezirk. Foto: Roland Keusch
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Franziska Bach aus der Aldi- Regionalzentrale – hier Prof. Dr. Horst A. Wessel vom Förderverein MannesmannHaus – erläuterte in der Gaststätte Rautzenberg die nächsten Schritte zum Wiederaufbau des „Blauen Mondes“ im Remscheider Südbezirk.
  • Andreas Weber
    VonAndreas Weber
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Nach sechs Jahren am Boden: Das Wahrzeichen im Südbezirk wird im ersten Quartal 2022 saniert.

Remscheid. Der Mannesmannturm wird wieder aufgerichtet. Bei einer Versammlung der IG Blauer Mond Donnerstagabend in der Gaststätte Rautzenberg bekräftigte Franziska Bach, Leiterin Immobilien und Expansion bei Aldi Nord in Radevormwald, die Absicht des Discounters, den 59 Meter hohen Stahlriesen an der Burger Straße 85 so schnell wie möglich aufzustellen. Sechs Jahre, nachdem das Wahrzeichen des Südbezirks nach einem Sturm als Gefahrenobjekt flachgelegt werden musste, könnte er im Frühjahr 2022 als Zeugnis einer einmaligen Industriekultur wieder weithin sichtbar sein.

Nachdem Eigentümer Aldi 2015 erst Bereitschaft signalisiert hatte, das „MW“ in die Höhe zu hieven, rückte die Supermarktkette später lange von dieser Zusage ab. Anhaltende Proteste in ganz Remscheid, vor allem im Südbezirk, verbunden mit der Gründung der IG Blauer Mond um Bernd Schützeberg und Verhandlungen mit dem Denkmalschutz und der Bauaufsicht führten zum Durchbruch. Aldi nimmt das Geld für den Wiederaufbau in die Hand. Franziska Bach erklärte, sie wolle nicht in der Vergangenheit rühren, sondern nach vorne blicken.

Allerdings dämpfte sie hohe zeitliche Erwartungen. „Es wird nicht mehr dieses Jahr klappen. Wir müssen die Vorlaufzeiten der Stahlbauer und die Witterung berücksichtigen.“ Benötigt wird eine Spezialfirma. „Und das ist für uns kein Tagesgeschäft. Wir sind seit fünf Monaten dran, ein geeignetes Unternehmen zu finden. Mittlerweile liegen uns aber zwei Angebote vor.“ Das Gerüst aus Siemens-Martinstahl muss erst saniert und der Kopf, der beim sturmbedingten Fall abgeflext worden war, wieder verschweißt werden. „Die Arbeiten werden mehrere Wochen dauern“, meinte Bach. Sie geht davon aus, dass sie im ersten Quartal 2022 durchgeführt werden.

Ob der Blaue Mond wieder leuchtet, ist unklar

Die nahe liegende Frage aus dem mit 36 Zuhörern voll besetzten Saal, ob der „blaue Mond“ tatsächlich noch einmal 50 Jahre nach seiner Einweihung erstrahlt, ließ die Aldi-Repräsentantin offen. „Die Beleuchtung ist nicht Gegenstand des Wiederaufbaus.“ Versammlungsleiter Horst A. Wessel (Förderverein MannesmannHaus) sprang ihr bei: „Als Aldi den Turm übernahm, leuchteten die Neonröhren schon nicht mehr.“

Losgelöst davon, ob Aldi sich am Licht beteiligt, sieht es Wessel als unerlässlich an, auf Sponsorensuche für eine LED-Beleuchtung zu gehen. Dabei hofft er auf Unternehmenshilfe und Unterstützung beim Mannesmann-Nachfolger nebenan. Kalkuliert wird grob mit einer Summe von 30 000 Euro für die Illumination, nicht eingerechnet Folgekosten.

Die Beleuchtung ist nicht Gegenstand des Wiederaufbaus.

Franziska Bach, Aldi Nord

Wessel erinnerte daran, dass es allein aus Sicherheitsgründen für den Flugverkehr notwendig sein könne, dass das „MW“ als Orientierungspunkt nachts zu sehen sein müsse. Zuhörer Wilfried-G. Mehlmann nahm die Verantwortlichen in die Pflicht: „Wir dürfen die Beleuchtung nicht vergessen.“ Mehlmann erinnerte sich unter dem Beifall der Anwesenden daran, wie er früher den „blauen Mond“ empfand: „Ich kam aus der Ferne über die Autobahn, sah den Turm und wusste, jetzt bist du Zuhause.“

Mit dem Turm verbinden sich weitere Hoffnungen. Den Investoren Rainer Dorn und Harald Schlösser gehört das Areal am Mannesmannpark, dessen einstiger Erholungswert heute auf ein kümmerliches Minimum geschrumpft ist.

Neben dem Aldi, der sich auf 1200 qm vergrößern will, planen Dorn & Schlösser einen großflächigen Frischemarkt. Im Südbezirk, dem eine vernünftige Nahversorgung fehlt, wird dies seit Jahren begrüßt. Dem steht ein rechtskräftiger B-Plan entgegen, der an der Stelle Gewerbe vorgibt und keinen weiteren Einzelhandel. Der anwesende Rainer Dorn machte aber Hoffnung, sprach davon, dass es Gespräche mit der Stadt gäbe, jedoch noch ein längerer Prozess bevorstehe.

Klare Kante

Bezirksbürgermeister Stefan Grote betonte bei der Versammlung, dass die BV Süd der Stadtverwaltung schon zu Beginn des Jahres einstimmig auf den Weg gegeben habe zu prüfen, was an dem Standort Burger Straße 85 möglich sei, um die Nahversorgung zu verbessern. Mit dem Ergebnis rechnet Grote noch in diesem Jahr bei der nächsten BV-Sitzung. „Es ist lang genug rumgeeiert worden, die Verwaltung muss endlich klare Kante zeigen“, forderte Grote und verwies auf das, was am Hasten einzelhandelsmäßig erlaubt sei.

Der RGA lüftet die zehn Mannesmann-Geheimnisse.

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