Welt-Aids-Tag

Aids wird noch immer stigmatisiert - Jana Kawina berät und testet Menschen

Am 1. Dezember ist Welt-Aids-Tag. Jana Kawina berät und testet Menschen in der Projektstelle Lennep am Mollplatz, die zur Aids-Hilfe Wuppertal gehört. Aids werde noch immer stigmatisiert. Foto: Roland Keusch
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Am 1. Dezember ist Welt-Aids-Tag. Jana Kawina berät und testet Menschen in der Projektstelle Lennep am Mollplatz, die zur Aids-Hilfe Wuppertal gehört. Aids werde noch immer stigmatisiert.

Dass ein Virus seinen Schrecken verlieren kann, zeigt der Fortschritt in der Behandlung von Aids.

Von Alexandra Dulinski

Remscheid. „Wenn Menschen gegen HIV Medikamente nehmen, sind sie nicht mehr ansteckend“, weiß Jana Kawina, Beraterin der Aids-Hilfe Wuppertal mit Niederlassung am Mollplatz in Lennep. „Das ist unsere Botschaft“, erklärt sie. Seit 1988 ist der 1. Dezember der Welt-Aids-Tag. Aber noch immer hätten die Menschen ein falsches Bild von der Krankheit im Kopf, sagt Kawina.

Seit April 2019 ist sie in der Kooperation zwischen der Aids-Hilfe Wuppertal und der Stadt Remscheid tätig, seit Januar berät und testet sie in einem eigenen Büro in Lennep. „Durch die Corona-Pandemie hat das Testaufkommen bei uns deutlich zugenommen“, berichtet sie. Das Gesundheitsamt, das normalerweise Tests durchführt, hat sein Angebot aufgrund der Pandemie heruntergefahren. „Wir schließen die Lücke“, erklärt Jana Kawina. Neben Aids testet sie auch auf Hepatitis C und Syphilis und berät in allen Fragen rund um Sexualität, sexuell übertragbare Infektionen (STI) und Prävention.

„Viele Schüler haben keine Ahnung von Aids.“

Karin Hoeltz, Amtsärztin

„Es ist unsere Aufgabe zu zeigen, dass Aids-Hilfe in der Stadt stattfindet“, erklärt Kawina. Da das Angebot in Remscheid recht neu ist, ist es noch nicht allzu bekannt. Etwa einen Test alle zwei Wochen führt Jana Kawina durch, einen Menschen pro Woche berät sie. Ihr Schwerpunkt liegt im Bereich Migration. „Da sind die Themen manchmal anders besetzt“, erklärt sie.

Aids sei insgesamt ein sehr hochschwelliges Thema. „Es ist noch immer hoch stigmatisiert“, weiß die Beraterin. Neben der Aids-Beratung steht bei der Aids-Hilfe auch queeres Leben im Vordergrund. Als queer bezeichnen sich Menschen, die nicht der heterosexuellen Geschlechternorm entsprechen, beispielsweise Schwule, Lesben, Bisexuelle und Transgender.

Wie lebe ich meine Sexualität aus, wie offen lebe ich damit, oute ich mich? „Die Fragen reichen von Brustabbinden bei Trans-Menschen bis hin zur Namensänderung“, sagt Jana Kawina. Der Arbeitskreis „Queer in Remscheid“ habe schon einen queeren Jugendtreff in der Gelben Villa ins Leben gerufen und plant Aktionen für Menschen mittleren Alters.

Beratung: Termine zur Beratung und Testung bei Jana Kawina sind möglich unter Telefon (01 76) 34 55 19 33 oder per E-Mail an: j.kawina@aidshilfe.wtal.de

Die Zahl der HIV-Neuinfektionen in Deutschland sowie bei Menschen deutscher Herkunft, die sich im Ausland infiziert haben, schätzt das Robert-Koch-Institut für das Jahr 2020 auf 2000. Die Zahl liegt damit niedriger als 2019 (2300 Neuinfektionen).

Warum die Zahl in der Corona-Pandemie niedriger ist als im Vorjahr, lässt sich nur spekulieren. „Entweder gibt es weniger Fälle, weil die Menschen ihre Kontakte in der Pandemie deutlich reduziert haben, oder die Menschen haben keine Testmöglichkeit gefunden, weil die Gesundheitsämter zurzeit nicht testen“, sagt Karin Hoeltz, Amtsärztin im Gesundheitsamt Wuppertal, dem das Bergische Kompetenzcenter Aids- und STI-Koordination angehört, welches für Remscheid zuständig ist. Medizinisch habe sich viel getan in den vergangenen Jahren. „Wird ein Fall bekannt, ist bei den Kollegen, in der Kita der Kinder oder bei Arztbesuchen oft Holland in Not. Das ist medizinisch überflüssig“, weiß Hoeltz. Etwas ist ihr besonders aufgefallen „Ich habe das Gefühl, dass das Thema Aids aus den Augen geraten ist. Viele Schüler haben keine Ahnung von Aids.“

Veranstaltungen am 1. Dezember

Aktion: Rote Schleifen werden verteilt im Allee-Center, auf der Alleestraße und auf dem Weihnachtsmarkt, mit Spendenmöglichkeit, 14 bis 16 Uhr.

Buchläden: Lesezeichenaktion lokaler Buchhändler (Barnes, Schmitz, Thalia, Stadtbibliothek).

Rallye: Zwischen 17 und 19 Uhr findet in der Welle, Wallstraße 54, für Jugendliche zwischen 11 und 17 Jahren eine Aids-Rallye statt – ein Informations- und Erlebnisparcours rund um das Thema HIV/Aids, STIs (sexuelle übertragbare Krankheiten), Sexualität und Verhütung. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Ausstellung: Schaufensterausstellung mit Postern von Kampagnen der Aids-Hilfe der vergangenen 40 Jahre. Bis 9. Dezember ganztägig, Am Markt 13.

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