Bundestagswahl 2021

AES-Projektkurs interviewt Kandidaten für den Bundestag

Ein Teil des Projektkurses Migration an der AES: Egemen Keser, Nisa Yildirim, Amina Binorac, Irem Karatas, Lukas Tischler und Ricardo da Silva (v. l.). Foto: Roland Keusch
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Ein Teil des Projektkurses Migration an der AES: Egemen Keser, Nisa Yildirim, Amina Binorac, Irem Karatas, Lukas Tischler und Ricardo da Silva (v. l.).
  • Andreas Weber
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Zehn Schüler der Albert-Einstein-Gesamtschule befragten Bundestagskandidaten zu Afghanistan-Flüchtlingen.

Remscheid. „Jeder, der vor einem Krieg flieht, hat ein Recht auf Asyl.“ Für den 17-jährigen AES-Gesamtschüler Egemen Keser ist völlig klar, dass Deutschland eine Verpflichtung hat, Flüchtlinge aus Afghanistan aufzunehmen. Wie das die sechs Bundestagskandidaten aus dem Wahlkreis 103 beurteilen, wollte der Projektkurs Migration genau wissen. Die Albert-Einstein-Gesamtschüler befragten die hiesigen Vertreter der im Bundestag vertretenen Parteien im persönlichen Gespräch und erhielten unterschiedliche Antworten.

Dass Frederick Kühne (AfD) nur eine dreistellige Zahl aufnehmen möchte, findet Burak Kara „erschreckend“. Der 17-Jährige nennt es aber auch „peinlich“, dass andere Parteienvertreter sich nicht konkret festlegen. Jürgen Hardt (CDU) erklärte, dass zunächst Afghanistans Nachbarstaaten wie Pakistan, Usbekistan und Tadschikistan gefordert sein, Ingo Schäfer (SPD) plädierte für eine EU- Lösung. Wenn es die nicht gäbe, müsse Deutschland komplett in die Bresche springen.

Silvia Vaeckenstedt (Grüne) betonte, dass es Schutz für alle Ortskräfte geben müsse, die für das deutsche Militär oder andere Einrichtungen gearbeitet haben, aber auch für verfolgte Journalisten und Künstler. Robert Weindl (FDP) würde allen Gefährdeten einen sicheren Hafen bieten, hält aber eine Rückführung für geboten, sobald es die Lage erlaube.

Beiträge der Schüler werden online zu sehen sein

Shoan Vaisi (Linke) legte sich auf keine Flüchtlings-Aufnahmezahlen fest, erinnerte die Gesamtschüler daran, dass sowohl Stationierung der deutsche Truppen am Hindukusch als auch der letztlich verfrühte Abzug ein Fehler gewesen sein. Am plausibelsten erschien es dem Projektkurs, eine einvernehmliche Lösung im Rahmen der Europäischen Union herbeizuführen.

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Insgesamt fünf Fragen zum Thema Afghanistan hatte die zehnköpfige Gruppe vorbereitet. Kursleiter Jochen Menn (der Ende Januar 2022 mit 65 Jahren als Lehrer in Ruhestand gehen wird) und seine Nachfolgerin Rowena Kichler waren positiv überrascht, dass sich alle Bewerber bereitwillig vor die Handy-Kameras der AES-Schüler stellten. Kühne kam sogar für das Kurzinterview in der Schule vorbei.

Wählen dürfen die zumeist 17-Jährigen aus der Jahrgangsstufe 12 noch nicht. Amina Binorac, Umut Cennbas, Ricardo da Silva, Selinay Demirel, Burak Kara, Cenap Kaan Karakaya, Irem Karatas, Egemen Keser, Lukas Tischler und Nisa Yildirim gingen aber hochmotiviert an die Aufgabe heran, den Politikern Statements zu entlocken. Von deren Antworten gibt es zwei Versionen. Zum einen die von Irem Karatas geschnittene Kurzfassung zur Frage, wie viele Flüchtlinge Deutschland aufnehmen solle. Zum anderen die Langversion mit zum Teil weiteren detaillierten Aussagen. Diese sollen auch Mitschülern und weiteren Interessierten zugänglich gemacht werden. Rowena Kichler plant, die Beiträge mit dem Kurs auf die AES-Homepage zu stellen oder auf dem neu eingerichteten Instagram-Kanal (aes_rs_insta) vorzustellen. Einmal wöchentlich kommt der Projektkurs freitags morgens zusammen. Nachdem er sich zu Beginn des Schuljahres als Einstieg ein „ZDF-Auslandsjournals extra“ zum Afghanistan-Konflikt angeschaut hatte, will sich der Projektkurs Migration im Laufe des Schuljahres weiter in die Materie vertiefen.

Projektkurs Migration möchte mit Flüchtlingen ins Gespräch kommen

Burak Kara könnte sich vorstellen, mit in Remscheid lebenden Flüchtlingen ins Gespräch zu kommen oder einen hochrangigen Politiker zur Diskussion einzuladen. Für Ricardo da Silva wäre eine Straßenumfrage eine Idee, um Remscheider mit den mitgeschnittenen Bewerberaussagen zu konfrontieren und um ihre Einschätzung zu bitten. Auch eine Bildungsreise nach Berlin zu den Schalthebeln der Entscheidungsträger würden die meisten im Kurs befürworten. Eine Ausweitung des Themas Flüchtlinge über Afghanistan hinaus regt Menn an: „Denn aktuell sind 65 Millionen Menschen laut UNHCR auf der Flucht. So viele wie noch nie.“

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