Barmer Straße in Lüttringhausen

Ärztehaus könnte früheres Kino ersetzen

Seit 15 Jahren steht das frühere Kino in Lüttringhausen leer. An der Barmer Straße könnte ein Ärztehaus entstehen. Foto: Doro Siewert
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Seit 15 Jahren steht das frühere Kino in Lüttringhausen leer. An der Barmer Straße könnte ein Ärztehaus entstehen.

Investor ist an Projekt an der Barmer Straße interessiert – Planungen stehen am Anfang.

Von Manuel Böhnke

Remscheid. Ginge es nach Karin Bartels, würden die Bagger an der Barmer Straße besser heute als morgen rollen. Die 70-Jährige muss sich aber wohl noch gedulden. Für die Erbengemeinschaft ihrer Familie versucht sie seit knapp 15 Jahren, das frühere TT-Filmtheater zu vermarkten. Der große Durchbruch ist bislang ausgeblieben. Doch nun gibt es eine neue Perspektive: In Lüttringhausen könnte ein Ärztehaus entstehen – Wohneinheiten, Apotheken und Bistro inklusive. Das Projekt steht allerdings noch ganz am Anfang.

Ideen für die Zukunft des Gebäudes gab es zu Genüge. Betreutes Wohnen war Bartels zufolge etwa ebenso im Gespräch wie ein Kindergarten sowie ein Komplex mit Eigentumswohnungen und einem Gastronomiebetrieb. Gescheitert sind sie unter anderem daran, dass der Bebauungsplan für das Erdgeschoss eine gewerbliche Nutzung vorsieht. Außerdem hätte Bartels gerne das Kinogebäude und den benachbarten Parkplatz gemeinsam vermarktet. Diesem Plan hatte die Stadt 2017 eine Absage erteilt: Sie wollte das Areal vorhalten, um bei steigenden Zahlen eine Unterkunft für Flüchtlinge bauen zu können.

„Noch stehen wir ganz am Anfang.“
Wieland Rahn über die Pläne für die Barmer Straße 18

Seit 16 Jahren wohnt die Remscheiderin Bartels inzwischen in Norddeutschland. Das Geschehen in ihrer Heimatstadt verfolgt sie allerdings noch sehr genau. Und so ist es ihr nicht entgangen, dass Lüttringhausen aller Voraussicht nach ab Jahreswechsel ohne Kinderarzt dasteht. „Das war für mich der Startschuss, über ein Ärztehaus nachzudenken“, erzählt sie. In der S+W Rahn Immobilien GbR hat sie einen möglichen Investor gefunden.

„Noch stehen wir ganz am Anfang“, betont Geschäftsführer Wieland Rahn. Sein Unternehmen hat Erfahrungen mit ähnlichen Projekten. In Gevelsbergs, dem Firmensitz, ist jüngst ein Medizinisches Versorgungszentren (MVZ) entstanden. „Deshalb fänden wir auch ein Ärztehaus in Lüttringhausen grundsätzlich spannend“, erklärt Rahn.

Ein zweistöckiges Haus könnte entstehen, dahinter sich ein eingeschossiges Gebäudeteil anschließen. Fünf Arztpraxen, ein Bistro und eine Apotheke hätten in der Barmer Straße 18 Platz. Ein Pharmazeut habe bereits Interesse bekundet. Rahn könnte sich aber auch eine „große Lösung“ mit dem benachbarten Parkplatz vorstellen: In diesem Fall böte das Grundstück zusätzlich Platz für betreutes oder Mehrgenerationenwohnen. Weiterhin geben soll es auch öffentliche Stellplätze.

Ein Vorgespräch zwischen Wieland Rahn und der Stadt hat bereits stattgefunden. Baudezernent Peter Heinze begrüßt die Idee: „Ich denke, dass ein Ärztehaus gut an diese Stelle passen würde.“ Auch hält er den Vorschlag für das ehemalige Kinogebäude planungsrechtlich für zulässig. Zu der Frage, ob der Investor auch den Parkplatz bebauen darf, hält sich Heinze bedeckt. Darüber muss die zuständige Bezirksvertretung entscheiden.

„Ich bin gespannt auf die genauen Pläne“, betont der Baudezernent. Die möchte Rahn Heinze zeitnah vorstellen. Aktuell sei ein Konzept in Arbeit. Der Geschäftsführer zweifelt allerdings daran, es noch in diesem Jahr fertigstellen zu können.

Nach 15 Jahren brennt Karin Bartels eine möglichst schnelle Lösung für die Barmer Straße 18 unter den Nägeln. Aus den Plänen kann jedoch nur Realität werden, wenn sich Mediziner für das Ärztehaus finden. Die 70-Jährige hat deshalb bereits Kontakt zu verschiedenen Stellen aufgenommen. Auch die Rahn-Mitarbeiter haben ihre Fühler ausgesteckt. „Wir sind auf der Suche nach einem Allgemeinmediziner, der sich in Lüttringhausen niederlassen möchte“, erklärt der Geschäftsführer. Sei der gefunden, folgten weitere Facharztpraxen in der Regel deutlich einfacher.

Am Montag meldete sich ein potenzieller Interessent bei Karin Bartels. In der Umgebung betreibe der eine Praxis, möchte eine zweite aufmachen. „Für diesen Fall bräuchten wir möglichst schnell einen freien Kassensitz“, sagt die 70-Jährige. Es bleibt noch viel zu tun.

Geschichte

1956 eröffnete Karin Bartels Vater Wilhelm Telgmann das Kino an der Barmer Straße. 1966 wurde das Haus umgebaut, bot fortan Platz für verschiedene Händler. 2005 zog der Discounter Lidl an die Straße Am Schützenplatz. Seitdem sucht Bartels nach einer neuen Bestimmung für die Immobilie.

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