Pandemie

Ärger um Promo-Teams vor Supermärkten

Ohne Promo-Teams – so wünscht sich nicht nur Bernhard Schmitz den Eingang des Marktes, sondern auch dessen Betreiber, der Promoaktionen wegen Corona verboten hat. Foto: Roland Keusch
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Ohne Promo-Teams – so wünscht sich nicht nur Bernhard Schmitz den Eingang des Marktes, sondern auch dessen Betreiber, der Promoaktionen wegen Corona verboten hat.

Hilfsorganisationen werben auch in Corona-Zeiten Mitglieder.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Als Bernhard Schmitz vor einigen Tagen einkaufen war, wartete an der Tür des Supermarktes an der Kronprinzenstraße eine unliebsame Überraschung auf ihn. Denn dort sprach ihn eine Mitglieder-Werberin des Arbeiter Samariter Bundes (ASB) an. Entkommen sei kaum möglich gewesen, so dicht habe sich das Promo-Team vor dem Eingang postiert, berichtet Schmitz: „Solche Werbeaktionen finde ich grundsätzlich unangenehm“, sagt er. Doch in Zeiten von Corona seien sie völlig überflüssig.

Den beiden Mitarbeitern vor Ort mache er keinen Vorwurf, sagt Bernhard Schmitz. Die gingen nur ihrer Arbeit nach. Doch der ASB müsse sein Handeln noch einmal dringend überdenken: „In Corona-Zeiten sollte man solche Werbeveranstaltungen am besten ganz lassen.“

Das sieht die Hilfsorganisation allerdings anders – und verweist auf RGA-Anfrage darauf, dass man das Geld, das die neuen Mitglieder einbringen, benötige. Nur eine „kontinuierliche Mitgliederwerbung“ sichere die Finanzierung der Angebote des ASB, sagt Pressereferentin Alexandra Valentino: „Da diese Aufgabe weder durch die mit der konkreten Hilfe für die Menschen ausgelasteten ehrenamtlichen Aktiven, noch durch die Medien geleistet werden kann, bleibt uns zur Sicherung unserer Angebote nur die seit Jahrzehnten mit gutem Erfolg gewählte Form des Einsatzes externer Werbeorganisationen.“

Denn in den Jacken von ASB, WWF, Greenpeace und Co. stecken in der Regel keine engagierten Ehrenamtler, sondern freiberufliche Promo-Mitarbeiter, die teils auf Provisionsbasis arbeiten. Die würden aber selbstverständlich „die aktuell geltenden und zusätzlich vereinbarten Hygieneschutzstandards eingehalten“, sagt Alexandra Valentino: „Die beauftragten Werbeorganisationen müssen darauf achten, dass deren Mitarbeitende gesund sind, einen Mund-Nasenschutz tragen und die Abstandsregeln einhalten sowie eine regelmäßige Desinfektion des Unterschriften-Tablets vornehmen.“ Ein direkter physischer Kontakt solle unbedingt vermieden werden.

Bernhard Schmitz wäre es trotzdem lieber, gar nicht erst im engen Eingangsbereich eines Supermarktes von Fremden angesprochen zu werden, erst recht in Zeiten von Corona und Abstandsregeln. Deswegen gehe er meist wortlos an den Promo-Teams vorbei. „Ich lasse mir doch kein Gespräch aufzwingen.“, sagt er.

Und trifft damit bei dem Betreiber des Supermarktes auf vollstes Verständnis. Denn die Michael Brücken GmbH, zu der der Rewe in der Kronprinzenstraße gehört, hat eigentlich alle Promo-Stände vor Ihren Märkten untersagt, ist aus der Zentrale in Hagen zu erfahren, und das schon seit März. Der Stand des ASB könne also nur aus Versehen dort gestanden haben. Bekomme man so etwas mit, schicke man die Teams sofort nach Hause.

In unserem Live-Blog finden Sie alle Informationen rund um das Coronavirus in Remscheid. Der Blog wird laufend aktualisiert.

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