1000 Flüchtlinge bisher

800 Geflüchtete mehr als 2021

Vorbereitungen in Unterkunft Hölterfeld.
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Vorbereitungen in Unterkunft Hölterfeld.
  • Frank Michalczak
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Die Stadt hat Probleme, die Geflüchteten unterzubringen. Darum möchte sie die Erstunterkunft in Hölterfeld erweitern.

Remscheid. Nach wie vor kommen Geflüchtete aus der Ukraine in Remscheid an. Der Zustrom habe sich aber auf einem hohen Niveau stabilisiert, berichtet Claudia Schwarzweller, die bei der Stadtverwaltung für die Zuwanderung zuständig ist. Sie steht weiterhin vor dem Problem, die Menschen unterzubringen und verdeutlicht diese Herausforderung mit einem Vergleich. „Im gesamten Jahr 2021 hat Remscheid 181 Geflüchtete aufgenommen. In diesem Jahr sind es bereits fast 1000.“ Rund 80 Prozent von ihnen flüchteten vor dem Krieg in der Ukraine.

Die Menschen kommen auf unterschiedlichen Wegen ins Bergische Land. Der Großteil hat einen Bezug zu Remscheid, weil hier Verwandte oder Freunde wohnen. Sie bieten ihnen zumindest vorübergehend ein Obdach. Daneben erhält die Stadt Zuweisungen von der Bezirksvertretung Arnsberg. „Das sind Geflüchtete, die in Unterkünften des Landes angekommen sind und auf die Kommunen verteilt werden“, erläutert die Fachdienstleiterin. Ihre Zahl wird jeweils nach dem Königsteiner Schlüssel berechnet. Auf dieser Grundlage muss die Stadt Remscheid 0,58 Prozent der Flüchtlinge aufnehmen, die in NRW angekommen sind.

Hier werden die Flüchtlinge versorgt

Um sie versorgen zu können, hat die Verwaltung eine neue Erstunterkunft in der Turnhalle Hölterfeld eingerichtet, in der mittlerweile 85 Menschen leben. Weitere Kapazitäten könne die Verwaltung in den Klassenräumen der benachbarten Schule schaffen. „Wir haben das Ziel, dass wir ihnen nach zwei Wochen den Umzug in eine Wohnung ermöglichen. Doch so einfach ist das nicht“, erklärt die Rathaus-Mitarbeiterin. Denn: Zunächst einmal müssen Wohnungen vorhanden sein, zuweilen müssten sie hergerichtet werden. „Und jeden einzelnen Umzug begleiten wir. Wir können die Menschen ja nicht einfach dorthin fahren und sie dann sich selber überlassen.“

Angesichts des Zustroms, der auch aus anderen Regionen der Welt zugenommen hat, will die Stadt die stillgelegte Sammelunterkunft in Lennep wieder in Betrieb nehmen. Das kann jedoch noch dauern. „Da sind noch vielfältige Renovierungsarbeiten nötig“, berichtet Claudia Schwarzweller. In der Zwischenzeit könnte eine weitere Turnhalle in eine Unterkunft umgewandelt werden. „Wir wollen das nicht“, hebt sie hervor. Es sei aber geboten, auf steigende Zuweisungszahlen reagieren zu können.

Standpunkt von Frank Michalczak: Kinder haben Priorität

frank.michalczak@rga.de

Längst zeichnen sich die Herausforderungen ab, die Remscheid zu meistern hat: Es gilt zunächst, all den Geflüchteten ein würdiges Obdach zu geben, die vor dem Krieg in ihrer Heimat geflohen sind. 800 Menschen sind bereits aus der Ukraine angekommen. Das ist der Hauptfaktor, der dazu führt, dass sich jetzt schon die Zahl der Geflüchteten in Remscheid im Vergleich zu 2021 verfünffacht hat.

Es ist aber nicht die einzige Ursache: Auch aus Krisengebieten wie Syrien, Afghanistan und dem Irak suchten zuletzt mehr Menschen Schutz. Dabei kann es nur ein erster Schritt sein, den Menschen ein Dach über dem Kopf zu geben. Es muss ihre Integration folgen. Und die beginnt bei den Jüngsten. 300 Kinder und Jugendliche sind schon da, weitere werden folgen. Das heißt: Weitere Kita- und Schulplätze müssen mit höchster Priorität geschaffen werden.

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