Coronavirus

43 Sauerstoffgeräte retten Leben in Indien

Ärzte und Schwestern brachten die Geräte gleich nach Erhalt zum Einsatz. Foto: Raghuvanshi
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Ärzte und Schwestern brachten die Geräte gleich nach Erhalt zum Einsatz.
  • Axel Richter
    VonAxel Richter
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Remscheiderin Helma Ritscher hatte zu Spenden aufgerufen – Vom Erfolg ist sie tief bewegt

Remscheid. Auf 10 Sauerstoffgeräte hatten sie gehofft. Es wurden 43, die im Kampf gegen Corona heute an 11 öffentlichen Krankenhäusern, Kliniken und Gesundheitszentren in Indien im Einsatz sind. Helma Ritscher, Vorsitzende der Deutsch-Indischen Gesellschaft in Remscheid, die zu der Spendenaktion aufgerufen hatte, zeigt sich tief bewegt. „Die Welle der Anteilnahme am Leid der Menschen und die spontane Hilfe war überwältigend.“

Groß ist deshalb der Dank, den die Remscheiderin an die Spenderinnen und Spender richtet. In Remscheid und ganz Deutschland. Denn die Mitte Mai angesichts apokalyptischer Bilder vom indischen Subkontinent in Remscheid gestartete Aktion „Sauerstoff für Indien“ zog weite Kreise. 32 250 Euro kamen am Ende zusammen. Geld für den Kauf von Sauerstoffgeräten, die nun insbesondere der armen Landbevölkerung zur Verfügung stehen sollen.

Den Menschen im Dorf Baghwanala nahe der Millionenstadt Varanasi am Ganges zum Beispiel. Dr. Lenin Raghuvanshi betreibt dort ein Gesundheitszentrum und bietet insbesondere der Bevölkerungsgruppe der Dalits seine Hilfe an. Im indischen Kastensystem rangieren sie ganz unten. Sie verdienen die geringsten Löhne und sind medizinisch am schlechtesten versorgt. Raghuvanshi versorgte die Dörfler mit Masken. Dann infizierte er sich selbst.

„Was für eine großartige Arbeit.“

Dr. Lenin Raghuvanshi, Menschenrechtler

Der Menschenrechtler hatte Glück, nach 12 Tagen auf der Intensivstation hatte er Covid-19 überstanden. Längst hat er seine Arbeit wieder aufgenommen und dankt den Remscheidern und allen Spendern. „Die Initiative Sauerstoff für Indien beweist wieder einmal die wunderbare Kooperation zwischen Indien und Deutschland, Varanasi und Remscheid“, erklärt Raghuvanshi: „Aus ganzem Herzen danke ich allen Sponsoren für die Unterstützung, um das Leben vieler Inderinnen und Inder in Varanasi und im östlichen Teil des Bundesstaates Uttar Pradesh zu retten. Was für eine großartige Arbeit.“

Bei aller Freude sind die 43 Sauerstoffgeräte freilich nicht mehr als der berühmte Tropfen auf den heißen Stein. Indien kämpft weiter gegen hohe Infektionszahlen, wobei die meisten Fälle auf die hochansteckende Delta-Variante zurückzuführen sind. Viele Fälle werden gar nicht erst erfasst. Das gilt insbesondere für die ländlichen Gebiete. Es fehlt an Tests und Impfstoff, dabei gilt Indien als Apotheke der Welt. Nach offiziellen Zahlen sind bis heute 400 000 Inder an Covid-19 gestorben.

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