Pandemie

Remscheid: So wird 3G in Bus und Bahn kontrolliert

Der Impfnachweis als QR-Code wird auf dem Smartphone gescannt. Foto: Christian Beier
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Getestet, genesen oder geimpft: Wer in Bus und Bahn kontrolliert wird, muss nicht mehr nur seinen Fahrausweis vorzeigen. Ein Impfnachweis oder ein gültiger Corona-Test sind Pflicht.

Ab Mittwoch, 24. November, gilt die Nachweispflicht im öffentlichen Nahverkehr.

Von Alexandra Dulinski

Remscheid. Wer mit Bus oder Bahn in Remscheid unterwegs ist, muss ab dem heutigen Mittwoch, 24. November, getestet, genesen oder geimpft sein. Die 3G-Regelung im ÖPNV gilt ab heute bundesweit.

Eine Liste der Remscheider Anbieter für Schnelltests finden Sie hier.

In den Remscheider Bussen wird stichprobenartig kontrolliert, ob sich die Fahrgäste an die Regel halten. „Wir haben Sicherheitskräfte eines externen Dienstleisters engagiert, die gemeinsam mit unseren Fahrausweisprüfern Kontrollen durchführen“, berichtet Klaus Zehrtner, Pressesprecher der EWR/Stadtwerke. Wer kontrolliert wird, muss entweder seinen Impfnachweis oder einen gültigen Test vorzeigen. „Das ist derselbe Mechanismus wie bei der Fahrausweiskontrolle“, erklärt Zehrtner.

So soll vor allem in den ersten Tagen vermehrt kontrolliert werden. „Danach werden wir die Kontrollen dem Bedarf anpassen“, sagt Zehrtner. Eine „ganze Reihe von Sicherheitskräften“ werde in Remscheid im Einsatz sein.

Wir rechnen damit, dass sich die Fahrgäste an die Regeln halten.

Klaus Zehrtner, EWR

„Wir haben diesen Weg gewählt, weil wir nicht wussten, wie sich die Situation entwickeln wird“, erklärt der Sprecher. Die Stadtwerke wollen nun Erfahrungen sammeln, ob sie die Kontrollen verstärken oder herunterfahren müssen. „Wir rechnen damit, dass sich die Fahrgäste an die Regeln halten. Unsere Fahrgäste sind sehr einsichtig“, weiß Klaus Zehrtner. Das habe sich bereits bei der Einführung der Maskenpflicht gezeigt. Durch die Kontrollen entstehende Kosten werden in den Corona-Rettungsschirm einbezogen werden, mutmaßt Klaus Zehrtner.

Der Kommunale Ordnungsdienst der Stadt wird die Stadtwerke nur im Bedarfsfall unterstützen, erklärt KOD-Leiter Daniel Pfordt. „Wir haben so viele andere Aufgaben, dass wir nicht auch zusätzlich die Busse kontrollieren. Das obliegt den Stadtwerken.“

Auch wer mit den Bahnen fährt, muss mit stichprobenartigen Kontrollen rechnen. „Angesichts der nun stark steigenden Inzidenzen ist es nachvollziehbar, dass auch im öffentlichen Verkehr die 3G-Regel eingeführt wird. Allerdings muss man dabei berücksichtigen, dass in einem offenen System mit täglich mehreren Millionen Fahrgästen keine lückenlosen Kontrollen stattfinden können“, heißt es dazu von Abellio.

Remscheid: 3G und Fahrticket werden in der Bahn zeitgleich kontrolliert

Mit Aus- und Umsteigern bleibt so kaum die Möglichkeit, alle Menschen zu kontrollieren, erklärt Hannelore Schuster, Pressesprecherin von Abellio. Problematisch sind im Schienenverkehr vor allem die häufigen Fahrgastwechsel und Haltestellen in kurzen Abständen. Die Überprüfung der Nachweise der Fahrgäste findet zeitgleich mit der Fahrkartenkontrolle statt. Das Personal sei aber nicht aufgestockt worden, erklärt Hannelore Schuster.

Die Überprüfung der 3G-Regel sei auch eine rechtliche Frage, erklärt das Unternehmen. „Als Eisenbahnverkehrsunternehmen haben wir rechtlich weder die Pflicht noch die Möglichkeit, die Einhaltung der 3G-Regel bei unseren Fahrgästen durchzusetzen. Wir haben lediglich die Möglichkeit, Fahrgäste ohne gültigen 3G-Nachweis von der Beförderung auszuschließen“, heißt es von Abellio.

Kontrolleur entscheidet, was passiert, wenn ein Fahrgast keinen Nachweis vorzeigt

Sollte sich ein Fahrgast weigern, seinen Nachweis vorzulegen oder keinen dabei haben, entscheide der Kontrolleur selbst, den Gast von der Weiterfahrt auszuschließen, sagt Schuster. „Ob unser Zugpersonal von dieser Möglichkeit Gebrauch macht, ist eine Ermessensentscheidung, die sich stets nach den Umständen des Einzelfalles richtet“, erklärt Abellio.

Im ÖPNV bestehe grundlegend eine Beförderungspflicht der Fahrgäste, die nur unter ganz bestimmten Kriterien ausgesetzt werden dürfe. Sollte sich ein Fahrgast weigern, auszusteigen, müsse unter Umständen die Bundespolizei einschreiten, erklärt Hannelore Schuster. Die kommt auch bei der Überlegung nach weiteren Kontrollen ins Spiel: „Sofern die Bundesregierung sich weitergehende Kontrollen vorstellt, muss sie die Frage beantworten, wie die öffentliche Mobilität aufrechterhalten werden soll und ob beispielsweise die Bundespolizei die Kontrollen dann auch im ÖPNV durchführt“, erklärt Abellio.

Hintergrund

Abellio: Durchsagen an Knotenpunkten werden regelmäßig über die geltenden Regeln informieren. „Zudem werden unsere Kundenbetreuer Reisende nötigenfalls bei ihren regulären Fahrkartenkontrollen auf die 3G-Regel im öffentlichen Personennahverkehr hinweisen“, schreibt Abellio in einem Statement. Zudem werden in den Fahrzeugen Informationsmedien ausgehängt und verteilt.

Regeln: Neben der 3G-Regelung im Bus gilt ab sofort auch die Regel am Arbeitsplatz. In Krankenhäusern, Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen wird die Testpflicht für Beschäftigte und Besucher ausgeweitet.

In unserem Blog finden Sie die neuesten Informationen zu Entwicklungen rund um das Coronavirus in Remscheid.

Standpunkt: Schwarze Schafe

Ein Kommentar von Alexandra Dulinski

alexandra.dulinski@rga.de

Ein paar schwarze Schafe wird es wohl immer geben. Solange die 3G-Regel nur stichprobenartig kontrolliert wird, wird es immer jemanden geben, der versucht, sich dadurch zu tun. Der das Schlupfloch sucht und lieber das Risiko eingeht, eine Strafe zu zahlen, als sich vorher testen zu lassen. Im Bus ließe sich der 3G-Nachweis vielleicht noch vorne beim Busfahrer vorzeigen. Aber was würde das bedeuten? Vermutlich hohe Zeitverluste, verspätete Busse, verärgerte Fahrgäste. Dass aber vermehrt kontrolliert wird, ist wichtig. Das setzt ein Zeichen. Denn wem bringt eine Regel etwas, wenn sie niemals kontrolliert werden würde. Klar ist: Für einen Großteil der Remscheider ändert sich mit der 3G-Regel in Bussen und Bahnen nichts. Wer geimpft ist, kann sorglos von A nach B fahren. Aufwendig wird es bloß für die Ungeimpften, die vor jeder Fahrt einen offiziellen Schnelltest machen müssen. Und das ist richtig so. Es soll unangenehm sein. Denn nur so können wir die Ungeimpften zur Spritze überreden.

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