Prozess

37-Jähriger muss auf Dauer in Psychiatrie

Das Landgericht in Wuppertal.
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Das Landgericht in Wuppertal.

Das Gericht hält den Remscheider für gemeingefährlich, nachdem er mehrere Menschen körperlich angegriffen hat.

Von Dirk Lotze

Remscheid. Nach Gewalt in der Öffentlichkeit muss ein psychisch erkrankter Remscheider (37) auf Dauer in eine besonders gesicherte, psychiatrische Klinik. Das Landgericht Wuppertal beschloss seine Einweisung als gemeingefährlich.

Zeugen zufolge hatte der Mann im Juni 2021 zwei Personen nacheinander am selben Tag verletzt: In einem Fall habe ihn ein Mann auf die Notwendigkeit hingewiesen, eine Corona-Maske zu tragen. Im zweiten Fall führte die Weigerung eines Geschädigten, ein Handy zu verleihen, zu Schlägen.

Der 37-Jährige ist seit Jahren psychisch erkrankt, bei seinen Taten gilt er als schuldunfähig. Zeugen zufolge hatte er drei Monate vor den Attacken in Remscheid einen Arzt in einer Klinik bewusstlos geschlagen, der ihn nicht als Patienten aufnehmen wollte. Der Beschuldigte war nach Vorfällen aus der Remscheider Fachklinik Tannenhof verwiesen worden und hatte Hausverbot erhalten, zum Schutz von Mitarbeitenden und Patienten. Der Tatort, eine Suchtklinik in Velbert, gehört zur selben Einrichtung, so dass das Hausverbot auch dort galt.

In dieser Situation mussten ihn die Mitarbeitenden ablehnen und an andere Krankenhäuser verweisen – außer in einem Notfall. Den schloss der zuständige Arzt aus. Er berichtete im Gericht, dass er den Mann nach dem ersten Gespräch trotzdem erneut im Haus sah. Er habe bekräftigt: „Sie haben Hausverbot, Sie müssen gehen.“ Darauf habe ihn der 37-Jährige angegriffen. Der Arzt erlitt Verletzungen und eine Gehirnerschütterung, die vorübergehend zu beängstigenden Gedächtnislücken führte. Er gab an, seither zurückhaltender bei Patienten zu sein und das zu bedauern: „Ich will eigentlich den direkten Kontakt, das finde ich besser.“

Laut ärztlichen Untersuchungen bei 37 früheren Klinikaufenthalten glaubt der 37-Jährige, er gehöre zu einer Armee und könne Gedanken lesen. Er stelle sich vor, von der Polizei mit Ermittlungen beauftragt zu sein. Zeugen zufolge künden sich seine Ausbrüche nicht an: Selbst der verletzte Arzt hatte den 37-Jährigen vor dem Angriff als ruhig und entspannt beschrieben. Der Beschuldigte befindet sich in einer geschlossenen Klinik und bleibt dort, bis sein Urteil rechtskräftig wird.

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