Müllsammelaktion Picobello

3500 sammeln mit: Acht Tonnen wilder Abfall weniger

Drei Generationen im Kampf gegen den Unrat: Familie Mang machte zwei große Säcke voll
+
Drei Generationen im Kampf gegen den Unrat: Familie Mang machte zwei große Säcke voll

Ein kaputtes Tablet, jede Menge Glasscherben und ein Rucksack – wirklich lange dauert es nicht, bis sich die Müllsäcke von Familie Mang merklich füllen.

Von Dela Kirchner und Sven Schlickowey

Remscheid. Mit drei Generationen sind sie beim Picobello-Aufräumtag am Samstag unterwegs, nur wenige Meter müssen sie von ihrem Haus in Richtung Wald gehen, um den ersten Unrat zu finden. Auffallend viele Flaschen säumen den Hang runter in Richtung Haddenbacher Straße. „Wir sagen immer, dass das Schweine sind, die ihren Müll in den Wald werfen“, sagt Katrin Müller-Mang, die mit ihrer Mutter und ihren beiden Töchtern unterwegs ist.

In Obergarschagen waren zwölf Bewohner unterwegs, unter anderem entlang der Straßen.

Die beiden Mädchen sind hoch motiviert, obwohl die Ältere bereits am Donnerstag mit der Schule für die Aktion Picobello im Einsatz war. Ausgestattet mit Müllsäcken und Handschuhen, die die Technischen Betriebe (TBR) an engagierte Privatleute und Gruppen ausgegeben hatten, leisten die vier Damen ihren Beitrag für ein sauberes Remscheid. Und Laura (5) und Emilia (9) wundern sich, warum Menschen Hosen im Wald verlieren und wieso auch Jahre nach einer Bombenentschärfung in diesem Waldstück noch jede Menge Polizeiabsperrband zu finden ist. Zwei Stunden braucht es etwa, bis die beiden großen Müllsäcke voll sind. „Um 18 Uhr waren die schon abgeholt“, lobt Katrin Müller-Mang. „Das hat alles super funktioniert.“

Am Freitag wie am Samstag waren TBR-Mitarbeiter bis etwa 19 Uhr im Dienst, um den Müll abzuholen und fachgerecht zu entsorgen, berichtet Daniel Pfordt, Bereichsleiter Abfallwirtschaft bei den TBR. Etwas mehr als acht Tonnen seien zusammengekommen, schätzt er. Mit rund 3500 angemeldeten Teilnehmern sei der Picobello-Tag wieder ein Erfolg gewesen, sagt Pfordt. „Aber einer, den wir nicht bräuchten, wenn nicht so viele Menschen verantwortungslos mit Müll umgehen würden.“

„Wir sagen immer, dass das Schweine sind, die ihren Müll in den Wald werfen.“

Katrin Müller-Mang

Davon weiß man auch in Obergarschagen in Lüttringhausen zu berichten, wo nach dem Samstagsfrühstück nahezu das halbe Dorf unterwegs ist, um Müll einzusammeln. Und um sich zu wundern, was Autofahrer so alles während der Fahrt aus dem Fenster werfen, statt ihren Müll daheim oder in öffentlichen Mülleimern zu entsorgen. Arne Held, Anwohner der Ortschaft und Organisator der Müllsammelaktion des Dorfes, zählt die kuriosesten Funde des Vormittages auf: „Wir haben ein Radio, ein vermutlich schon jahrelang vermisstes Nummernschild und eine volle Bierflasche, die sogar noch haltbar war, gefunden.“

Daniel Pfordt von den TBR berichtet darüber hinaus von Autoreifen und -sitzen, Farbeimern, Teppichen – und nicht weniger als vier Einkaufswagen. „Mit Blick auf unsere tägliche Arbeit wundert mich das aber gar nicht“, gibt er zu. Und nennt nur ein Beispiel: Zwei TBR-Mitarbeiter seien jeden Tag damit beschäftigt, illegal an Container-Standorten abgestellten Müll einzusammeln. Nach dem Wochenende setze man dafür montags sogar ein Sperrmüll-Fahrzeug ein, so Pfordt. Weil ein normales nicht mehr ausreiche. Eine wirkliche Erklärung dafür hat der Fachmann auch nicht: „Ich werde nicht verstehen, warum man einen Kühlschrank in den Wald schmeißt, wo wir den doch auch kostenfrei vor der Haustür abholen.“

So geht es auch Arne Held in Obergarschagen: „Für mich ist völlig unverständlich, warum Möbel oder Grünschnitt im Wald oder entlang von Straßen entsorgt werden“, sagt er. Kapitulieren wollen er und seine Mitstreiter aber trotzdem nicht. Im Gegenteil: Sie überlegen, eine weitere Müllsammelaktion auch ohne den stadtweiten Picobello-Tag durchzuführen.

Hintergrund

Erstmals fand der Müllsammeltag zeitgleich im ganzen Städtedreieck statt. Viele Teilnehmer waren am Samstag unterwegs, einige Gruppen, darunter vor allem Schulklassen und Kita-Gruppen, ziehen traditionell auch schon am Freitag los.

Passend zum Thema: CDU beklagt Müll in Lüttringhausen

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

A1 bei Remscheid nach Unfall wieder frei
A1 bei Remscheid nach Unfall wieder frei
A1 bei Remscheid nach Unfall wieder frei
Auf der Asche entstehen Doppelhäuser
Auf der Asche entstehen Doppelhäuser
Auf der Asche entstehen Doppelhäuser
Südbezirk: So geht es mit den wichtigsten Themen weiter
Südbezirk: So geht es mit den wichtigsten Themen weiter
Südbezirk: So geht es mit den wichtigsten Themen weiter
Der lange Weg zurück zum Führerschein
Der lange Weg zurück zum Führerschein
Der lange Weg zurück zum Führerschein

Kommentare