Gericht

27-Jähriger muss vier Jahre ins Gefängnis

Landgericht Wuppertal
+
Das Landgericht in Wuppertal.

Gewalt gegen frühere Lebensgefährtin.

Von Dirk Lotze

Remscheid. Ein 27 Jahre alter Angeklagter aus Remscheid muss für Gewalt gegen eine frühere Lebenspartnerin (25) ins Gefängnis. Das Landgericht in Wuppertal verurteilte ihn für Körperverletzung und versuchte schwere räuberische Erpressung. Die Richterinnen und Richter verhängten vier Jahre Gefängnis. Der Mann befindet sich in Untersuchungshaft, Bewährung ist bei der Höhe seiner Strafe nicht möglich.

Der vorsitzende Richter erläuterte in der vorläufigen, mündlichen Urteilsbegründung: „Es ging zum Teil um Sprachnachrichten, die dem Gericht erst im Lauf der Verhandlung bekanntgeworden sind.“ Mitangeklagt als Gehilfin war eine 48 Jahre Bekannte des Mannes. Gegen sie haben sich die Vorwürfe nicht erhärtet; die Richter sprachen sie frei. Beide Urteile sind noch angreifbar.

Laut Feststellungen empfing der nicht vorbestrafte 27-Jährige seine damalige Freundin im März 2020 in seiner Wohnung an der Freiheitstraße. Beide waren seit einem halben Jahr ein Paar. Es habe Streit um wechselseitige Eifersucht bestanden. Er habe sie mit einem Gürtel misshandelt und Teile des Geschehens mit seinem Handy aufgenommen. Für die Herausgabe eines Fotos der Frau mit einem anderen Mann soll der Angeklagte 10 000 Euro gefordert haben. Den Betrag könne dieser Mann bezahlen, sonst werde er das Bild an die Familie der 25-Jährigen leiten. Er wolle das Geld, oder dass sie sich umbringe.

Im Mai 2020 soll der Mann seine Freundin getreten haben. Laut ihrer Schilderung drohte er sogar, er werde ihre Kleidung anzünden. Dieser Vorwurf ist allerdings nicht sicher bewiesen.

Die 25-Jährige hat die Geschehnisse bei der Polizei und vor Gericht unterschiedlich beschrieben. Über ihre Beziehung berichtete sie zwiespältig: Einerseits liebe sie den Angeklagten. Er habe gesagt, er wolle sie heiraten. Andererseits habe er sie stundenlang in seiner Wohnung misshandelt und bedroht. Drei Tage vor seiner Festnahme im Spätsommer 2020 wiederum habe sie ihm gesagt: Wenn er vor Gericht die Wahrheit sage, werde sie ihm verzeihen. Der Angeklagte hatte eine Ohrfeige gegen die 25-Jährige zugegeben und ansonsten behauptet, sie hätte sich selbst geschlagen.

Das Gericht sieht Schläge und Tritte als erwiesen an, die versuchte Erpressung ergebe sich aus Handynachrichten. Der Richter verdeutlichte dem Mann: „Da sagen Sie eindeutig, dass es Ihnen um Geld geht.“

Die 48 Jahre alte Mitangeklagte stand in Verdacht, bei den Misshandlungen anwesend gewesen zu sein und dem Mann Rückhalt gegeben zu haben.

Zurzeit läuft am Landgericht auch ein Prozess gegen einen 63 Jahre alten Beschuldigten. Er soll einen Mitpatienten in der psychiatrischen Klinik Tannenhof verbrüht haben.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Sparkasse Remscheid legt Geldautomaten still
Sparkasse Remscheid legt Geldautomaten still
Sparkasse Remscheid legt Geldautomaten still
Kauf der Sinn-Leffers-Ruine ist geplatzt
Kauf der Sinn-Leffers-Ruine ist geplatzt
Kauf der Sinn-Leffers-Ruine ist geplatzt
Zugausfälle bei Abellio wegen Bauarbeiten
Zugausfälle bei Abellio wegen Bauarbeiten
Zugausfälle bei Abellio wegen Bauarbeiten
Tafel kommt gut durch die Corona-Krise
Tafel kommt gut durch die Corona-Krise
Tafel kommt gut durch die Corona-Krise

Kommentare