Gerichtsurteil

23-jähriger Raser schweigt vor Gericht

Vor dem Amtsgericht musste sich ein 23-jähriger Remscheider verantworten, der sich mit der Polizei ein Autorennen geliefert hat. Archivfoto: ms
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Vor dem Amtsgericht musste sich ein 23-jähriger Remscheider verantworten, der sich mit der Polizei ein Autorennen geliefert hat. (Archivfoto)

Der Angeklagte floh mit seinem Auto vor der Polizei und raste durch einen verkehrsberuhigten Bereich.

Von Sabine Naber

Remscheid: Wegen eines verbotenen Autorennens ist Freitagnachmittag ein 23-jähriger Remscheider zu einer Geldstrafe von 50 Tagessätzen à 15 Euro verurteilt worden. Seinen Führerschein, der schon im November eingezogen worden war, wird er frühestens in vier Monaten zurückbekommen.

Als grob verkehrswidrig und rücksichtslos bezeichnete die vorsitzende Richterin das Verhalten des Angeklagten, der im November vergangenen Jahres versucht hatte, einen Streifenwagen abzuschütteln, indem er mit seinem Toyota ordentlich Gas gab.

Der Polizist, der als Zeuge auftrat, schilderte die damalige Situation so: „Mein Kollege und ich fuhren am 14. November kurz nach Mitternacht von Lennep aus in Richtung Lüttringhausen. Aus einem Feldweg kam uns ein Auto entgegen, fuhr langsam an uns vorbei. Weil uns das an dieser Stelle merkwürdig vorkam, entschlossen wir uns zu drehen, um das Auto zu kontrollieren. Als der Fahrer sah, dass wir wendeten, erhöhte er die Geschwindigkeit, wurde permanent schneller und bog in die Platanenallee ein. Statt der vorgegebenen 20 Stundenkilometer fuhr er wenigstens 70.“

Gerichtsverfahren: Raser hat etliche Vorstrafen

Als typisch für einen verkehrsberuhigten Bereich schildert der Polizist die Straße als eng bebaut: „Der Angeklagte fuhr so schnell, dass wir Mühe hatten, dran zu bleiben.“ Am Ende der Sackgasse sei das Auto zum Stehen gekommen. Während der Beifahrer flüchtete, sei der Fahrer gestolpert und hingefallen. Er habe keine Papiere dabei gehabt, das Auto wurde überprüft, später eine Blutprobe genommen.

„Wir haben ihn hingesetzt und gesehen, dass er bäuchlings auf seinem Autoschlüssel gelegen hatte. Ob der ihm aus der Hand oder der Hosentasche gefallen war, wussten wir nicht“, schilderte der zweite Polizist die Situation. Er hatte als Beifahrer mit im Streifenwagen gesessen. Als sie den Angeklagten in der aufgebrachten Stimmung gefragt haben, warum er so „wahnsinnig“ gefahren sei, habe der geantwortet: „Ich hatte Panik. Bin deshalb abgehauen.“

Die Staatsanwältin machte in ihrem Plädoyer deutlich, dass die übereinstimmenden Aussagen der Polizisten stimmig seien, weil sie die Situation glaubhaft geschildert hätten. Sie erinnerte an länger zurückliegende Vorstrafen und Eintragungen des Angeklagten. Unter anderem wegen Körperverletzung, Fahren ohne Führerscheins, Widerstand und Beleidigungen, eine dreiwöchige Jugendstrafe. Und daran, dass für illegale Autorennen Geld- oder Freiheitsstrafen vorgesehen sind. Es sei dem Angeklagten gleichgültig gewesen, in einer engen Straße, einem Wohngebiet nachts ein Rennen inszeniert zu haben.

Sie forderte die Geldstrafe und den weiteren Entzug des Führerscheins. Der Angeklagte, der als Selbstständiger eine Autovermietung unterhält, finanziell nach eigener Aussage aber noch von seinen Eltern abhängig ist, sagte während der Verhandlung nichts. Der Verteidiger hatte einen Freispruch beantragt.

Über 4.000 Verkehrsunfälle gab es in Remscheid im vergangenen Jahr, dabei wurden über 350 Menschen verletzt. Polizeipräsident Markus Röhrl sagte zum Jahresverkehrsbericht der Polizei: „Die Zahlen sind zu hoch und die Situation wird nicht besser.“

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