Gericht

225 Euro Geldstrafe: 21-Jähriger leugnet Marihuana-Besitz

Vorwurf im Amtsgericht Remscheid: Unerlaubter Besitz von Betäubungsmitteln.
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Vorwurf im Amtsgericht Remscheid: Unerlaubter Besitz von Betäubungsmitteln.

Als Polizisten am 14. September vergangenen Jahres auf der Lenneper Straße in Remscheid dem Wagen vor sich anzeigen zu stoppen, trauen sie ihren Augen nicht.

Von Jana Peuckert

Remscheid. Der Mitfahrer hinten rechts streckt seinen Arm aus und lässt ein kleines Bündel fallen. Wie sich später herausstellt, handelt es sich dabei um 0,2 Gramm Marihuana. Dementsprechend lautete der Vorwurf im Amtsgericht Remscheid nun unerlaubter Besitz von Betäubungsmitteln. Strafe: 225 Euro.

„Ich habe da nichts aus dem Auto geschmissen“, gab der 21-Jährige im Gericht an. Also ruhte die Hoffnung der Vorsitzenden, den Sachverhalt aufklären zu können, auf die Aussagen mehrerer Zeugen. Den Anfang machten die beiden Polizisten. Der erste gab an, aufgrund der Personenanzahl im Auto, mit seinem Kollegen eine allgemeine Verkehrskontrolle durchgeführt zu haben. Noch während der Fahrt habe er deutlich erkannt, wie hinten rechts ein Ellenbogen ausgefahren worden sei. Dann habe derjenige den Arm ausgestreckt und etwas fallenlassen. Kurz darauf seien beide Fahrzeuge zum Stehen gekommen. Nahe des Polizeiwagens hätte er dann die 0,2 Gramm Marihuana gefunden.

Remscheid: Angeklagter entschuldigt sich bei Polizisten

Aufgrund der Farbe der Kleidung könnte der ausgestreckte Arm dem Angeklagten zugeordnet werden. Die Polizisten hätten daraufhin das Auto, sowie alle Insassen auf Drogen kontrolliert, seien aber nicht fündig geworden.

Der zweite Polizist gab im Zeugenstand an, der Angeklagte habe gesagt, dass sowieso alles gegen ihn fallengelassen würde und man ihm nichts nachweisen könnte. Zwei Insassen des Wagens erklärten, nicht gesehen zu haben, dass der Angeklagte etwas aus dem Fahrzeug geworfen hatte.

Das Gericht hatte sich an dem Tag nicht nur mit dem unerlaubten Besitz von Betäubungsmitteln zu beschäftigen, sondern musste darüber hinaus auch noch über eine Beleidigung seitens des Angeklagten gegenüber einem Polizisten entscheiden. Am 22. August vergangenen Jahres kam es in Remscheid zu einer Ruhestörung, an der der Angeklagte beteiligt war. Als die Einsatzkräfte am Tatort ankamen, schmetterte der 21-Jährige einem Polizisten das Wort „Hurensohn“ entgegen. Der Beamte ließ sich das nicht bieten und erstattete Anzeige.

Die Beleidigung räumte der Angeklagte sofort ein: „Ich bereue es. Ich war alkoholisiert. Sowas muss nicht sein.“ Für die Ruhestörung hatte der Remscheider bereits ein Bußgeld zahlen müssen. Da Ruhestörung und Beleidigung im zeitlichen und örtlichen Zusammenhang standen, stellte das Gericht das Verfahren wegen Beleidigung ein. Im Gegenzug entschuldigte sich der 21-Jährige bei dem beleidigten Polizisten. Als Auflage für die Einstellung muss er 300 Euro an das Kinderhospiz zahlen.

Somit blieb am Ende nur noch der unerlaubte Besitz der 0,2 Gramm Marihuana übrig. Auch in diesem Punkt versuchte der Verteidiger, eine Einstellung für seinen Mandanten herauszuschlagen. Doch das lag nicht im Sinn der Richterin. Die Strafe fiel jedoch aufgrund dessen, dass der Angeklagte keine Vorstrafen mitbrachte und es sich um eine äußerst geringe Menge Drogen handelte, mit 225 Euro gering aus. Für den Verteidiger zu viel. Schließlich sei nicht klar bewiesen, dass die aufgefundenen Drogen zuvor aus dem Auto geworfen worden waren. Er kündigte Berufung an.

Um Ausreden war ein Angeklagter im Amtsgericht Remscheid nicht verlegen. Hatte er gehofft, so seinen Kopf aus der Schlinge ziehen zu können, ging der Plan nicht auf.

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