Anklage wegen Falschgeld und Bedrohung

21-Jähriger zieht Berufung zurück

Ein 21 Jahre alter Angeklagter aus Lennep hat vor dem Landgericht Wuppertal seine Strafe wegen Geldfälscherei und Bedrohung doch noch angenommen.
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Ein 21 Jahre alter Angeklagter aus Lennep hat vor dem Landgericht Wuppertal seine Strafe wegen Geldfälscherei und Bedrohung doch noch angenommen.

Das Amtsgericht Remscheid hatte ihn extrem milde verurteilt, nach Jugendrecht verwarnt und Sozialstunden so wie ein Anti-Aggressionstraining verhängt, weil er während der Taten erst 19 Jahre alt war.

Von Dirk Lotze

Remscheid. Ein 21 Jahre alter Angeklagter aus Lennep hat vor dem Landgericht Wuppertal seine Strafe wegen Geldfälscherei und Bedrohung doch noch angenommen. Das Amtsgericht Remscheid hatte ihn extrem milde verurteilt, nach Jugendrecht verwarnt und Sozialstunden so wie ein Anti-Aggressionstraining verhängt, weil er während der Taten erst 19 Jahre alt war.

Im Landgericht verdeutlichte der Vorsitzende dem Mann die Position der Richterinnen und Richter: „Ihre Berufung ist aussichtslos. Bei 1310 Euro Falschgeld, die bei Ihnen gefunden wurden, hätte ich persönlich keine Schwierigkeiten gehabt, eine Freiheitsstrafe zu verhängen.“

Der Angeklagte hat seine Berufung zurückgenommen, damit steht das Urteil fest. Ermittler hatten im August 2020 eine Sammlung falscher 100-, 50- und 20-Euro-Scheine an seiner Wohnadresse gefunden. Die Herkunft bleibt unklar; das Urteil geht aber davon aus, dass er vorhatte, sie zu verwenden. Mit eingerechnet in die Strafe ist eine Bedrohung gegenüber einem Nachbarn, einen Monat später: Der Angeklagte habe erklärt: Er stamme auf Afghanistan, da mache man ‘so was’. Dazu habe er mit einem Finger über seinen Hals gestrichen. Hinzugefügt haben soll er: „Ich warte auf Dich.“

Angeklagter erklärt, dass er das Geld gefunden habe - Vorsitzender glaubt kein Wort

Der Angeklagte kam minderjährig allein als Flüchtling nach Deutschland. Seither lebt er in Remscheid. Er spricht flüssig Deutsch und besucht eigenen Angaben zufolge eine Abendschule, um einen höheren Schulabschluss zu bekommen.

Im Prozess beharrte er zunächst auf seiner Version, wonach er in beiden Fällen unschuldig sei: Das Falschgeld habe er mit einem Freund nahe der Balkantrasse gefunden, versteckt in einer Schachtel und einige Zeit vor der Durchsuchung bei ihm. Er habe nicht bemerkt, dass sein Bekannter den Fund bei ihm in eine Schublade gelegt hatte, den Vorfall habe er vergessen. Was die Bedrohung angeht, sei die Aussage des Geschädigten falsch: Er könne doch keinen größeren und stärkeren Gegner bedroht haben.

Auf diese Angaben stellte der Vorsitzende klar: „Ich glaube Ihnen kein Wort.“ Die Erzählung zum Falschgeld habe schon das Amtsgericht nicht abgenommen, bei der Bedrohung stelle sich die Frage, warum der Geschädigte vor Gericht gelogen haben sollte. Er fügte hinzu: Der Angeklagte habe früher eine Woche Arrest wegen Körperverletzung verbüßt. Die Frage des Richters: „Kann es sein, dass Streit bei Ihnen schon mal aus dem Ruder läuft?“

Der Angeklagte beriet sich darauf mit seinem Anwalt und verzichtete anschließend – „wegen des dringenden Hinweises des Gerichts“ – darauf, das Verfahren fortzusetzen.

Anfang November gestand ein Angeklagter vor dem Amtsgericht Remscheid einen Einbruch in die Grundschule Hackenberg.

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