Rätselfoto

1967: Wo befinden wir uns hier?

Vorne kleine Geschäfte, eine Brücke und eine alteingesessene Produktionsstätte im Hintergrund, deren Historie bis 1885 zurückreicht - wo befinden wir uns hier 1967?
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Vorne kleine Geschäfte, eine Brücke und eine alteingesessene Produktionsstätte im Hintergrund, deren Historie bis 1885 zurückreicht - wo befinden wir uns hier 1967?

Rätselfoto zeigte eine zentrale Anlaufstelle in Remscheid - Erinnerungen an das Kino Metropol und das „Brauerhaus“.

Von Andreas Weber

Remscheid. 50 Jahre ist sie glücklich verheiratet. Nicht zuletzt deshalb tippte Brigitte Wette aus Endringhaussen in die Tastatur, um per Email ihre Antwort zu schicken:

1967 durften am Markt noch die Autos fahren: Kino und Gastronomie waren zwei Attraktionen an dieser Stelle.

„Mit diesem Foto verbinden uns besondere Erinnerungen. Es zeigt den Markt in Remscheid mit Drogerie Halbach und dem Brauhaus.“ Ihre Liebesgeschichte begann linkerhand auf dem Foto zur Elberfelder Straße in der Tanzschule Liedtke. „Dort haben sich mein Mann Gustav-Adolf und ich 1966 kennen- und liebengelernt und 1967 weitere Tanzkurse absolviert.“

Auch Klaus Trester kennt die Ecke gut. „Das Bild zeigt neben dem Uhrmacher Brüninghaus, der Gaststätte Bürgerhaus und der Drogerie Halbach das Metropol-Theater am Markt.“ 1952 wurden in dem Mehrzweck-Kino Filme und ab und zu ein buntes Bühnenprogramm angeboten. „Ich war damals in den City-Lichtspielen an der Allee als Filmvorführer beschäftigt“, schreibt Trester.

Dabei sorgte er bei Bühnenprogrammen im Metropol für einen reibungslosen Ablauf und die Beleuchtung. Beide Kinos gehörten demselben Unternehmen.

Der Markt mit Blickrichtung Elberfelder Straße heute: Die Geschäftswelt hat sich über die Jahrzehnte deutlich gewandelt.

„Meine Frau Hannelore kümmerte sich um die Wehwehchen der Akteure. Durch die Nähe zu den Stars aus Film, Funk, Fernsehen lernte man ihre Marotten kennen. So trat Zarah Leander nicht auf, wenn sie Personal im Hintergrund der Bühne ausmachte.“ Den rund 800 Besuchern sei immer ein abwechslungsreiches Programm geboten worden, erinnert sich Trester. „Nach der Vorstellung trafen sich die Künstler zum Absacker in der Traditionsgaststätte ‘Werkzeugschmiede’ in demselben Haus. In Remscheid gefertigte Werkzeuge und Geräte schmückten die Wände als Dekoration.“ Im Metropol-Theater ist heute eine Spielhalle. „Als es dichtmachte, begann das Kinosterben in Remscheid.“

Dieter Prill blickt auf den Markt im Jahre 1967, als dort noch Autos rollten. „Bei der Gastronomie handelt es sich um das ‘Brauerhaus’, wo wir beim ‘Ossi’ manches Bierchen schlürften. Die Speisen waren auch nicht von schlechten Eltern.“ An die Wirtschaft denkt auch Peter Bornemann. „Der Markt mit dem damaligen ‘Bürgerhaus’ und ‘Bürgerstübchen’ war ein Hotspot. Der Wirt war Conny Flinte, ein richtiger Wirt, wie es ihn heute kaum mehr gibt.“

Brigitte Weischet freute sich riesig, das Bild im Tüpitter zu sehen. Seit 40 Jahren lebt sie zwar nicht mehr in Remscheid, bleibt ihrer Heimat aber verbunden. „Am linken Bildrand kann man den Woolworth, unsere Oma sagte immer ‘Wolwert’, nicht sehen, aber es war das erste Gebäude auf der rechten Seite der Alleestraße, weiter ging es mit einem Handarbeitsgeschäft, daneben Friseur Fröhlich.“ Viele weitere Geschäfte sind Weischet präsent.

„Wer kennt den urigen Markt in den 60er Jahren nicht.“ Bei Peter Hübeler weckt er Jugenderinnerungen. Hübeler zählt auf: „Hinter der Litfasssäule die Sparkasse, weiter zur Stadtkirche und der Alten Bismarckstraße aufwärts rechts am ‘Brauerhaus’ und dem Kino Metropol vorbei, dann erkennt man oben links die Gaststätte ‘Max und Moritz’.“

Der Markt sei immer eine Anlaufstelle gewesen und habe eine interessante Vergangenheit, berichtet Heinz Jürgen Schmitz: „Der industrielle Aufschwung im 18. Jahrhundert war nur möglich durch den Zuzug vieler Arbeitskräfte, vor allem aus Hessen. Dadurch wurde der ‘Matt’ beliebter Treff der Hergeluopenen. Bis zum Abbruch nach dem 1. Weltkrieg hieß dieser Hesseninsel.“ Am Markt fand der erste Wochenmarkt statt und hier war der Knotenpunkt der Straßenbahn, die 1893 ihren Betrieb aufnahm. „Als erste Bahn in Westdeutschland führte diese mit 10,6 Prozent Steigung über die steilste Strecke Deutschlands“, berichtet Schmitz.

Richtige Antworten steuerten auch Bardo Reinke, Helmut Schucht, Thomas Groß bei.

Das neue Rätsel: Kleine Geschäfte, eine Brücke und ein Werk

Vorne kleine Geschäfte, eine Brücke und eine alteingesessene Produktionsstätte im Hintergrund, deren Historie bis 1885 zurückreicht - wo befinden wir uns hier 1967? Schicken Sie uns Ihre Antwort bis Donnerstag, 28. Mai, per E-Mail oder Post, gerne verbunden mit Ihren persönlichen Anekdoten, an den Remscheider General-Anzeiger (RGA), Alleestraße 77-81, 42 853 Remscheid.

redaktion@rga-online.de

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